TV-Duell Erstmals auf Augenhöhe

Unentschieden, so endete das TV-Duell: Kanzlerin Merkel patzt bei Pkw-Maut und NSA-Skandal, Herausforderer Steinbrück beim Thema Rente. Zum Ergebnis gibt es zwei Lesarten.
Update: 02.09.2013 - 11:08 Uhr 121 Kommentare

Reaktionen auf TV-Duell: „Plattitüden, keine Aussagen, langweilig“

BerlinEigentlich war’s das mit der Bundestagswahl: Angela Merkel gewinnt, Peer Steinbrück verliert. Am Tag nach dem TV-Duell lässt sich kein anderes Fazit ziehen – vorausgesetzt die Politik-Berater, Spin-Doktoren und Politologen behalten recht, die sich in den Tagen vor dem 90-minütigen Schlagabtausch zu Wort gemeldet haben. Denn da waren unter den Experten folgende Sätze Konsens: „Ein Unentschieden reicht Peer Steinbrück nicht.“ Und: „Eine Wahlkampfwende ist nur noch möglich, wenn Angela Merkel mehrere große Fehler macht.“

Nach dem TV-Duell, das laut Branchendienst Meedia 17,64 Millionen Zuschauer (29,1 Prozent Marktanteil) sahen, lässt sich so viel sagen: Die Bundeskanzlerin hat keine großen Fehler gemacht. Und: Die Zuschauerbefragungen nach der Sendung kommen zu einem mehr oder weniger ausgeglichenen Ergebnis. Bei einer von der ARD in Auftrag gegebenen Umfrage von Infratest dimap sehen 49 Prozent Steinbrück und 44 Prozent Merkel als Sieger.

Das Ergebnis lässt sich aber auch so lesen: Kanzlerin und Herausforderer begegnen sich erstmals auf Augenhöhe. Das hat es in den vergangenen Wochen nämlich nie gegeben. Angela Merkels Sympathiewerte liegen sowieso doppelt so hoch wie die des SPD-Kanzlerkandidaten. Inhaltliche Auseinandersetzungen? Fehlanzeige. Bewusst hat sie gemeinsame Auftritte gemieden und es vermieden, den Wahlkampf unnötig anzuheizen, indem sie auf die Attacken des Peer Steinbrück direkt antwortete. So verpufften dessen Vorstöße.

Beim Duell jedoch muss Merkel ihren Herausforderer nicht nur beim Namen nennen, sondern sich auch auf Themen einlassen, die sie lieber ausgespart hätte. Dabei offenbart sie Schwächen: Beim Thema Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen wird sie zum Opfer der CSU, die das Abkassieren von Autofahrern aus dem Ausland zum Wahlkampfschlager gemacht hat. Nicht gerade zu Merkels Freude. Dem Unionsfriede zuliebe lenkt sie im Duell zunächst ab und verschiebt das Thema in mögliche Koalitionsverhandlungen. Es dauert, bis sie sich schließlich doch zu dem Satz durchringt: „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben.“ 

Steinbrück hört auf seine Frau
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121 Kommentare zu "TV-Duell: Erstmals auf Augenhöhe"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Da hat der Steinbrück mal Mut bewiesen, den Unterschied zwischen Pensionen und BfA-Renten anzugehen, seit den 50er Jahren ein Skandal: Die Beamten verdienen ihre Pensionen ohne Eigenbeiträge, in früheren Jahren sogar noch ohne Anrechnung eines fiktiven Arbeitgeberanteils, der Angestellte muß heute nach einer Studie von Deutsche Bank Research 30% seines Einkommens aufwenden, um eine Rente in Höhe etwa seines letzten Nettoeinkommens zu erzielen. Und das tatsächliche Ergebnis heute: 800.- Euro durchschnittliche Rente und 2.600.- Euro durchschnittliche Pension im Monat, unglaublich, nicht wahr?
    Die BfA-Renten sind von 2001 bis 2011 um 7% gestiegen, die Pensionen nach Angabe des Beamtenbundes in der gleichen Zeit um 28%. Von den rd. 5,0 Bio. Euro interner Schulden (Uni Freiburg und Uni Bochum), die dieser Finanzminister hier mit Verachtung straft, gehen 1,0 Bio. Euro zu Lasten zukünftiger Beamtenpensionen: Schäuble, soweit er überhaupt noch drankommt, wird ein Euthanasieprogramm für Beamte starten müssen, um diese Schulden überhaupt in den Griff zu bekommen. Steinbrück ist hier absolut zu folgen, Mütterchen Alternativlos von der Berliner Museumsinsel tappt da wieder mal im Dunkel, oder es ist ihr völlig wurst, wie so vieles.
    (...)
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Nach dem TV-Duell fragt man sich schon, warum Merkel soviel beliebter ist als Steinbrück. Mit dem gestrigen Auftritt kann ich ihn mir sehr gut als Bundeskanzler vorstellen.

    Steinbrück hat einen Punktesieg errungen aber es wird für eine Rot-Grüne Koalition nicht reichen …. eigentlich schade, dass diese Alternative (noch) nicht genug Wählerstimmen bekommt.

  • @HorstG

    Sie haben die einzigen wahren Kommentare hier verfasst!! Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen. Ausser noch, dass DAS GELDSYSTEM EINSCHLIESSLICH DER MACHT DIENT!!

  • @Billyjo

    Sie sind wohl im falschen Jahrhundert geboren, was?! In der DDR gabs sehr wohl tolle Wohnungen. Mit 30 grad im winter, wenn man will und fliessend Wasser aus der Wand!

    Sie schreiben hier einen Nonsens ohne gleichen!

  • Aus dem Weltartikel:

    Kapitalstock als entscheidende Größe


    In dieser Rechnung liegt Deutschland mit einem Kapitalstock von über 140.000 Euro pro Bürger hinter den Niederlanden auf Platz zwei, während die Südländer allesamt auf den letzten Plätzen rangieren.

    Griechenlands Kapitalstock beträgt etwa nur 40.000 Euro pro Einwohner. "In Wahrheit ist Deutschland deutlich reicher als die Südländer", schreibt de Grauwe. "Es wäre deshalb eine Fehlinterpretation aus der EZB-Studie zu schlussfolgern, Deutschland solle die anderen Länder nicht unterstützen."

  • Steinbrück ist Merkel intellektuell haushoch überlegen. Er hat mehr Detailwissen, seine Aussagen sind präzise. Merkel redet nur Blabla. Manche finden Steinbrück arrogant. Mir ist ein selbstbewusster Bundeskanzler lieber als ein Weichling. Vor mir aus kann er arrogant sein, solange er das Land voranbringt.

  • Frau Merkel hätte die Große Koalition 2009
    gerne weitergeführt; mit Herrn Steinbrück konnte
    sie prima und er mit ihr.

    Gestern lebte die alte Zuneigung und Achtung
    zumindest phasenweise wieder auf.
    Eine harte Auseinandersetzung sieht jedenfalls
    anders aus.
    Sie tat ihm nicht weh und er ihr nicht.
    Ein Fight auf Biegen und Brechen war aber
    auch nicht zu erwarten.
    Vorbeugende Schonung für den Fall der Fälle
    hieß das Gebot der Stunde.

  • U. a. Reisen bildet, aber leider können Sie sich das mit 1800 € brutto nicht leisten. Das tut mir Leid für Sie. Was natürlich die Schuld der ausbeutenden Unternehmer ist, selbstverständlich. "Wem du die Schuldst gibst, gibst du die Macht." Wissen Sie warum andere über Sie Macht haben und Ihnen nur 1800 € zahlen? Genau deshalb, weil Sie sich nicht an die eigene Nase fassen und dafür sorgen, dass Sie mehr verdienen. Würden Sie mehr reisen u. mehr Kontakt zu Italienern, Spaniern, Griechen haben, dann würden Sie ganz anders denken. Aber leider kommen Sie scheinbar nicht in der Welt herum. PS: Glaube keiner Statistik, es sei denn du hast sie selbst gefälscht.
    Sie widersprechen sich außerdem erneut. Die Nachfrage ist doch da, wie sie sagten! Ich frage mich also erneut wo bleiben die Arbeitsplätze, als Folgerung aus der von Ihnen beschriebenen Nachfrage?? Es ging auch nicht um Produktionsstimuli. Es ging um die Entstehung von Angebot u. Nachfrage. Ich empfehle Ihnen erneut meinen Post zum Thema Mikroökonmie

  • Wer hat diese 90-Minuten-Seifenoper geschrieben? Und wer hat diese erbärmlichen Darsteller gecastet? TV in Deutschland ist schon sch(m)erzbefreit bis zur Grenze des möglichen. Aber wenn sich ein ein halbstarker Weichspüler gegen eine weichgespülte Marionette im Stile der Augsburger Puppenkiste mit ungefüllten Wattebällchenargumenten und grimmigen sowie ungrimmigen Grimassen bewerfen, wird einem bei der Problemlage in diesem Lande (spei)übel und man fühlt sich veralbert, als Wähler, als TV-Allchannel-Zwangsbeglückter, von zwei possierlichen Wesen, die den Eindruck vermitteln, man habe ihnen die Freilassung aus der Käfighaltung versprochen für nach dem 22. September. Und sie können nur raten, wie sie es dann sein wird. Entsetzlich unterirdisch soviel Bedeutungslosigkeit und die bleibende Erkenntnis auf jeden Fall eine Fehlbesetzung zu bekommen, wie gehabt.

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