Wahlumfrage Merkel ist „zölibatär“, Steinbrück ein „Trampeltier“

Bloß keine Veränderung: Die Deutschen wollen, dass alles gleich bleibt. Davon profitiert Kanzlerin Merkel – der „unberechenbare“ SPD-Herausforderer hat das Nachsehen. Doch die Umfrage offenbart noch andere Tendenzen.
24 Kommentare
Die Deutschen lieben ihre Kanzlerin Angela Merkel. SPD-Herausforderer Peer Steinbrück ist ihnen zu unberechenbar. Quelle: AFP

Die Deutschen lieben ihre Kanzlerin Angela Merkel. SPD-Herausforderer Peer Steinbrück ist ihnen zu unberechenbar.

(Foto: AFP)

Köln/DüsseldorfDie Deutschen sind verliebt in die Gegenwart. Am Besten soll alles so bleiben wie es ist. Ohne weitere Zuwanderer, hektischen Aktivismus oder große Veränderungen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zur Stimmung im Land im Hinblick auf die Bundestagswahl. Das Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold hat mehr als 1000 Bundesbürger befragt. Zusätzlich wurden 52 Probanden einer tiefenpsychologischen Untersuchung unterzogen.

Vom Wunsch nach Stabilität profitiert Kanzlerin Angela Merkel. Sogar einige Sozialdemokraten setzen auf die Fortsetzung der Merkel-Ära. Immerhin 28 Prozent der SPD-Wähler und 29 Prozent der Grünen-Wähler verlassen sich auch künftig auf die Führung von Merkel durch die Krise. „Die Bevölkerung ist wie Frau Merkel, erst mal abwarten und aussitzen wie Kohl früher auch“, sagte ein Teilnehmer der Umfrage. Es plätschere alles so dahin, es sei nur wenig Bewegung im Lande, aber irgendwie werde es schon weiter gehen. Die meisten Wähler haben sogar das Gefühl, dass die Bundeskanzlerin ein „zölibatäres Leben“ führe, so die Studie. Demnach sei sie nur für die Bürger da und opfere sämtliche persönliche Leidenschaften und Interessen für das Gemeinwohl.

Während Merkel punktet, verliert Steinbrück. Die Befragten nennen ihn ein „Trampeltier im Porzellanladen“. Er sei unberechenbar. Beständigkeit wie bei Herausforderin Merkel? Fehlanzeige. Nur 66 Prozent der SPD-Wähler, also genau jene, die bei Peer Steinbrück ihr Kreuzchen machen werden, sagen, dass er Deutschland besser regieren könne als die Kanzlerin.

Auch nach dem TV-Duell am Sonntag hat sich daran nicht viel geändert: Die SPD hat in einer Wahlumfrage von Stern und RTL zwar ein Prozent zugelegt, dafür haben die Christdemokraten ein Prozent eingebüßt. Dennoch ist die CDU mit 40 Prozent nach wie vor und mit Abstand die stärkste Partei.

Dennoch bleibt Rot-Grün weiter hinter der schwarz-gelben Regierungskoalition zurück. Die Forschungsgruppe Wahlen gab am Donnerstag die neuesten Zahlen bekannt. Demnach käme Rot-Grün noch auf 36 Prozent. Union und FDP würden unverändert zusammen 47 Prozent erreichen.

Im Großen und Ganzen sei die Stimmung im Land wie auf einer „Plätscher-Party“. Die Politik soll die Versorgung und die kleinen Freuden des Alltags gewährleisten. Der Alltag werde auf Autopilot geschaltet, so die Autoren.

Es gibt jedoch noch eine weitere Besonderheit: Einige Befragte würden deutlich aggressiver als in den Umfragen der letzten Jahrzehnte auf „Zuwanderer und soziale Randgruppen“ reagieren, so die Autoren der Studie. Diese würden den Deutschen das Geld aus der Tasche ziehen. Diese Aggressivität führe auch, so die Studie, zu einer Sehnsucht nach einer deutschen Partei wie der „Alternative für Deutschland“ (AfD), die nationale Interessen vertrete, ohne gleich als „rechts“ zu gelten.

Startseite

Mehr zu: Wahlumfrage - Merkel ist „zölibatär“, Steinbrück ein „Trampeltier“

24 Kommentare zu "Wahlumfrage: Merkel ist „zölibatär“, Steinbrück ein „Trampeltier“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Gast

    Zitat : Fehlende mathematische Kenntnisse begünstigen diese Weltsicht.

    - können Sie diese Weltsicht auch belegen ? Oder haben Sie nur einen Fahren lassen ?

  • Hier im Forum gibt es ziemlich viele, die noch an den Weihnachtsmann. So etwa Leute, die sich VICARIO, ABWAHL oder FREIDENKER nennen.

    Fehlende mathematische Kenntnisse begünstigen diese Weltsicht.

  • „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“
    Und der Spiegel antwortete:
    „Frau Bundeskanzlerin, Ihr seid die Beste und die Schönste hier, aber Eine,
    über den sieben Bergen bei den lieben Zwergen ist noch tausendmal besser
    und schöner als Ihr.“
    Als sie das hörte, kochte sie vor Wut und wollte sich dieses Mal etwas
    besonderes ausdenken.
    Mit DDR - Hexenkünsten lud sie alle Chefredakteure ins Kanzleramt und
    befahl ihnen, von fortan nur noch gutes über sie zu berichten.
    Von nun an berichteten die braven Redakteure und Journalisten nur das
    Beste und das was sie durften, - aber nicht das was sie eigentlich sollten.
    Journalisten lassen sich das bieten, Hänsel und Gretel nicht, aber das ist
    eine andere Geschichte!

  • "Das Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold hat mehr als 1000 Bundesbürger befragt. Zusätzlich wurden 52 Probanden einer tiefenpsychologischen Untersuchung unterzogen." Wer glaubt, dass 1000 oder gar 52 Personen ein repräsentatives Bild ergeben, der glaubt auch an den Weihnachtsmann...

  • Wenn man hört, was Merkel und Steinbrück zu sagen haben - nämlich NICHTS - und dies mit Gysi vergleicht

    https://www.youtube.com/watch?v=XVYDs_apGvk

    dann fragt man sich wirklich, wie es Leute geben kann, die noch CDU/SPD wählen.

    Wenn ich Gysi zuhöre kann ich nur stets sagen: Der Mann hat Recht.

  • Deshalb ja die Frage nach dem Tipp. Wenn dann aber nur Dummgelaber kommt .....

  • Das Trampeltier hat doch als MP in NRW schon jede Menge Schulden gemacht. Falls die SPD in die Regierungsverantwortung kommt, dann übernehmen wir die Schulden der Südländer direkt mit. Denen fehlt in diesem Falle jegliche Motivation zum Schuldenabbau. Wir können unsere 15 EURO nur schnell ausgeben oder auswandern. Ich hoffe nur, dass die Ökostalinisten durch die geplanten Steuerhöhungen, das Verschulden an der hohen Ökostromumlage, der Mineralölsteuer, der Stromsteuer und die Pädophilen in ihren Reihen noch einige Prozent abrutschen. Dann reicht es nicht für Rot-Grün.

  • @ Abwahl

    Wenn man die Ergebnisse der Wahl 2009 in Betracht zieht und davon ausgeht,
    dass es heute im Vergleich zu 2009 Alternativen gibt, die mittels Internet dem Volke auch zugänglich geworden sind,
    trotz Widerstand der Systemtreuen GEZ-Medien, und der Tatsache, dass die Nichtwähler ( die GEGEN die Nomenklatura sind, sonst wären diese keine Nichtwähler ) mobilisiert werden können,

    wird es diesmal bestimmt anders aussehen !

    WAHL 2009
    ***************

    CDU : 24 %
    SPD : 16 %
    FDP : 10 %
    LINKE : 8 %
    GRÜNE : 8 %
    NICHTWÄHLER : 29 %
    REST : Sonstige


    Die CDU /SED wird unter 20 % rutschen, die SPD wird an die 10 % heran gedrückt !

    Die FDP und die LINKE werden die 5 % Hürde nicht mehr schaffen !
    Die GRÜNEN könnten an den 5 % auch scheitern !

    Die Alternativen Parteien werden zusammen mehr als 40 % erreichen !

    Dann frohe Koalition !


  • CDU/CSU 41%
    SPD 26%
    Grüne 10%
    Linke 8%
    FDP 6%
    Das wird verdammt schwer für Schwarz/Gelb.
    Woher soll die CDU/CSU 41% bekommen, höchstens 35%.
    Die SPD wird noch über 5% zulegen wenn die Wahlbeteiligung steigt und die unentschlossenen davon überzeugt sind, dass Schwarz/Gelb ihnen nichts bringt.
    Die Linke wird wohl 8% erreichen.
    Die AfD wird wohl auch mit 6% + in den Bundestag einziehen.
    Was wird mit der FDP, soll sie es tatsächlich schaffen, hoffe und glaube es nicht.

    das Ergebnis könnte so kommen:

    CDU 35%
    SPD 31%
    Grüne 10%
    Linke 8%
    FDP 5% oder draußen
    AfD 7%

    Es riecht schwer nach großer Koalition oder Rot/Grün.

    Was mir nicht einleuchtet, sind die deutschen so zufrieden mit den jetzigen Zuständen. Wo sind die Pläne von CDU/CSU/FDP um weiteren Lohndumping, Altersarmut, gerechte Gesundheit und Pflege zu gewähren. Totale Enthaltsamkeit, Stille, Ungewissheit. Die Ostdeutschen Rentner sind mit ihrer Rentenerhöhung zufrieden, ein Grund Merkel wieder zu wählen. Mal abwarten wann sie wieder jammern und Nullrunden wie die Westrentner bekommen.
    Reicht eine Politik des Stillstands in Deutschland um den Standard der oberen zu festigen, und den Rest immer mehr abzuhängen. Die finanziellen Probleme betrifft ja nicht nur Harz4 Empfänger. Es sind zunehmend Rentner und junge Menschen, die bis Mitte 30 immer noch mit Zeitarbeitsjobs, befristeten Arbeitsverhältnissen und Praktikantenjobs zu tun haben.
    Wo leben wir denn, wenn angeblich Spezialisten und Facharbeiter fehlen, Menschen mit zwei abgeschlossenen Studien keine Festanstellung bekommen.
    Von der jetzigen Regierung hört man immer nur "Mittelstandsunternehmer stärken". Nur Vorsicht ist geboten, wenn dann Arbeitnehmer ausgenutzt werden.
    Da zeichnet sich in erster Linie die FDP verantwortlich. Warum braucht man die. Guter Lohn für gute Arbeit ist eigentlich ein Menschenrecht.
    Ohne guten Lohn keine vernünftigen Renten.

  • @ kuac

    Aus meiner Sicht ein gelungener Kommentar eines Foristen zum CDU/SED-Supermodel :
    Beachten Sie, wo unser aller Kanzlerin ihre persönlichkeitsprägenden Jahre erlebt hat und sie wundert nichts mehr. Sie hat von Kindesbeinen an gesehen und gelernt, wie anderen Menschen Bären aufgebunden wurden, an die sie selbst nicht geglaubt hat. Ihr Vater, der"rote Pastor" Kasner, beschrieb mit eindrucksvollen Bildern das Leben im Jenseits und im Pflichtsemester "Marxismus- Leninismus", sowie von ihrem FDJ- Kreisleitungssekretär bekam sie die herrlichen Zukunftsaussichten im Sozialismus nahegelegt. Heute erzählt sie ihren dankbaren Anhängern, wie köstlich sie sich über diese Lügengespinste amüsiert hat. Dabei beherrscht sie die ganze Klaviatur der Volksverdummung ebenso meisterlich, wie die Dämagogen ihrer Kindheit und Jugend. Sie predigt seit acht Jahren hohle Phrasen, lässt bei jeder Frage die Antwort offen, verschwendet, wie in der sozialistischen DDR üblich, unvorstellbare Summen an Volksvermögen, für eine Wunschvorstellung und das Wahlvolk folgt ihr, wie unter Drogen, widerspruchs- und meinungslos wie Zombies. Unter ihrer "Herrschaft" ist aus der CDU eine SED mit christlichem Tarnmantel geworden, ihre unmittelbaren Mitarbeiter gleichen den übereifrigen, rückgratlosen, um ihren Chef wuselnden Politbüromitgliedern und die sich mit "Winkelementen" und "Angi-Angi-Sprechchören" überbietenden Kanzlerinnenauftritte an die inszenierten Auftritte Honeckers in den "Kollektiven der sozialistischen Arbeit". Das hätte vor ihr kein CDU- Vorsitzender hinbekommen und wird eine bittere Lehre für alle Hinterbliebenen sein, wenn sich das Phänomen aus dem Osten freiwillig in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%