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Umfrage zur Wahl Beamte wünschen sich Grün-Rot

In einer Beamtenrepublik hätte Schwarz-Gelb keine Chance. Zwar geben die meisten öffentlich Beschäftigten der Union ihre Stimme, auf eine Mehrheit kommt aber Grün-Rot. Die Kritik an Gehaltskürzungen trifft alle Parteien.
27.08.2013 - 11:52 Uhr 34 Kommentare
In den Ländern gab es immer wieder Proteste gegen die jeweiligen Landesregierungen, die an den Beamten-Gehältern sparen wollen. Quelle: dpa

In den Ländern gab es immer wieder Proteste gegen die jeweiligen Landesregierungen, die an den Beamten-Gehältern sparen wollen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In Düsseldorf hat Rot-Grün die Beamten aufgescheucht – und auf die Straße getrieben. Richter zogen in Roben vor den Landtag von Nordrhein-Westfalen und demonstrierten gegen die Nullrunden, die die Landesregierung für die Beamten ab der Besoldungsgruppe A13 für zwei Jahre festgelegt hat. Bundesweit ist die Wut auf SPD und Grüne unter den Beamten aber weniger verbreitet: Immerhin 32 Prozent der im öffentlichen Dienst Beschäftigten würden nach der Bundestagswahl gerne eine rot-grüne Koalition sehen. Schwarz-Gelb kommt unter den Beamten nur auf 15 Prozent, eine große Koalition wünschen sich 23 Prozent.

Das ist das Ergebnis einer Bürgerbefragung, die der Deutsche Beamtenbund (DBB) beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegeben hat. „Die Wahlabsichten der Kolleginnen und Kollegen dürften manchen überraschen“, sagte der DBB-Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt am Dienstag. „Wer hätte gedacht, dass Beamte so grün sind?“

Denn die Grünen genießen unter den öffentlich Beschäftigten große Sympathien: Sie erhielten 24 Prozent der Stimmen der Beamten und Tarifbeschäftigten, die SPD kommt auf 22 Prozent. Am stärksten schnitt mit 36 Prozent die Union aus CDU und CSU ab. Die Linke liegt in der Umfrage bei sechs Prozent, die FDP kommt auf gerade einmal drei Prozent.

„Aber die Politik muss sich von den Menschen im öffentlichen Dienst auch harte Kritik gefallen lassen“, sagte Dauerstädt. So seien sie mehrheitlich der Meinung, dass sich keine Partei ausreichend für eine weiterhin positive Entwicklung des öffentlichen Dienstes einsetze – das meinen bei den Beamten 48, im Tarifbereich sogar 52 Prozent der Befragten. Schlechte Noten verteilten die Befragten auch bei der Frage nach dem Einsatz für eine gute und gerechte Bezahlung im öffentlichen Dienst. 50 Prozent der Beamten und 56 Prozent der Tarifbeschäftigten haben bei diesem Punkt keine großen Erwartungen an die Politik.

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    „Statt den öffentlichen Dienst als Sündenbock für eigene Untätigkeit vorzuschieben, sollte die Politik endlich handeln: Wer trotz demografischen Wandels, Nachwuchs- und Fachkräftemangels auch in Zukunft einen gut aufgestellten, konkurrenzfähigen und verlässlichen öffentlichen Dienst will, muss für verbesserte Rahmenbedingungen sorgen“, sagte Dauderstädt.

    Zuletzt ließ sich bei der Übertragung des Tarifabschlusses für die Länderangestellten auf die Beamten beobachten, wie sich die Länder je nach Kassenlage gezwungen sahen, Tariferhöhungen auszusetzen oder nur teilweise zu übernehmen. Die Farben der jeweiligen Landesregierungen spielten dabei keine große Rolle. So übernahmen beispielsweise die Länder Bayern (CSU und FDP) und Hamburg (SPD) die Tariferhöhung eins zu eins. Das heißt, die Beamten in diesen Ländern erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2013 2,65 Prozent mehr Gehalt, zum 1. Januar 2014 gibt es weitere 2,95 Prozent mehr.

    Rheinland-Pfalz (SPD und Grüne) erhöht die Beamtenbezüge bis 2016 dagegen pro Jahr jeweils nur um ein Prozent. Wieder andere Länder wie Baden-Württemberg, Bremen und Nordrhein-Westfalen setzen auf das Modell Staffelung. So übernimmt NRW den Tarifabschluss für die Besoldungsgruppen bis A10 komplett. Für die Gruppen A11 und A12 gibt es jeweils nur ein Prozent ab Januar 2013 und Januar 2014. Nullrunden stehen für die Beamten der Gruppen A13 und höher an. Grund für das Durcheinander: Seit der Föderalismusreform 2006 entscheiden die Bundesländer wieder selbstständig über die Beamtenbesoldung.

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    34 Kommentare zu "Umfrage zur Wahl: Beamte wünschen sich Grün-Rot"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das manche Beamtenposten überflüssig und zu streichen sind ist unbestreitbar. Jedoch ist die Forderung nach der Abschaffung des Beamtentums unsinnig. Viele vergessen in welchen Bereichen Beamte tätig sind. Wollen sie etwa ohne PolizeiBEAMTE für die Sicherheit garantieren? Viel Glück! Soll ein Hobbyrichter, oder besser der Verbrecher selbst, entscheiden welche Strafe jemand bekommt?
      Ich sag nicht, dass man das Beamtentum nicht optimieren und den Personalkörper schmälern könnte. Auf die richtige Weiße ist dies sicher sehr sinnvoll.
      Aber komplett darauf verzichten wäre fatal. Wenn sie dies wirklich möchten... Willkommen in der Anarchie

    • Grober Unfug! Bundesweit wurden nur 803 Beamte und 1198 Tarifbeschäftigte befragt. Wie viele davon aus NRW oder Bremen oder BW kommen und A11 aufwärts besoldet werden, also zu denen zählen, die gerade böse verarscht wurden, ist unklar. Fragte man diese, das Ergebnis sähe ganz anders aus...

    • Grober Unfug! Bundesweit wurden nur 803 Beamte und 1198 Tarifbeschäftigte befragt. Wie viele davon aus NRW oder Bremen oder BW kommen und A11 aufwärts besoldet werden, ist unklar. Fragte man die Betroffenen, das Ergebnis sähe ganz anders aus...

    • Wen wundert das? Beamte werden diejenigen, die sich nicht im Wettbewerb messen möchten. Da nimmt es nicht wunder, dass die Mehrheit eher links ist.
      Auch können diese so ihre 68er-IDeen weiter verfolgen, für die es in der freien Wirtschaft keinen Platz gibt, da schädlich für Arbeitsplätze und Unternehmen. Also nistet man sich beim Staat ein.

    • Im Artikel wurden 91% den etablierten Parteien zugeordnet. Mich würde brennend interessieren, was die anderen 9% wählen. NPD und Kommunisten würde ich bei den Staatstragenden ausschließen, für die Priaten sind Beamte nicht chotisch genug. Also etwas Alternative für Deutschland?

    • So ein dummes Gequatsche - Beamte zahlen keine Steuern. Und die Ahnungslosen und Dampfplauderer sagen, man solle die Beamten abschaffen. Also gut - schaffen wir die Beamten ab. Wer macht denn dann ihre Arbeit ??? Angestellte ??? Liebe Ahnungslose und Dampfplauderer. Der Staat führt für Beamte keine Krankenkassenbeiträge und Rentenversicherungsbeiträge ab. Bzw. er legt dafür für die Beamten, die später in Rente gehen, nichts zur Seite. Das ist für die Politiker doch toll und auch für den Staatshaushat !! So lange bis man dann irgendwann die Beamten im RFentenalter versorgen muss. Die Politiker haben so mehr Geld zum verteilen.
      Ein grobes Beispiel. Sagen wir mal, der Beamte verdient 2000.- Euro netto. Dann hat er vielleicht 2.700.- Euro brutto. Er zahlt "nur" Lohnsteuer und Kirchensteuer. Dann bleiben ihm 2000.- netto. Einem Angestellten müsste der Staat dann schätzungsweise 3.800.- brutto zahlen, damit der Angestellte dann seine 2000.- Euro netto hat. Merkt ihr etwas - ihr Dampfplauderer. Der Staat hätte jeden Monat fast ein Drittel mehr an Ausgaben. Die Politiker legen keine Sozialbeiträge für die Beamten zur Seite sondern machen da lieber mit dem Geld Wahlgeschenke. Dsa ist für den Haushalt billiger - im Augenblick !! Der Politiker sagt sich: Ist doch mir egal wer in 20 oder 30 Jahren die Pensionen der Beamten zahlt. Ich bin dann nicht mehr in der Politik. Das Problem haben dann andere. Das ist die Wahrheit ! Und so spielen Politiker Angestellt gegen Beamte aus, Arbeitnhmer gegen Rentner, Beschäftigte gegen Beschäftigungslose etc. Und der einfältige Bürger hier schreibt Dinge von denen er nichts versteht ! Und Beamte arbeiten je nach Bundesland 40-42 Stunden die Woche --- Angestellt nur 38,5 !! Also erst mal informieren !!! Untersuchungen haben ergeben, dass Beamte billiger sind als Angestellte !!

    • ein Großteil der Nicht-Öffentlich-Bediensteten wünscht sich einen gerechten Anteil an der Willensbildung im Parlament.
      Hier hat der ÖD eine Absolute Mehrheit und besetzt damit alle 'Gewalten'

      Das spiegelt sich auch in der Einkommensentwicklung wieder - immer weniger Arbeiten werden von den Mitarbeitern des ÖD selbst wahrgenommen - Fremdfirmen und Integrationsmitarbeiter übernehmen viel - und dennoch wächst der Anteil am Bip stetig - ja Pensionen schon mehrfach so hoch wie die Renten steigen 10 mal schneller als diese.

    • Ist der Spruch "Wahltag ist Zahltag" nicht eine ehemaliger Wahlkampagnen-Sprurch der NPD?

    • "Immerhin 32 Prozent der im öffentlichen Dienst Beschäftigten würden nach der Bundestagswahl gerne eine rot-grüne Koalition sehen."
      Natürlich! Die Grünlinge sind ja die "Beamtenpartei" schlechthin. Und die Beamten wurden ja auch schon in der Bibel beschrieben: "Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber dennoch ernährt sie der Staat (Steuerzahler)".
      Das gilt vor allem für ihre üppige Altersvorsorge, für die sie selbst nicht mit einem Cent beitragen.
      Und es gibt viele Bereiche, in denen heute keine Beamten mehr erfordelich sind, da sie keine hoheitlichen Aufgaben erfüllen.

    • @hermann
      Machtlosigkeit werfe ich den Block CDU/FDP keineswegs vor. Eher wohl Versagen und ausgeprägten Beamtenlobbyismus.

      In Deutschland haben die Block Parteien die Macht und nicht das Volk. Schwache Demokratie, arme Bürger und ein mächtiges Beamtentum sind bereits Realität. Vom Verfassungsgericht als letzte Instanz bin ich nicht überzeugt. Aus meiner Sicht braucht es einen reset hin zu Volksinitiativen, deren Beschlüsse die Verfassung ändern. Dann wäre, wie in der Schweiz, die Unkündbarkeit u. Überprivilegierung der Beamten abgeschafft u. das Drei-Säulen- Prinzip der Altersvorsorge bei Beteiligung von Beamten, Selbstständigen eingeführt. Der Weg zu niedrigeren Steuern führt nur über massive Kürzungen und Effizienzsteigerungen in der staatlichen Verwaltung. Kurz und gut es braucht mehr Schweiz in Deutschland. Und damit meine ich keine Schweizer Schokolade oder Uhren.

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