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Wahlkampfveranstaltung Empörung über Angriff auf AfD-Chef Lucke

Drei Festnahmen, 15 Verletzte: Der massive Angriff auf eine Wahlkampfveranstaltung der AfD in Bremen stößt in der CDU auf große Empörung. Die Attacke sei „inakzeptabel“. Auch FDP und Grüne kritisieren den Angriff scharf.
25.08.2013 Update: 25.08.2013 - 12:32 Uhr
Bernd Lucke, Professor für Makroökonomie und Bundesvorsitzender der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). Quelle: dpa

Bernd Lucke, Professor für Makroökonomie und Bundesvorsitzender der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD).

(Foto: dpa)

Berlin Der Angriff Unbekannter auf den Chef der "Alternative für Deutschland" (AfD), Bernd Lucke, bei einer Wahlveranstaltung in Bremen stößt in der CDU auf große Empörung. "Solche Vorfälle müssen von allen Demokraten ohne wenn und aber aufs Schärfste verurteilt werden. Gerade angesichts deutscher Erfahrungen gilt es, den Anfängen mit allem Nachdruck zu wehren", schreibt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU) auf seiner Facebook-Pinnwand.

"Die sich häufenden körperlichen Angriffe auf Wahlkämpfer und Kandidaten der AfD sind inakzeptabel", erklärte auch der frühere Berliner Finanzsenator Peter Kurth (CDU) auf seiner Facebook-Seite. "Wäre an der Zeit, dass die anderen Parteien mal was dazu sagen." Kurth kennt Lucke aus seiner Studienzeit. Er habe mit ihm in Bonn studiert und gemeinsam "ein paar erfolgreiche Semester" für den "Ring Christlich Demokratischer Studenten" (RCDS) gehabt.

Auch Spitzenpolitiker von FDP und Grünen haben den Angriff scharf kritisiert. "Das ist letztendlich ein Angriff auf die Demokratie und durch nichts zu rechtfertigen. Wer Gewalt als Mittel der Politik versteht, hat offensichtlich keine Argumente und aus der Geschichte nichts gelernt", sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring Handelsblatt Online.

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    Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, sagte Gewalt sei kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. "Sie ist immer zu verurteilen. Das gilt auch gegenüber den rechtspopulistischen Kandidaten der AfD, die Ressentiments bedienen", sagte Beck Handelsblatt Online. Die AfD müsse man mit Argumenten klein halten, nicht mit Faustschlägen. "Dabei versagt aber insbesondere die CDU", sagte Beck weiter. "Ihr Schlingerkurs bei Griechenland und dem Euro spielt den Rechtspopulisten ins Blatt."

    Nach Angaben der Polizei blieb Bernd Lucke bei dem Angriff am Samstagnachmittag unverletzt, als acht vermummte und vermutlich dem linksextremen Lager zuzuordnende Angreifer während einer Rede die Bühne gestürmt und ihn zu Boden gestoßen haben. Die Gründe für den Angriff sind noch unklar. Auf einem Video, dass derzeit in den Sozialen Netzwerken die Runde macht, rennen jedoch nur zwei Männer auf die Bühne und stoßen Bernd Lucke einfach nur um. Von einem brutalen Angriff kann da nicht die Rede sein.

    Laut Polizei seien die Angreifer mit Reizgas, Pfefferspray und mindestens einem Messer bewaffnet gewesen. Sie hätten sich vermutlich während der Rede Luckes unbemerkt in einem an die Bühne angrenzenden Waldstück genähert. Die Polizei geht davon aus, dass sich bis zu 20 Angreifer „in den Büschen versteckt“ hatten.

    Beim Handgemenge auf der Bühne und bei der anschließenden Verfolgungsjagd wurden den Angaben zufolge 15 Personen durch Reizgas, ein AfD-Mitglied zudem durch einen Messerschnitt an der Hand verletzt. Drei Angreifer wurden bei der Verfolgungsjagd, an der sich neben Polizisten auch Parteifreunde Luckes beteiligten, festgenommen. Erst nach längerer Pause wurde die Veranstaltung unter massivem Polizeischutz fortgesetzt.

    Lucke, der seine Rede nach dem Angriff fortsetzte, zeigte sich nach Angaben seiner Partei „schockiert und empört“: „Es ist eine unerträgliche Störung des demokratischen Wettbewerbs, dass Schlägertruppen wie seinerzeit in der Weimarer Republik friedliche Wahlkampfveranstaltungen der Alternative für Deutschland stören und dabei billigend in Kauf nehmen, Menschen zu verletzen.“

    Die eurokritische Partei hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach über massive Behinderungen im Wahlkampf beklagt. Im gesamten Bundesgebiet würden immer wieder Wahlplakate zerstört und es komme zu Übergriffen auf Wahlkampfhelfer, hieß es.

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