SPD-Wahlkampf Steinbrück verwarnt Gabriel

Drei Monate vor der Bundestagswahl liegen bei der SPD die Nerven blank: Spitzenkandidat Peer Steinbrück fordert von Parteichef Sigmar Gabriel die volle Loyalität ein - woran es seiner Meinung nach zuletzt mangelte.
Update: 16.06.2013 - 13:59 Uhr 26 Kommentare
Kein Herz und eine Seele? Parteichef Sigmar Gabriel (r.) hatte Steinbrück bei der Kanzlerkandidatur den Vortritt gelassen, fährt ihn aber immer mal wieder in die Parade. Quelle: dpa

Kein Herz und eine Seele? Parteichef Sigmar Gabriel (r.) hatte Steinbrück bei der Kanzlerkandidatur den Vortritt gelassen, fährt ihn aber immer mal wieder in die Parade.

(Foto: dpa)

BerlinZwischen SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und seinem Parteichef Sigmar Gabriel knirscht es drei Monate vor der Bundestagswahl. Unmittelbar vor dem Parteikonvent am Sonntag rief Steinbrück seine Partei zur Bündelung aller Kräfte auf und forderte dabei ganz ausdrücklich auch die Unterstützung von Gabriel ein. "Ich erwarte deshalb, dass sich alle - auch der Parteivorsitzende - in den nächsten 100 Tagen konstruktiv und loyal hinter den Spitzenkandidaten und die Kampagne stellen", sagte er dem "Spiegel".

Dabei nahm Steinbrück Bezug auf eine Auseinandersetzung in der SPD-Fraktion Bezug und erklärte: "Situationen wie am vergangenen Dienstag dürfen sich nicht wiederholen". Nach Angaben aus SPD-Fraktionskreisen war es am Dienstag an zwei Punkten zu Diskussionen gekommen, die Steinbrück offenbar als Schwächung seiner Position interpretierte.

So habe Gabriel "mit einer vielleicht etwas unglücklichen Wortwahl" eine Debatte über die SPD-Wahlkampführung angezettelt und dabei fehlenden Angriffsgeist gegen den politischen Gegner kritisiert, berichtete ein Teilnehmer. Ausdrücklich auf Steinbrück habe er das aber nicht bezogen. Laut "Spiegel" sagte Gabriel: "So Leute, jetzt reden wir mal über den Wahlkampf, wir sind noch nicht im Wahlkampfmodus."

Unstimmigkeiten habe es auch bei der Diskussion über die geplante europäische Bankenunion gegeben. Auch hier habe es Stimmen gegeben, die Steinbrücks Linie in Hinblick auf Bedingungen für direkte Bankenhilfen des ESM nicht hätten folgen wollen. Dabei habe Gabriel dem Spitzenkandidaten nicht ausdrücklich den Rücken gestärkt.

Gabriel will von einem Zerwürfnis jedoch nichts wissn. Die politische Ehe zwischen den beiden sei „ziemlich lebendig, meistens fröhlich“, sagte Gabriel am Sonntag zum Auftakt eines Parteikonvents in Berlin. „Es gibt zwischen uns keine Streitereien“, versicherte er den 200 Delegierten.

Gelegentlich gebe es im Wahlkampf schon mal Spannungen und Reibungen. „Reibung erzeugt Wärme“, sagte Gabriel. Mit Blick auf eine Aussage Steinbrücks im „Spiegel“, Gabriel müsse loyal zu ihm stehen, sagte Gabriel: „Wenn der Kanzlerkandidat mal meint, er müsse den Parteivorsitzenden in den Senkel stellen müssen, dann darfst Du das auch“, sagte er an die Adresse Steinbrücks.

Sein Heimatverband steht auf jeden Fall geschlossen hinter Gabriel: Auf dem Landesparteitag in Walsrode im Harz hatten am Samstag 98,2 Prozent der Delegierten für Gabriel als Spitzenkandidaten der niedersächsischen Sozialdemokraten für die Bundestagswahl gestimmt.

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26 Kommentare zu "SPD-Wahlkampf: Steinbrück verwarnt Gabriel"

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  • ... schmeisst sie alle raus.
    neue politiker braucht das land.
    spd zerhackt sich selbst, hat aber sowieso keine ideen.
    merkel macht wie immer nichts sondern wartet ab und wird damit erfolg haben.
    die letzten glaubwürdigen (grüne) bewegen sich auch von ihrem fachgebiet weg und wollen nun steuern erhöhen. danke sehr, auch gestorben.
    fdp hatte ein riesen (protest-) geschenk 2009, was haben sie draus gemacht? nichts (steuern für hotels gesenkt haha).
    die anderen würstchenbuden piraten, linke, afd leben alle weltfremd auf anderen planeten und haben nur 1-2 mini kompetenzen.
    wen von diesen pennern soll man also wählen?
    am besten keinen.
    schade nur dass diese a-geigen über unsere steuern und bildungssysteme bestimmen.

  • Oh haben wir da eine zweite ära. Die Zurzeiten Schröders und lafontaine existierte. Dort wurde auch nach aussen vorgegeben,es gäbe kein streit aber nach innen existierte ein harter Konkurenzkampf.

  • Wer erkennt nicht den Wolf im Schafspelz?

    http://www.rundschau-online.de/politik/steinbrueck-stoesst-auf-widerspruch,15184890,15781274.html

    2006 wollte Steinbrück das Kindergeld kürzen, um die Kinderbetreuungskosten gegenzufinanzieren.

    Der Mann ist nicht "kanzlerfähig"!

  • ludwig500:
    die Verhalten sich wie die Diktaturen in China, Nordkorea etc. Und sie beklatschen sich. Wer eine faule Währung stützt und eine nicht legitimierte EU will, muss scheitern!

  • Sozialverräterschaft und die bedingungslose Akzeptanz des Euro- und EU-Murkses werden Rot-Grün das Genick brechen. Den Rest erledigen dann die Steuererhöhungen und Sozialabgabenerhöhungen. Was will der deutsche Normalbürger mit diesem versagendem Verein ohne bürgernahe Ideen? Jede Stimme wäre zum Herrn. Darum der Versuch mit der unverbrauchten AfD!

  • Wie mir die Altparteien zum Halse raushängen...

    Innerparteiliche Diskussion unerwünscht, stattdessen soll gefälligst auch der grösste Mist kollektiv beklatscht und abgewunken werden.

    Und das nennt sich Volkspartei. Einfach nur noch lächerlich.

  • Mit Kretschmann demonstrieren Grüne btw ihren Auftritt im politischen Gemeinwesen: Das Amt formt den Aspiranten und nicht umgekehrt.
    Fischer hatte es vorgemacht und die Grünen gleten inzwischen als "politikfähig" - allerdings erst nach einem amtlichen Einsatz der Bundeswehr: heißt: ich kann zwar nix habe aber Befehlsgewalt über die bewaffneten Einsatzkräfte.

    Was unterscheidet solche Leute eigentlich von Leuten wie Kaiser Bokassa?

  • Und die Klugen der SPD auch nimmer, eh eine in der SPD eher belächelte Komponente des Gesamtauftritts.

    Nun ja: die FDP generiert derzeit den befreiten Kapitalismus.

    Die CDU schmaucht weiter vor sich hin.

    Die Grünen lernen die Welt noch kennen und die Afd will von der Welt nix mehr wissen.

    Und die Linke bleibt zuverlässig in sich selbst verstritten außer in der Einigkeit, dass sie im pösen Kapitalismus lebt.

    Das ist Bundestagswahl 2013: förmlich der Garant dafür dass keine Probleme gelöst werden sondern lediglich weiterverschleppt.
    Die Rechte wirbt dafür sie lösen zu können, notfalls mit Ausländerhass.
    Sollte man wählen?
    Was?
    Sowas?

    Inzwischen ahnt man wieder warum es Kriege gibt: um abzulenken und nicht um Probleme zu lösen.

    Muß man auch noch Leute wählen, die Krieg aus Langeweile führen, weil sie gewohnt wirken Nix zu können?

    Warum eigentlich?

  • Korrekt, stehen auf einer Stufe mit den Grünen !!

  • Gabriel...eines der armseligsten Irrlichter in der Politik, hat schon in Hannover nichts getaugt, auf Bundesebene ert recht nicht!
    Steinbrück muß Dinge sagen, zu denen er nicht steht, nur um irgendlwelchen Parteiströmungen gerecht zu werden. Insofern ist er zurecht geformt.
    Kretschmann von den Grünen hatte m al vor Kurzem seine ehrliche Meinung gesagt und wurde sofort zurchtgewiesen und quasi zur egenddastellung "überredet".

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