Serie „Wir sind die Neuen“ Ein Name, der Fluch und Segen ist

Michelle Müntefering ist die Frau von SPD-Legende Franz Müntefering und seit langem Kommunalpolitikerin. In 100 Tagen will sie in den Bundestag. Ihr Name kann ihr dabei helfen, sie aber auch hemmen. Teil drei der Serie.
37 Kommentare
Michelle Müntefering sitzt für die SPD im Bundestag.

Michelle Müntefering sitzt für die SPD im Bundestag.

HerneDer Obdachlose vor dem Bahnhof in Herne will von ihr nur einen Euro haben. Doch er hat die Rechnung ohne Michelle Müntefering gemacht. Sie bombardiert ihn mit Fragen, während sie nach ihrem Portemonnaie kramt: „Wer bist du? Wo kommst du her?“ Neugierig ist die Herner SPD-Kommunalpolitikerin, man könnte auch sagen: Sie will etwas über den Menschen wissen. Natürlich ist das ihr Job. Denn für Müntefering hat der Wahlkampf begonnen. Im September will sie als SPD-Abgeordnete den Sprung in den Bundestag schaffen.

Dass sie so viel wissen will, könnte auch an der Anwesenheit der Journalisten liegen. Doch es ist wohl mehr als pure Neugierde oder der Job, weshalb Müntefering Fragen um Frage stellt. Bei jeder Gelegenheit an diesem Tag in Herne versucht sie, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Egal ob Handwerker oder Chef beim Besuch des Unternehmens Reckli und Herne: Sie redet, sie fragt, sie reißt Witze. Es ist einfach ihre Art: offen und gerade heraus. „So ist man eben im Ruhrpott“, sagt sie. „Die Menschen sind hier sehr direkt. Man versteht sich. Das mag ich und ich hoffe, dass ich auch so bin.“

Michelle Müntefering ist 33; die meisten kennen sie wohl weniger als Politikerin, denn als Frau des 40 Jahre älteren SPD-Urgesteins Franz Müntefering. Geheiratet haben die zwei 2009. Seitdem werde sie immer wieder auf diese Ehe angesprochen, sagt sie, vor allem von Journalisten.

Ob ihr Name Fluch oder Segen ist? „Von beidem etwas“, sagt sie. „Manche unterstellen, dass ich „nur“ die Frau eines Politikers bin“, sagt sie. „Dabei wird aber vergessen, dass ich schon sehr lange eigenständig Politik in der Kommune mache, seit 2002 in verantwortlicher Funktion“. Andererseits bringe ihr der prominenten Name auch positive Aufmerksamkeit und das sei ganz klar ein Vorteil.

Es ist ihre Heimatstadt – oder besser gesagt: ihre Heimatregion – die sie umtreibt. „Das Ruhrgebiet ist eine starke Region, dir zusammenhält. Manchmal ist es wie in einem großen Dorf“, sagt Müntefering. Und sie hat Recht. Denn Herne mit seinen rund 158.000 Einwohnern ist vom Norden nach Süden nur rund sechs Kilometer lang und von Osten nach Westen nur zwölf Kilometer breit. Da stößt man schnell an Grenzen. Wer hier fremd ist, merkt gar nicht, dass er plötzlich nicht mehr in Herne steht, sondern zum Beispiel in Wanne-Eickel.

Das bedeutet: Fläche ist in Herne knapp. Eng verbunden damit ist das Problem der Bebauung, des Verkehrs und des Lärms. Alles passiert hier auf engstem Raum. Gleichzeitig ist es der Strukturwandel, der nicht nur Herne, sondern der gesamten Region zu schaffen macht. Die Arbeitslosigkeit, die damit verbunden ist. Und die leeren Kassen der Kommunen.

„Wir schaffen das nicht allein“ sagt Müntefering. Sie nennt als Beispiel die EU-geförderten Projekte: „Wie sollen strukturschwache Städte bei schlechter Finanzlage noch Eigenanteile für Stadtentwicklung aufbringen, um die Förderung überhaupt zu bekommen?“, fragt sie. Das sei eine Milchmädchenrechnung. Auch ein Grund, weshalb sie nach Berlin will. Weil - auch - Herne Hilfe vom Bund braucht.

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37 Kommentare zu "Serie „Wir sind die Neuen“: Ein Name, der Fluch und Segen ist"

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  • Mit Vergnügen habe ich alle diese negativen Kommentare
    gelesen, denen ich nur beipflichten kann. Leider sind
    diese Kommentare nicht mehr zu toppen. Zu spät. Wenn ich
    morgens und abends durch Herne 2 zur Arbeit fahre und die
    Plakate mit dem Porträt von Frau M. sehe, bin ich mir zu
    100 % sicher, dass ich diesmal nicht die SPD wähle. Danke für die Wahlentscheidungshilfe.
    1951, aber nicht hopser.

  • das kann mir doch niemand weiß machen, das diese frau aus liebe diesen alten mann geheiratet hat. geld macht eben sexy, anders kann es nicht sein und die hoffnung, dass man so einen alten tatter sicherlich überlebt und seine gesichterte rente abkassiert, steht wohl bei solchen frauen im vordergrund. aber das sie jetzt noch als erbe in den bundestag will, obwohl sie nix in der birne hat, ekelhaft, pfuiteufel. deutschland, eu, banken und euro, ein einziger filz, ich könnte kotz... da lob ich mir die afd, unbekannte ökonome, die aus herzblut und vaterlandsliebe dieser bundestagsbrut den garaus machen wollen.

  • Die politische Überzeugung von Münte (O-ton) ist doch schließlich:

    "Ich finde es unfair, das Handeln der Politiker daran zu bemessen,
    was sie vor der Wahl versprochen haben."

    Und sowas soll man sich antun?
    Gibt es da keine Alternativen?

  • Korruption hat viele Gesichter. Hier eines mit schleiflackierten Zähnen durch Unterstützung einer Heuschrecke. Warum das alles so sein muß? Na ja, dem Michel gefallen Frauen, die lächeln. Ob er je ergründen kann, warum Michelle so umwerfend lächeln kann. Fast erraten, denn zuerst muß sie die Prämie nicht zahlen, darob die Apernage kassieren und wenn es gut kommt, den Aufschlag für die Ehejahre neutralisierend entgegennehmen.

    Geht nicht, gibts nicht. Geht doch, im Land der Klingeltöne wird bei der Erkennung von mehr als drei richtigen der Jackpot geleert. Das Füllhorn, dort wo Bildung seine liebe Not hat, macht Furore bei allen, die höhere Weihen anstreben.

    Denn was zählt heute ein Handwerker, dafür haben wir doch schließlich Computer, solche mit Superhirnen. Leider sind die Hände noch nicht so beweglich, weil der Strom immer noch aus der Steckdose oder durch eine Batterie gespeist und ins Hirn muß, dann erst weitergeleitet werden kann.

  • Hat die Frau schon mal jemand reden gehört?? Dumm wie Brot. Aber solche Rentenhochzeiten unserer Granden gibt es noch mehr. Selbst Herbert Wehner hat seine Steiftochter geheiratet, damit sie in den Genuss seiner Rente kommt. Von dem Püppchen, neben der Mumie die sich noch bewegt, (Helmut Kohl) ganz zu schweigen.

  • Frau Michelle Müntefering...
    Möchte in die Politik...
    Die Frau von Herrn Müntefering...

    Die Frau von Ex-Bundeskanzler Schröder sitzt schon im Aufsichtsrat von Karstadt...
    Sie möchte auch in die Politik...

    Die Sozen machen es wie die Amigos in Bayern

    Das nennt man "Vetternwirtschaft", etc...

    Deutschland schafft sich ab!

    Widerliche BRD!!!!!!!!!!!

  • der-kleine-prinz:
    Vorbilder sind sie eben nicht. Es sind Abzocker und Verräter, aber sie beißen auch ins Gras!

  • Josef:
    Und da gebe ich Ihnen absolut recht. Warum wohl haften Politiker nicht für ihre Fehler? Warum wohl hat man das Antikorruptionsgesetz der UN nicht umgesetzt? Dazu gehört z.B. auch Nord-Korea. Und warum zählen Homo-Ehen heute wie normale Ehen mit Kindern? Und wer spricht schon vonden grünen Pädophilen? Deutschland ist verkommen, und das "C" in den Parteien müsste verboten werden. Wann werden die Wähler endlich wach? Soll unser Land untergehen? Oder warten wir wieder auf einen starken Mann, der alles zerstört?

  • Kohl mit jüngerer Frau
    Müntefering mit jüngerer Frau
    Lafontaine mit jüngerer Frau
    Schröder mit jüngerer Frau
    Gauck mit einer Geliebten
    und so weiter.
    Das ist die sog. Politelite
    Es kann mir keiner sagen, dass diese Frauen aus Liebe sich
    diesen Datterkreisen an den Hals werfen.Diese sind berech-
    nent und Eiskalt wenn es um Macht und Geld geht. Da kann man
    sehen von welchen Abschaum Deutschland regiert wird.

  • HB:"Der Obdachlose vor dem Bahnhof in Herne will von ihr nur einen Euro haben."

    Naja, der 1 EURO wird wohl vom Franz kommen aber hätte sie den Franz auch geheiratet, wenn er um 1 EURO hätte betteln müssen ?

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