Politischer Aschermittwoch „Wählt mich - und haut Euch noch ein Bier rein“

An Aschermittwoch fliegen in Bayerns Festzelten die Fetzen: Steinbrück rechnet mit Merkels „Kabinett der Versager“ ab, Seehofer hält deftig dagegen, Wagenknecht watscht Brüderle. Doch das letzte Wort hat die Kanzlerin.
Update: 13.02.2013 - 15:22 Uhr Kommentieren

Steinbrück: "Seehofer ist die größte lose Kanone auf dem politischen Deck"

Politisches Theater auf hohem Niveau. der Aschermittwoch bietet die versprochenen Redeschlachten. Horst Seehofer arbeitet sich an Peer Steinbrück ab, der wiederum an der Schwarz-Gelb kein gutes Haar lässt. Alle Beiträge im Liveblog zum Nachlesen:

+++ Die Alternative zu Merkels Irrflug +++

Steinbrück schiebt ganz zum Schluss doch noch eine Geschichte nach. Mit Merkel könne man wunderbar fliegen, wisse aber nie wo man landet. Mit Ude und Steinbrück dagegen wisse man immer, wohin die Reise geht.

"Herzlichen Dank für Eure Geduld", um 13:13 Uhr ist Steinbrück fertig. Das Publikum skandiert: "Yes we can".

+++ Watschen zum Abschluss +++

Steinbrück kündigt das Ende an, lässt aber noch schnell das "Kabinett der Versager" Revue passieren - und watscht vor allem die FDP-Minister ab. Rösler sei persönlich ein feiner Kerl, aber "FDP-Chef auf Abruf", Brüderle, das "neue alte Gesicht der FDP ein Büttenredner", von der Leyen die "Talkshowqueen", Westerwelle "der Dekandenzexperte" und Familienministerin Schröder habe "ein Weltbild irgendwo zwischen Helmut-Kohl-Postern und einem Barbiepuppenhaus".

Die Konkurrenz bei den Schwarzen und Gelben seien nervös, ruft Steinbrück, was "auch kein Wunder ist: wir haben zwölf Landtagswahlen hintereinander gewonnen. Wir haben vier Länder zurück geholt. Wir haben die letzten Oberbürgermeisterwahlen gewonnen. Die sind nervös - weil sie wissen: Wir können es packen".

„Die CSU ist sogar zum Umfallen zu doof“
Politischer Aschermittwoch
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Tag der Maßkrüge – mal mit Wasser, mal mit Weißbier gefüllt. Zum Prosit setzen Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der FDP-Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle an.

Politischer Aschermittwoch - FDP
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„Mao trifft Dosenpfand. Der Don Blech der deutschen Politik.“

FDP-Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle über Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin. Zum SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück sagt er:

„Wofür steht er? Man muss ihm nur ein Stichwort liefern. Geld, Kohle, Asche, Moneten: Schon ist der Steinbrück zu allem bereit! (...) Aber keine Sorge, lieber Peer: Die Wähler ersparen Dir das Armenhaus im Kanzleramt.“

Politischer Aschermittwoch - Grüne
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„Wenn sich Union und FDP für bürgerlich halten, dann ist das ungefähr so wahrhaftig wie die Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg, dem Felix Krull aus Oberfranken.“

Der Grünen-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, bei den Grünen in Landshut. Und über Rainer Brüderle (FDP) sagte er:

„Wir versuchen alle, vor allem nach Aschermittwoch, unseren inneren Schweinehund zu überwinden. Die FDP macht ihn zum Spitzenkandidaten.“

Politischer Aschermittwoch - FDP
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Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil heißt Rainer Brüderle „im Land der Dirndl und Denker“ willkommen.

Sarah Wagenknecht
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„Ich hatte wirklich vor, mich heute in ein Dirndl zu zwängen. Dann aber hat mich der Mut verlassen. Ich habe nämlich gehört, Rainer Brüderle soll heute hier in der Nähe sein.“

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, beim Politischen Aschermittwoch ihrer Partei in Tiefenbach bei Passau.

Politischer Aschermittwoch - CSU
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„Sein Lebensmotto ist offensichtlich: Jedem das Seine und mir das Meiste.“

CSU-Chef Horst Seehofer über den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück – und zur Klage Bayerns gegen den Länderfinanzausgleich:

„Wir werden die Klage der Vollversammlung des Landtages vorlegen. Dann schauen wir mal, wer bayerischer Patriot ist, wer für bayerische Interessen ist.“

Politischer Aschermittwoch - SPD
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„Bei den Studiengebühren ist die CSU sogar zum Umfallen zu doof.“

Der SPD-Spitzenkandidat für die bayerische Landtagswahl, Christian Ude, zum bayerischen Koalitionsstreit über die Abschaffung der Studiengebühren.

+++ „Europa nicht den Rechenschiebern überlassen +++

Steinbrück hält ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa, das man nicht "den Rechenschiebern" überlassen dürfe. Die Bewältigung der Euro-Krise sei mehr als Finanzpolitik, sie sei Friedenpolitik: "Europa ist Sozialstaatlichkeit, Rechtssichertheit, Aufklärung. Europa ist fantastisch".

+++ Gute Gründe für höhere Besteuerung der Vermögenden +++

Steinbrück greift an: "Wir lassen uns nicht von der konservativen Presse zur Partei der Steuer-Erhöher erklären. Aber es gibt viele gute Gründe, warum wir die Gutverdiener stärker zur Finanzierung des Staates heranziehen müssen."

+++ CSU: „Niemand kann uns aufhalten“ +++

Nach der Mütterrente fordert Seehofer auch mit Vehemenz eine Pkw-Maut für Deutschland: „Wir zahlen auf fast allen Autobahnen Europas. Deshalb ist es höchste Zeit, dass auch andere bezahlen, wenn sie unsere deutschen Autobahnen benutzen.“ Die Erlöse aus der Pkw-Maut dürften ausschließlich in Straßen und Schienen gesteckt werden.

Zum Schluss seiner Rede wechselt Seehofer in den Pathos-Modus und ruft den CSU-Mitgliedern im Saal zu: „Niemand kann uns aufhalten, wenn wir uns etwas zutrauen. Gott mit Dir, Du Land der Bayern!“

+++ Seehofer lobt Obamas Vorstoß +++

In seiner Rede an die Nation hat US-Präsident Barack Obama ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa angeregt. „Für eine solche Freihandelsunion lohnt es sich zu kämpfen“, sagt auch Seehofer. „Darum soll sich die EU bemühen.“ Und sich nicht in Themen einmischen, die sie nichts angehen. Stichwort: kommunale Trinkwasserversorgung.

+++ Der Hanseat kommt zur Bankenregulierung +++

Steinbrücks Tonfall lässt immer stärker den Hamburger herausklingen, das „st“ wird immer spitzer. Der SPD-Kandidat erläutert erneut sein Konzept, die Banken an die Kette zu legen. Die Sparer dürften nicht ihr hart verdientes Geld verlieren, "wenn skrupellose Banker das Geld verzocken".

+++ „SPD und Bayern passen nicht zusammen“ +++

Horst Seehofer kämpft mit der Stimme, er scheint erkältet, doch beim Länderfinanzausgleich wird er trotzdem laut: „Dass Leben soll Leistung bezahlen und keine Ausreden“, sagt er. „Deshalb werden wir über die Klage im Landtag namentlich abstimmen lassen und dann werden wir sehen, wer ein Bayerischer Patriot ist. Bayern und SPD passen nicht zusammen.“

In Berlin will er dagegen um die Mütterrente kämpfen: „Wir werden das durchdrücken, das ist eine Frage der Gerechtigkeit.“

„Dschakeline, mach dem Mäh mal ei.“
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