Wahlanalyse Merkels wahre Koalition steht bereits

Der Sieg der Union ist ein Sieg für die Wirtschaft. Diejenigen, die in Deutschland etwas unternehmen, haben Angela Merkel auf den Thron gehoben. Ihnen schuldet sie nun etwas.
126 Kommentare

CDU-Wahlparty: Wenn Merkel tanzt und Kauder singt

Die Szene ging so: Sigmar Gabriel tritt nach der Wahl als erster Chef einer der großen Parteien vor die Kamera. Neben ihm der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück. Gabriel hebt an und spricht: Er bedankt sich bei den Helfern – das, was man eben so sagt in so einer Situation. Gabriel ist sich sicher: Ganz Deutschland schaut in diesen Minuten auf ihn. Nach 30 Sekunden aber erlischt das Bild. Andere Kameras schalten sich ein, sie stammen aus dem Konrad-Adenauer-Haus. Angela Merkel ist hier ins Rampenlicht getreten. Sie weiß: Mit diesem Timing blendet sie die SPD aus.

Merkel beginnt ihre neue Herrlichkeit mit der Demütigung des Gegners. Sie kommt 35 Minuten nach Schließung der Wahllokale und nach einem Wahlerfolg, in dem die Kanzlerin ihre Union wieder auf Volksparteiniveau gehoben hat. Die Tat macht deutlich, dass hier jemand den Führungsanspruch erhebt und auf mögliche Juniorpartner wenig Rücksicht nehmen wird – selbst wenn es sich dabei um eine so altehrwürdige Partei handelt wie die Sozialdemokraten. Merkel spurt damit den Weg: Auch wenn eine Koalition sein muss – ihr Bündnispartner wird nichts zu lachen haben.

Für Deutschland ergibt sich damit ein klareres Bild als in den Wochen zuvor: Es geht nicht mehr um höhere Steuern, und es geht nicht mehr um Korrekturen in der Euro-Politik. Auf diesen Politikfeldern werden sich CDU/CSU durchsetzen. Allenfalls dort, wo sich diese beiden nicht grün sind, wird der Kurs neu abgesteckt. Auf Nebenkriegsschauplätzen also: etwa bei der Autobahnmaut.

Für Unternehmer ist das eine frohe Botschaft. Diejenigen aber, die in Unternehmen nur einen Mindestlohn verdienen, werden enttäuscht sein. Für den Euro ist es ebenfalls eine gute Botschaft – die alternativlose Strategie aus Zuckerbrot und Peitsche, die Deutschland unter Merkel gewählt hat, wird die Euro-Länder weiter begleiten. Und auch hierbei wird es enttäuschte Gesichter geben – vor allem in den Schuldenstaaten des Euro-Raums.

Bei aller Freude hier und Enttäuschung da – Merkel hat damit einen Koalitionspartner bereits an Bord geholt: Es ist die deutsche Wirtschaft. Diejenigen, denen das Wohlergehen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter am Herzen lag, diejenigen sind es, die Merkel gewählt haben. Es sind die Angestellten am Bürotisch genauso wie die Mitarbeiter in der Werkstatt, es sind die, die dafür sorgen, dass in diesem Land etwas voran geht. Sie hoffen, dass eine starke Kanzlerin in ihrer dritten Legislaturperiode das Land nicht verwaltet sondern gestaltet. Sie zuallererst darf Merkel jetzt nicht enttäuschen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

126 Kommentare zu "Wahlanalyse: Merkels wahre Koalition steht bereits"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nur eine rot rot grüne Koalition ist die einzige Waffe gegen die Union. Die Merkel hat vor ein paar Monaten einen ihrer Minister raus geschmissen, nur weil er eine Wahl verloren hat. So eine Frau darf nicht an der Macht bleiben.
    Die SPD würde mit einer großen Koalition auch die grünen im Stich lassen. Da nun die FDP ganz raus ist im Bundestag, hätten die grünen zusammen mit der linken kaum Gewicht in einer Opposition.

  • Toddy: Wer bis heute nicht begriffen hat, das wir als Exportnation eine starke EU brauchen und keine kaputt gesparten Vasallenstaaten, kann einem leid tun. Mit der AfD werden wir langfristig den Niedergang erleben. Das von dieser "Partei" benutzte Wahlplakat mit dem grimmigen Russen (hat die CDU in den 50ern und die NPD in den 90ern) spricht für sich, auch wenn es jetzt mit dem US Emblem "verziert wurde.

  • @ProKapitalismus

    Och...die Besitzstandwahrer und Ausbeuter, Räuber wie eh und jeh regen sich hier...tzzt...

    Warum stellen Sie denn nicht den Antrag die ach so "faulen" Arbeitslosen wieder wegzusperren. Das passt dann wenigstens zu Merkel. Die ja aus der DDR stammt. Wo man auch mißliebe Kritiker wegsperret und zur Zwangsarbeit für den Westen verdonnerte.

    Sie kleiner Menschenhasser können mir ja richtig leid tun. Christ sind sie wohl auch noch rein zufällig was...tzzt

  • Goldman Sachs wünscht große Koalition!! Goldman gibt die Politik in Europa an !!!! "Spinelli-Gruppe" Profit über nationale Interessen.

  • Quatsch. AfD-Wähler sind überdurchschnittlich gebildet.

  • Merkel ist abgewählt worden, und fast noch keiner hat's gemerkt. Wenn nach einer Wahl die Oppositionsparteien mehr Prozente bekommen als die Regierungsparteien, sind die Regierungsparteien abgewählt - dachte ich zumindest bisher. Die Großmäuligkeit von Schäublein und Murksel gestern war also vollkommen unbegründet. Meine persönliche Prognose: Es wird jetzt eine Koalition aus Schwarz und/oder Rot bzw.Gründ (ist sowieso kein Unterschied mehr) zusammengemurkselt, die dann maximal 2 Jahre hält, dann kommt der inszenierte Bruch (inszeniert vom kleineren Koalitionspartner natürlich) und aus staatspolitischer Verantwortung stellen Rot/Rot/Grün die neue Kanzlerin (Hannelore Kraft natürlich, wer sonst), die's dann zwei Jahre holprig-poltrig macht und bei Neuwahlen einen klaren Sieg einfährt (so war's ja auch in NRW). Die Medien sind mittlerweile so Merkel-fixiert, dass sie bis jetzt noch gar nicht merkten, dass die gar keine Merheheit mehr hat und sich jetzt einen Partner erbetteln muss. Wenn Rot oder Grün sich verweigern, gäbs Neuwahlen. Wirklich, toller Sieg, Angela! Glückwünsch!

  • Die Unterüberschrift ist so dermaßen bescheuert, dass ich auf das Lesen des Artikels gern verzichtet habe.

  • Gefällt mir!

  • Machen Sie die Augen auf, werden realistisch und lernen Sie Populismus von Ironie zu unterscheiden.

  • So so: Peer Steinbrück ist kompetent?
    Steinbrück fordert offen die Euro-Schulden- und Transferunion.
    Steinbrück ist Mitverursacher der Krise, die er durch Bankenderegulierung, Derivate und Zockereien der Landesbanken zusammen mit Asmussen verursacht hat.
    Trennbanken und die Regulierung der Banken wurden von Schröder
    und Steinbrück schon vor Jahren vernichtet.
    Steinbrück hatte schon 2008 einen Regulierungsplan gegen das Bankengezocke angekündigt, aber NICHTS davon umgesetzt, sondern diese als regierender Bundesfinanzminister stattdessen blockiert.
    Unter Steinbrücks Aufsicht (1998-2005) steuerte die WestLB mit dubiosen Geschäftspraktiken in eine Existenz bedrohende Krise. Abdem Jahr 2005 sorgte er als Bundesminister für die Liberalisierung der Finanzmärkte. Unter den Augen des Kontrolleurs Steinbrück verwandelte sich die ehemals provinzielle Landesbank in eine international tätige Zockerbude, die im Finanzkasino mitspielte und schon lange vor der Subprime-Krise Milliarden verbrannte. Die „Conduit-Geschäfte“, die der WestLB wenige Jahre später das Genick brechen sollten, nahmen unter Steinbrück richtig an Fahrt auf.
    Er hat in seiner Amtszeit als Finanzminister den Mitarbeiter und SPD-Bankster Jörg Asmussen protegiert, der die Pleite der IKB als Aufsichtsrat herbeigeführt hat.
    Steinbrück erklärte die IKB für »systemrelevant« (vermutlich hatte das damit zu tun, dass Steinbrück den Banken, die bei einer Insolvenz Geld verloren hätten, einen Gefallen tun wollte!), mit sogenannten Produktinnovationen, neuen Formen der Verbriefung und Derivaten, wollte den Finanzstandort Deutschland auf Augenhöhe mit London und New York bringen. Diese Papiere sollten wenige Jahre später als ABS, CDO und CDS zu weltweit (trauriger) Berühmtheit gelangen. Zudem war Steinbrück während der IKB-Krise im Vorstand der BfW. Er hat also in der von ihm mit verursachten Krise seine Pflichten als Aufsichtsrat verletzt.

    Ich bezeichne das Handeln des Mannes als "verbrecherisch"

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%