Bundestagswahl 2017 Verfassungsschutz warnt vor Cyber-Spionen

Rund neun Monate vor der Bundestagswahl hat der Verfassungsschutz vor Cyberspionage und -angriffen gewarnt. Aus Internetattacken erlangte Informationen könnten im Wahlkampf auftauchen, um Politiker zu diskreditieren.
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Den Cyberraum als Hochrisikoraum betrachten. Quelle: dpa
Hackergefahr

Den Cyberraum als Hochrisikoraum betrachten.

(Foto: dpa)

BerlinDer Bundesverfassungsschutz warnt angesichts massiver russischer Cyberattacken vor der Gefahr, dass deutsche Politiker mit den dabei erbeuteten Informationen im Bundestagswahlkampf unter Druck gesetzt werden könnten. „Die Hinweise auf Versuche einer Beeinflussung der Bundestagswahl im kommenden Jahr verdichten sich“, erklärte der Präsident des Inlandsgeheimdienstes, Hans-Georg Maaßen, am Donnerstag. „Informationen, die bei Cyberattacken abfließen, könnten im Wahlkampf auftauchen, um deutsche Politiker zu diskreditieren.“ Russland wird unter anderem für den Cyberangriff auf die Demokratische Partei in den USA verantwortlich gemacht. Die dabei erbeuteten Emails wurden später im Präsidentschaftswahlkampf auf Wikileaks veröffentlicht.

„Wir erwarten einen weiteren Anstieg von Cyberangriffen im Vorfeld der Bundestagswahl“, sagte Maaßen. Schon jetzt sei eine zunehmend aggressive Cyberspionage im politischen Bereich festzustellen. Gefährdet seien vor allem Regierungsmitglieder, Abgeordnete und Mitarbeiter der Parteien. Als Urheber der Attacken gilt der russische Staat mit seiner Angriffskampagne APT 28, die auch für die Cyberattacke auf den Bundestag 2015, die Demokratische Partei in den USA und die Weltantidopingbehörde WADA verantwortlich gemacht wird. Beim Angriff auf den Bundestag schöpfte APT 28 erfolgreich Daten ab.

So funktionieren professionelle Angriffe im Netz
Sensible Ziele
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Strom- und Telekommunikationsnetze zählen zu den kritischen Infrastrukturen, die, so heißt es in einem aktuellen Bericht der VDI-Nachrichten, immer häufiger Ziel von Hackerattacken sind. Erst kürzlich ließ ein Vorfall in der Ukraine die Experten aufhorchen…

Malware-Angriffe
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So geht der große Stromausfall, der die Hälfte aller Haushalte in der Region um die Stadt Ivano-Frankivsk betraf, auf einen Malware-Angriff zurück. Die Schadsoftware gelangte dabei durch infizierte Makro-Funktionen in Microsoft-Office-Dokumenten in das Betreibernetz. Ein Angriff, der in die Geschichte eingeht - als erster Stromausfall, der durch eine Cyberattacke ausgelöst wurde.

Angreifer rüsten auf
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Den Angreifern stehen immer stärkere Cyberwaffen zur Verfügung und neben Einrichtungen aus der Strom- und Telekommunikationsbranche werden, da sind sich Fachleute einig, auch Industrieanlagen künftig noch stärker zum Ziel werden.

Laxe Sicherheitsvorgaben
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Marcel Mock, Mitgründer des Sicherheitsanbieters Totemo, kritisiert im Gespräch mit den VDI-Nachrichten, dass es den Betrieben grundsätzlich nach am Bewusstsein fehle, dass auch von Datenzugriffen innerhalb des Unternehmens Risiken ausgehen. Auch schwache Passwörter oder gemeinsam genutzte Accounts würden den Abfluss schützenswerter Daten in dunkle Kanäle begünstigen.

Unsichtbare Schadsoftware
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Verstärkt setzen die Angreifer auf speicherresistente und dateilose Malware, um die Spuren, die sie in einem System hinterlassen, zu reduzieren. So wird Schadsoftware als Datei gar nicht mehr sichtbar und versucht, sich unlöschbar im Speicher festzusetzen - dagegen hat die Antivirus-Software kaum eine Chance.

Industrie 4.0
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Große Gefahren sehen Experten in der wachsenden Automatisierung in der Industrie und der steigenden Vernetzung von Maschinen. So bemängelt beispielsweise der Tüv Rheinland, dass die in solchen Industrienetzwerken verwendeten Protokolle zwar robust, aber häufig nicht sicher seien. Dazu kommen Sicherheitsmängel der eingesetzten Sensoren - für die Industrie 4.0 könnte das, so die VDI-Nachrichten, zur Achillesferse werden.

Ransomware
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Auch Ransomware, das erwarten Sicherheitsvorscher von Kaspersky, wird für das Internet der Dinge auftauchen. Dabei wird eine Schadware so installiert, dass ein Zugriff oder die Nutzung von Systemen nur mit einer Entschlüsselung oder einem Freigabecode möglich ist - dem folgen klassischerweise Lösegeldforderungen mit angedrohten Abschaltungen von Maschinen.

Neben den Cyberattacken betreibt Russland nach Angaben des Verfassungsschutzes seit Beginn der Ukraine-Krise in Deutschland auch vermehrt Propaganda- und Desinformationskampagnen über staatliche und soziale Medien sowie Denkschmieden. Deren Ziel sei eine Verunsicherung der deutschen Gesellschaft sowie die Schwächung und Destabilisierung der Bundesrepublik. Zugleich bemühe sich Russland, extremistische Gruppen und Parteien in Deutschland zu stärken, um die Arbeit der Bundesregierung zu erschweren und die politische Debatte zu beeinflussen.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Bundestagswahl 2017: Verfassungsschutz warnt vor Cyber-Spionen"

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  • Da wird gewarnt und Frau Merkel, unsere Kanzlerin, weigert sich gewissenlos gegen die Abzockerbranche vor zu gehen! Wieviel Rechtsanwälte hat Sie verklagt?

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