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IW-Studie Ökonomen zerreißen die Wahlprogramme

Die Opposition sagt offen, wie sie die Bürger schröpfen will. Die Regierungsparteien verschweigen schamhaft, welche Belastungen sie planen. In beiden Fällen aber, so urteilen Ökonomen, ist das Ergebnis ein Desaster.
10.07.2013 - 16:02 Uhr 33 Kommentare
Ökonomen des Instituts der Deutschen Wirtschaft sind nicht gerade begeistert von den Wahlprogrammen der Parteien.

Ökonomen des Instituts der Deutschen Wirtschaft sind nicht gerade begeistert von den Wahlprogrammen der Parteien.

Düsseldorf Die Wahlprogramme sind geschrieben, nun wollen Merkel, Steinbrück, Trittin und Co. auf Bäderreise, Wanderung und Fahrradtour ihre schönsten Parolen den Bürgern präsentieren. Doch zuvor steht der Expertentest an. Und der fällt eindeutig aus, eindeutig negativ: Die Programme seien durch die Bank ein „Desaster“, ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Wenigstens aus „ökonomischer Sicht“, sagt IW-Chef Michael Hüther.

Wenn auch nicht ein Desaster, so doch auffällig, sei noch etwas anderes: Während die Opposition ganz offen in ihren Wahlprogrammen verkündet, wie sie die Steuerzahler schröpfen will, verschweigen die Regierungsparteien, welche Kosten sich in ihrem Wahlprogramm für die Bürger verstecken, zeigt die Studie des arbeitgebernahen Instituts.

„Da die Regierungsparteien eher vage bleiben, können sich die Wähler kaum ein richtiges Bild davon machen, welche finanziellen Belastungen tatsächlich auf sie zukommen“, sagt Hüther. Die Opposition zeige da wenigstens klare Kante. „Das ändert aber natürlich nichts an der negativen Folgewirkung dieser Programme.“

Keine guten Nachrichten für die Parteien mitten im Wahlkampf. Und keine guten Nachrichten für die Wähler.

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    Das Wahlprogramm der Union leide „über weite Strecken an wenig konkreten Vorschlägen“ und es dominiere „die Rückschau auf die „Errungenschaften“ der vergangenen Legislaturperiode“. Die FDP kommt auch nicht besser weg. Sie bleibe „manche Konkretisierung schuldig“. Es sei nicht weiter verwunderlich, „dass eine Regierungspartei nach einer vierjährigen Legislaturperiode nicht mit revolutionären Vorschlägen aufwartet“, urteilt das IW über die Union. Das gleiche gilt natürlich für die FDP.

    Die Oppositionsparteien sind da zwar viel konkreter in ihren Vorschlägen, doch weil sie offen verkünden, wie sie die Steuerzahler künftig mehr belasten wollen, ist auch hier das IW-Urteil recht vernichtend. Und das Wahlprogramm der Linken lese sich wie ein „Utopie“.

    Und so fällt die Bilanz des IW zu den Wahlprogrammen durchweg negativ aus: „Aus ökonomischer Perspektive sind die Wahlprogramme mal ein mehr, mal ein weniger großes Desaster: Die einen verschenken Arbeitsplätze, die anderen gefährden Arbeitsplätze“, sagt Hüther.

    Ein Desaster also. Wie aber genau sieht das aus? Und wo werden Arbeitsplätze verschenkt? Handelsblatt Online hat zusammengetragen, wie das IW die Programme der Parteien bewertet. Doch klar ist: Der Vergleich der komplexen Wahlprogramme ist schwierig. Denn bei der Bewertung handelt es sich um Prognosen und voraussichtliche Berechnungen. Auch die unvollständigen Angaben der Parteien machen einen Vergleich und eine Brechung noch schwieriger und unsicherer. Wie sich Investitionen in Bildung und Gesundheit lässt sich hingegen nicht konkret beziffern.

    Das will die Union
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    33 Kommentare zu "IW-Studie: Ökonomen zerreißen die Wahlprogramme"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Manfred Julius Müller für eine Lohnkostenreform nach dänischem Vorbild, Umfinanzierung des Sozialstaates über die Mehrwertsteuer, so Senkung der Lohnnebenkosten und Sozialabgaben möglich, und auch eine protektionistische Wirkung wie eine Zollgrenze ohne deren Nachteile, direkte und dezentrale Demokratie mit Plebisziten und Volksabstimmungen!

      http://www.neo-liberalismus.de

      http://www.anti-globalisierung.de

      Gegen die deflatorische Austeritätspolitik bzw. Sparpolitik a la Brüning

      http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-04/rogoff-reinhart-sparpolitik-kritik

      Hinweise...

      http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1307

      So viel zum Thema Exportweltmeister...

      Harvard-Ökonomen geben Fehler bei folgenreicher Staatsschulden-Studie zu

      http://www.heise.de/tp/blogs/8/154129

      Austerität bringt Menschen um: Neue Studie vergleicht 30er Jahre und heute


      http://www.bueso.de/node/6432

      Leiharbeit wird zum Lohndumping

      http://www.raum-und-zeit.com/r-z-online/mediathek/gesellschaft/amazon-leiharbeit/leiharbeit-wird-zum-lohndumping.html

      Europa wird zum Armenhaus

      http://www.bueso.de/node/5425

      Die FDP hinterlässt einen politisch nicht mehr vertretenen Mittelstand
      von Prof. Dr. Eberhard Hamer

      http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=643

      «Es droht eine teuflische Abwärtsspirale»

      http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=726

      Kritik an der AFD

      http://www.bueso.de/node/6441

      Negative Beschäftigungseffekte zur 1 Euro Jobs

      http://www.heise.de/tp/artikel/36/36016/1.html


      Contra Freihandel

      http://www.heise.de/tp/artikel/19/19828/1.html

      Mogelpackung Rente

      http://www.rf-news.de/2012/kw36/sozialministerin-muss-drohende-massenverarmung-von-rentnern-zugeben

      Handwerk: Ein-Euro-Jobs müssen weg

      http://wirtschaft.t-online.de/handwerk-ein-euro-jobs-muessen-weg/id_43901320/index

    • +++ Kommentar von der Redaktion gelöscht. Das Forum ist keine Werbefläche für externe Links. Bitte kommentieren Sie zum Thema +++

    • "Ökonomen zerreißen die........ "

      Welche "Ökonomen" ???

      Liebe HB, buddelt doch mal heraus, was diese "Ökonomen" vor Jahren berichtet haben !

      Links,rechts, Mitte, oben oder unten spielt überhaupt keine Rolle, ist nur ALIBI-Politik.

      Wenn in einem BIOTOP, wie in unserem Land, an den Stellschrauben rum gepfuscht wurde/wird, seit ROT/GRÜN,entstehen mit der Zeit gefährliche Entwicklungen !

      Eine Schlagseite in der Politik, egal in welcher Richtung ist auf Dauer schädlich. Es gibt genügend Beispiele in der Geschichtsliteratur !

      Irgendwann nach mehreren Dekaden, nach einem Krieg oder Finanzkrise, werden wieder negative Einstellungen im Biotop vorgenommen. Durch Unfähigkeit,Lobbyismus,eigene private Vorteilnahme, abnickende Volksvertreter, Verlotterung... !

      Und, wir Bürger/Wähler haben diese Entwicklung(en) wiedermal zugelassen !

    • Was regt man sich denn so auf? Was da steht ist doch nur ne Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Politiker, Beamte und Presse. Wir haben doch seit Kohl erfahren, dass es erstens anders kommt und zweitens das was anders kommt so nicht eintrifft. Das kann eine Wirtschaftkrise sein oder eine Finanzkrise oder Italien erklärt den Bankrott und wenn nicht das passiert, dann wird halt der Vesuv aktiv oder ein Erdbeben zerschlägt alle Planungen; oder halt eine Überschwemmung. Arbeitslose erzeugen? Wie denn? Alles schreit nach Arbeitskräften - inwischen sammeln wir fast mit Gewalt die Arbeitssuchenden aus den PIIG-Staaten ein. Wir brauchen keine Arbeitssuchenden aus dem Ausland solange wir zu viele Harzer, Beamte und Politker haben.
      Ach ja und noch etwas zu den Steuern - nachdem nun das GROSSE AUSTROCKNEN DER STEUEROASEN stattfindet, müsste sich doch nun eine Flutwelle von Steuern über unseren Rolli ergießen. Auch ohne diese Flutwelle ist Schäuble doch schon bis Oberlippe Unterkante mit Steuern überspült. Der weiß doch gar nicht mehr wohin mit all dem Geld. Es ist doch eigentlich das Zeitalter der Reduktion angebrochen: Euroländer reduzieren; EU reduzieren; Beamte reduzieren; Politiker reduzieren, Steuern reduzieren, Immis reduzieren - glaubt mir diese Rechnung geht auf

    • JE MEHR NACH LINKS, DESTO GRÖSSER DER POLITISCHE WAHN REALITÄTSVERLUST

      Das zeigt diese Studie wieder einmal ganz deutlich - das ist leider nicht nur in Sachen Steuerpolitik so, sondern auch bei anderen Politikbereichen, für die sich die heutige Linke sehr interessiert.... so etwa die Themen Bildungspolitik, Integration und Asylpolitik.

      Man darf sich auch fragen, was diese Steuer-Erhöhungs-Forderungen mit Sozialismus , sozialer Gerechtigkeit oder Aktipkapitalismus zu tun haben.

      Obwohl Deutschland bereits einer der höchsten Abgabe und Steuerquoten Europas hat, wird Bevölkerung wird erst mal durch gigantische Mehrabgaben noch mehr Geld weggenommen. Der Staat eignet sich noch mehr Geld an, welches dann -- so die Theorie-- irgendwie "um-verteilt" werden soll. Aber wie und ob diese Umverteilung dann genau stattfindet ist sehr unklar, und ob sie der breiten Bevölkerung nutzt ebenfalls.

    • @G_Klein: Genau das Gegenteil ist der Fall: Was uns zugrunde richtet, ist diese pervertierte Manie zur "Einzelfall-Gerechtigkeit"! Das Denken, man müßte das zwar machen, es würde (fast) allen nützen, aber da gibt es ja irgendjemanden in Wanne-Eickel, der wäre davon negativ betroffen, oh Gott, das kann man doch nicht machen...

    • Hüther denkt nur makroökonomisch. Das sehe ich in den Fernsehdiskussionen. "... sind ja nur soundsoviel Prozent betroffen". Ihm fehlt der Blick für die Nöte der Einzelnen. Würde er sich die Ängste und Nöte der "nur" z. B. 100000 Betroffenen selbst aufladen, dann käme er in Australien wieder heraus. Solche Leute sind im höchsten Maße sozial inkompetent.

    • Hier wird viel über Symptome diskutiert. Die Wurzel des Problems liegt in der Macht der Parteien, die gerade einmal 2% der Deutschen als Mitglieder haben, aber beanspruchen das gesamte Land zu vertreten und zu steuern.

      Eine schnelle Internet-Recherche ergibt für 2012 etwa 1,3 Mio Parteimitglieder in Deutschland - davon je 470.000 bei SPD und CDU, noch 148.000 CSU, Linke, Grüne und FDP alle um die 60.000, Piraten 34.000 usw

      Diese Parteien werben um unsere Stimmen und wir geben sie ihnen - und ab geht die Post. Alles Medienrummel und Nebelkerzen.
      Geradezu Kafkaesk.
      Selbst wenn nur noch diese 1,3 Mio Parteibuchträger zur Bundestagswahl gehen würden (also 2% Wahlbeteiligung), käme noch ein voll funktionsfähiges Parlament, Regierung, Staatsapparat dabei heraus !

      Nur 2% Parteimitglieder bedeutet aber auch: massives Desinteresse unter den Deutschen sich zu engagieren und die Dinge in die Hand zu nehmen.
      Mal laut gedacht: 2 Mio frische Parteimitglieder bei XY und die alte Mannschaft wäre draußen.
      Aber sich beschweren ist natürlich einfacher.

    • Den etablierten Parteien geht doch die Aufgabe problemlos am Arsch vorbei. Die Hauptsache sind doch ihre Einkünfte aus Nebenjobs und Diäten insgesamt. Sind wir Opposition, so opponieren wir halt. Sind wir Regierung, so sehen wir zu, was machbar ist und gehorchen dem Zeitgeist. Wahlprogramme werden entsprechend geschönt aufgebaut und danach vergessen. Wenn die (produktiv arbeitende) Bevölkerung ausgesogen werden muß, wird sie halt ausgesogen.
      Genau so könnte man Frau Müller und Herrn Meier an deren Stelle setzen und es käme mindestens das Gleiche heraus.
      Unsere Politiker können es einfach nicht, auch wenn sie wollen würden! Außerdem haben sich diese Polit-Amateure in ihren Handlungen soweit verzettelt, daß das heutige Chaos darauf begründet ist und immer schmerzhafter für die Bevölkerung zu lösen ist.
      Wenn wir schon außenbestimmt verarscht werden müssen, sollten unsere Politiker den Mund gegenüber der Bevölkerung richtig aufmachen oder sich eigenverantwortlich aus ihren Pfründen zurückziehen.
      Alles andere ist ohne Rückgrat und Moral und ist letztendlich schwachsinnig.

    • ich empfehle einen Blick in Wikipedia - Stichwort "Öffentlicher Dienst":
      Anzahl Mitarbeiter in 1991 = 6,7 Mio, Anzahl in 2011 = 4,6 Mio.
      2008: 30,7 Mio abhängig Beschäftigte in Deutschland

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