Im Wahlkampf neu in der Partei Warum gerade jetzt?

Den Volksparteien laufen die Mitglieder davon, den Kleinen geht es kaum besser. Trotzdem gibt es junge Menschen, die „Jetzt erst recht“ sagen – und in eine Partei eintreten. Warum, haben sie Handelsblatt Online erzählt.
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DüsseldorfUnter den Parteien im Bundestag sind die Grünen die Ausnahme: Nur der Ökopartei ist es gelungen, in den vergangenen Jahren die Zahl ihrer Mitglieder zu steigern - von 45.000 im Jahr 2008 auf fast 60.000 Ende 2012. Alle anderen großen Parteien beklagen einen Mitgliederschwund (siehe Grafik). So haben CDU und SPD im gleichen Zeitraum jeweils rund 50.000 Mitglieder verloren und liegen mittlerweile beide bei etwa 477.000.

Außerdem altern die Parteien: Der Altersschnitt ihrer Mitglieder liegt deutlich über dem der Bevölkerung, der mit 45 Jahren angegeben wird. Die Grünen kommen diesem Wert mit einem Durchschnittsalter von 48 noch am nächsten – schon deutlicher ist der Abstand zu FDP (Altersschnitt von 53 Jahren), CDU, CSU und SPD (je 59) sowie Linkspartei (60 Jahre). Darauf gemünzt ist auch ein Zitat des Hamburger Parteienforschers Elmar Wiesendahl: „Die Parteien haben den Charme von Altersheimen.“

Es klingt also alles andere als verlockend, sich einer Partei anzuschließen. Und trotzdem gibt es junge Menschen, die „Jetzt erst recht“ sagen. Auf sie setzen auch die Parteispitzen, wenn der Straßenwahlkampf in die heiße Phase geht. Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat für seine Partei eine einfache Rechnung aufgemacht: 2005 haben 20 Millionen Deutsche SPD gewählt, 2009 nur noch zehn Millionen. Mit einem sehr persönlichen Tür-zu-Tür-Wahlkampf will Steinbrück zumindest die Hälfte der verlorengegangenen Wähler zurückgewinnen, um doch noch Kanzlerin Angela Merkel zu stürzen.

In Recklinghausen kann er auf Elena Colmsee zählen, 18 Jahre alt und frisch bei den Jusos. Und die Schülerin ist nicht die einzige, die gerade jetzt in eine Partei eingetreten ist. Cisem Akel (23) verstärkt seit zwei Monaten die Kölner Grünen, Martin Daehnrich (21) plant Wahlkampfaktionen für die Linken in Berlin und Mahmut Eglimez (22) engagiert sich in der CDU Remscheid. Handelsblatt Online stellt diese vier Neumitglieder vor.

SPD: Elena Colmsee
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43 Kommentare zu "Im Wahlkampf neu in der Partei: Warum gerade jetzt?"

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  • Nur drei Zitate von Geothe an alle, die glauben alles zu wissen und zu können!

    Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch.
    Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte zugestehen will, muss man sie gut bezahlen.

    Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten.

    Johann Wolfgang von Goethe

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  • Das sind die Piraten meiner Meinung nach selbst schuld. Ich habe denen letztes Mal meine Proteststimme gegeben, aber danach kam eigentlich nur Driss. Man hat es versäumt, sich in der Frage der Eurokrise klar zu positionieren. Man hätte gar das durch Privatbanken gelenkte Geldsystem zur Disposition stellen können. Stattdessen nur interne Querelen und Konzentration auf nachrangige Wahlkapfthemen.

    Jetzt gibt es eine Alternative für Deutschland, die hoffentlich zu mehr taugt.

    Trotzdem, besser Piraten wählen als die Altparteien.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Eddie
    genau so isses. Ziele verheimlichen und heimtückisch nach der Weltherrschaft streben. Wenn wir Sie als Weltenretter nicht hätten. Danke, vielen Dank

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  • "Ähnlich (...) argumentiert der Chef der AfD, Bernd Lucke, auch wenn er sich mit Lösungsvorschlägen zurückhält."(...) Für einige Länder sei selbst der derzeitige sehr niedrige Zinssatz noch zu hoch – für Deutschland hingegen sei er viel zu niedrig. „So drohen einerseits Blasen am Immobilien- und Aktienmarkt. Zeitgleich aber werden die Guthaben der normalen Sparer, die sich nicht durch den Erwerb von Sachwerten wie eben Immobilien oder Aktien schützen können, durch die Teuerung aufgezehrt.“ (...) Zum einen würden die Menschen zur Finanzierung der Rettungspakete höhere Steuern und Abgaben zahlen müssen. Zum anderen verlören ihre Spareinlagen an Wert. „Auf diese Art zerstört der Euro den Wohlstand weiter Teile der Bevölkerung anstatt ihn zu fördern.“ http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/niedrigzinsen-vs-vermoegensbildung-wer-rettet-die-deutschen-sparer-vor-der-ezb-seite-all/8595848-all.html
    1. Kritik, aber keine Konzepte/Lösungsvorschläge
    2. Luege (Steuererhoehung)
    3. Verkennung der Realitaet/Tatsache, dass der hochverschuldete dt. Staat, die Wirtschaft und private Schuldner/Investoren (z.B. Haeuslebauer) von den niedrigen Zinsen profitieren.

    Soweit zu Ihrem Guru Lucke, Ihr Star-Oekonom...

  • Was bewegt junge Menschen, jetzt in die politischen Parteien einzutreten?

    M.E. haben diese jungen Menschen einfach noch nicht das Wesen der politischen Parteien in seiner ganzen Hässlichkeit, Brutalität und Doppelmoral erkannt.

    Doch diese jungen Menschen werden bald die Wahrheit schmerzhaft kennen lernen und sich entweder abwenden oder zum ehrbaren angepassten Spießer werden.

  • Für diesen Artikel hätte sich eine Grafik zur Illustration angeboten, z.B. wie hier von der Piratenpartei
    http://wiki.piratenpartei.de/Datei:Mitgliederentwicklung.png

    Auf einen Blick ist z.B. zu erkennen, das die Piratenpartei derzeit in den Medien völlig ignoriert wird.

  • Wir können die Journaille nicht zwingen, die Wahrheit zuzugeben, wir können sie aber zwingen, immer dreister zu lügen (zu löschen)!

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