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Pädophilie-Debatte Koalitionspolitiker fordern Rückzug von Spitzen-Grünen

Kurz vor der Bundestagswahl kommen die Grünen wegen früherer pädophiler Forderungen in Bedrängnis. Für die CSU ist Spitzenkandidat Trittin nicht mehr tragbar. Ein weiterer prominenter Grüner gerät nun auch unter Druck.
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Der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin: die Pädophilie-Debatte setzt ihm zu. Quelle: dpa

Der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin: die Pädophilie-Debatte setzt ihm zu.

(Foto: dpa)

Berlin In der Debatte über den Umgang mit Pädophilie-Befürwortern in den 80er-Jahren geraten führende Grünen-Politiker unter Druck. CSU-Chef Horst Seehofer forderte den Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin zum Rückzug aufgefordert. Auch der Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, wurde aus der Koalition zum Rücktritt aufgefordert. „Ich glaube nicht, dass Trittin eine führende Funktion in der deutschen Politik behalten kann“, sagte Seehofer der „Welt“.

Nach Erkenntnissen des Parteienforschers Franz Walter trug Trittin 1981 die presserechtliche Verantwortung für ein Kommunalwahlprogramm in Göttingen, das dafür warb, gewaltfreie sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht mehr zu bestrafen. „Trittin hat das nicht glaubwürdig aus der Welt schaffen können“, sagte Seehofer.

Trittin attackierte unterdessen seine Kritiker in der Union. „Wir Grüne mussten 14 Jahre im Bundestag dafür kämpfen, dass Vergewaltigungen in der Ehe endlich unter Strafe gestellt werden, 17 Jahre dafür, dass Kinder nicht geschlagen werden dürfen“, sagte Trittin dem „Hamburger Abendblatt“ vom Freitag. „Alles gegen die Union und gegen deren Politiker wie zum Beispiel Gerda Hasselfeldt und Peter Ramsauer.“ Die Grünen hätten ihre Fehler in der Pädophilie-Debatte „vor fast einem Vierteljahrhundert erkannt und korrigiert“.

Im Gegenzug warf Seehofer den Grünen vor, sie hätten lange versucht, „mit Aufarbeitungsklauseln der Sache zu entfliehen“. Der Grünen-Hinweis auf die frühere Haltung der Union zur Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe sei ein „Ablenkungsversuch“. Es sei damals um die Frage gegangen, „wie man das juristisch greifbar machen kann – nicht um Tolerierung und Akzeptanz“.

Im Zuge der Aufarbeitung pädophiler Verstrickungen der Grünen steht jetzt auch deren Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck in der Kritik. Hintergrund ist die nun gefundene Urfassung eines 1988 erschienenen pädophilie-freundlichen Buchbeitrags von Beck, über die der „Spiegel“ und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichteten. Laut „Spiegel“ sollen im Gegensatz zu Angaben Becks beide Texte nahezu identisch sein. Beck bestritt den Vorwurf der Täuschung.

In dem Buchbeitrag hatte Beck dem „Spiegel“ zufolge eine „Entkriminalisierung der Pädosexualität“ als dringend erforderlich bezeichnet. Gegen Kritik an dem Aufsatz hatte sich Beck wiederholt mit dem Argument gewehrt, der Text sei seinerzeit vom Herausgeber des Buches verfälscht worden.

CDU-Abgeordneter Steinbach schießt gegen Grünen Beck

Mit dieser Argumentation habe Beck „die Öffentlichkeit offenbar über Jahre getäuscht“, schrieb der „Spiegel“. Ein Vergleich des nun gefundenen Manuskripts mit dem später gedruckten Buchtext zeige, dass der Text durch Änderungen des Herausgebers "im Sinn" nicht verfälscht worden sei. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete, der Text sei nur an zwei Stellen verändert worden.

Beck wies den vom „Spiegel“ erhobenen Vorwurf der Täuschung „entschieden zurück“. „Das jetzt gefundene Manuskript, das mir nicht mehr vorlag und an das ich keine genaue Erinnerung mehr hatte, bestätigt meine mehrfach geäußerte Annahme, dass der Text in der Buchveröffentlichung verändert wurde“, erklärte der Grünen-Politiker.

Zugleich distanzierte sich Beck erneut von der These, es könne bei Sexualkontakten zwischen Erwachsenen und Kindern theoretisch unterschieden werden zwischen „gewaltlosen Sexualkontakten mit Zustimmung und gewaltförmigen, schädlichen Sexualkontakten“. Von dieser „falschen Grundannahme“ sei sein damaliger Text geprägt gewesen. Er bitte erneut um „Entschuldigung für die damalige Verirrung“.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach legte Beck den Rückzug nahe. Beck habe den Bundestag „auf meine Fragen hin mehrfach glatt belogen“. Als menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion habe er sich daher „disqualifiziert“, schreibt Steinbach bei Twitter. Auch die Junge Union reagierte über den Kurznachrichtendienst: „Wer die Morallatte so hoch legt wie @Volker_Beck, kann am Ende drunter herspazieren“, schreibt der CDU-Nachwuchs.

Empörung auch bei der FDP: „Jetzt ist Euer bigotter Volker Beck aber wirklich dran“, schreibt der liberale Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Otto bei Facebook. Er müsse „sofort seine Kandidatur zurückziehen und sich für seine Lüge und vor allem für seine instinktlose Forderung nach straffreiem Missbrauch von Kindern öffentlich entschuldigen“.

Rückendeckung für Beck kommt hingegen von den Berliner Grünen. „Ich verstehe die Aufregung nicht. Volker Beck hat immer gesagt, dass er sich von dem Inhalt des Beitrags distanziert“, sagte der Landesvorsitzende der Hauptstadt-Grünen, Daniel Wesener, Handelsblatt Online. Er habe sich schon mehrfach dafür entschuldigt und darauf hingewiesen, dass der Text zusätzlich vom Herausgeber verändert wurde. „Der nun von ihm selbst veröffentlichte Originaltext bestätigt lediglich seine früheren Aussagen“, sagte Wesener und fügte hinzu: „Das verdient keine Angriffe, sondern Anerkennung.“

  • dne
  • afp
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84 Kommentare zu "Pädophilie-Debatte: Koalitionspolitiker fordern Rückzug von Spitzen-Grünen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • dann werden aber die BILDERBERGER traurig sein. sie hatten 2011 auf dem treffen in Virginia den trittin als zukünftigen Finanzminister gehandelt.

  • Volle Zustimmung!
    Roter Mindestlohn für P€€R = 25ooo € pro Stunde!
    Grüne Shariapäderasten!
    Blutrote Mauermörder Erben von Stalin & Ullbricht!
    Das passt gut zusammen!

    Aber es gibt eine ALTERNATIVE zu den alternativlosen Losern!

  • die "Freiheit" kann nur rot-grün-rot lauten, Karlchen.

  • Offensichtlich haben diese Spät-68er genauso wie ihre Polit-Kollegen bei den Neoliberalen in den 70er und 80er Jahren zu viel Tagesfreizeit gehabt und sind bei der Gelegenheit auf irre Gedanken gekommen.

    Nicht anders ist es zu erklären, weshalb Schriften zur sog. "Entkriminalisierung der Pädosexualität" entworfen wurden. Das heißt also, dass ein Teil der Grünen-Partei pädophilen Neigungen nachgeht und daher eine Liberalisierung auf juristischer Ebene anstrebte? Oder wie ist das Ganze zu verstehen?

    Die Diskussion in Bezug auf die Grünen Versäumnisse einer Klarstellung in dieser Hinsicht kommt für diese selbsternannte Ökopartei natürlich zu Unzeit (blödes Wort - es gibt ja auch keine Unkosten, gell!).

    Dieser Polit-Dilletantismus kostet die Grünen geschätzte 4-5 %-Punkte.

    Herzlichen Glückwunsch!

  • Verlangen Sie etwa das ein Gutmensch und öffentlicher Ankläger wie Trittihn sein eigenes Handeln hinterfragt?Und sogar noch Kosequenzen zieht und zurücktritt?
    Niemals! Das ist doch schon 25 Jahre her!
    Und er war bei der Unterschriftsleistung eventuell bekifft?
    Und heute entschuldigt er sich mit Vergesslichkeit durch Senilität!
    Gegen mogeln bei der Doktorarbeit sind doch Schandungs-Verbrechen an Kindern Peanuts mag er denken?

  • .....................................
    DER MORALISCHE ANSPRUCH DER GRÜNEN
    .....................................
    ..
    während eine FDP-ABGEORDNETE nach aufkommen der ersten
    vorwürfe ihre kandidatur zurückzog, haben die GRÜNEN
    große probleme mit ihrer vergangenheit..
    ..
    JÜRGEN TRITTIN - VOLKER BECK sollten verantwortung über-
    nehmen und schnellstens konsequenzen ziehen..!!

  • Bei der SPD kommt nicht zuerst der Kanzlerkandidat Steinbrück, sondern der Ostdeutsche Sigmar Gabriel, der Kanzler werden wird, wenn es für die Macht nur mit der Linken reicht. Steinbrück hat bei seinem kategorischen Nein zur Linken nur für sich alleine gesprochen und nicht für seine Partei die SPD. Das sollte man bei der Bundestagswahl im Blick behalten!!!

  • Hoffe ich auch!
    Ist eigentlich bekannt das die grünen Weltverbesserer und Volksbelehrer in den letzten Jahren nicht weniger als 43 Mal den Rücktritt von Politikern und Funktionsträger gefordert haben?
    Und das schon wegen minimalster "Verfehlungen".
    Ohne Ausflüchte gelten und Gnade walten zu lassen.
    Unfehlbar haben sie nach Art der "Heiligen Inquisition" des Mittelalters und der grausamen Jacobiner ihre Opfer verfolgt und erst von ihnen
    abgelassen wenn sie es zur Strecke gebracht hatten!
    Es liegt in der Natur der Sache das die grünen Inquisitoren keine Fehler machen und sich deshalb niemals entschuldigen müssen!
    Ich stelle mir Trittihn und Genossen bei einer "peinlichen Befragung" eines Delinquenten in einen Verhörkeller des Mittelalters vor!
    Das Schicksal des bedauernswerten Opfers wäre besiegelt!

  • Die grünen Faschisten, die Gängeltruppe, kommt nun unter Beschuss. Gu so, dass der Dreck in ihren Reihen ans Licht kommt
    Und gut, wenn sie morgen völlig abschmieren
    Eine so deutschfeindliche Partei brauchen wir nicht

  • Immerhin verdanken wir es den Grünen das z.B. eine Watschn die ich meinem ungezogenem Kind aus erzieherischen Gründen verabreiche strafbar ist!
    Für Kindesmissbrauch fordern sie dagegen Straffreiheit?

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