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Bundestagswahl 2021 Wahlforscher: Flut ohne großen Einfluss – Politbarometer sieht Grüne und Baerbock im Abwärtstrend

Grundsätzlich könnten die Grünen vom Thema Klimaschutz profitieren, sagen Wahlforscher. Auf einen Umschwung allein durch die Überschwemmungen könnten sie aber wohl nicht hoffen.
16.07.2021 - 17:12 Uhr Kommentieren
Spitzenkandidatin Annalena Baerbock bleibt unter Druck. Quelle: dpa
Grünen-Wahlkampagne

Spitzenkandidatin Annalena Baerbock bleibt unter Druck.

(Foto: dpa)

Berlin Die Hochwasserkatastrophe mit mehr als 100 Toten wird nach Einschätzung von Wahlforschern die Bundestagswahl kaum beeinflussen. „Meine Hypothese ist, dass der Einfluss minimal ist“, sagte Manfred Güllner vom Meinungsforschungsinstitut Forsa am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Offen sei, ob die meisten Menschen die Katastrophe wirklich direkt auf die Erderwärmung zurückführten. Grundsätzlich könne das Thema zwar den Grünen helfen. „Aber selbst wenn die Menschen das mit dem Klimawandel unmittelbar in Verbindung bringen – die Grünen können ja nichts dagegen machen“, sagte Güllner mit Blick darauf, dass etwa Spitzenkandidatin Annalena Baerbock kein Regierungsamt innehat.

Darauf weist auch Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen hin: NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet könnte sich hier womöglich etwas besser in Szene setzen. Aber er gibt auch zu bedenken: „Ob von solchen Bildern jetzt ein nachhaltiger Eindruck bleibt, kann man bezweifeln.“

Auf einen Umschwung allein durch die Überschwemmungen könnten die Grünen wohl nicht hoffen, erläuterte Jung. „Aber es zeigt natürlich, dass Ereignisse gerade im Bereich Wetter das Thema Klimaschutz wieder stärker in den Vordergrund bringen können. Und das ist natürlich ein Thema, das bei den Grünen aufs Konto einzahlt – und viel mehr einzahlen würde, wenn die Partei sich mit ihrem Spitzenpersonal, ihrem Auftreten in einer optimalen Performance befände.“

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    Güllner wie Jung weisen zudem darauf hin, dass der zeitliche Abstand zur Wahl noch relativ groß sei. „Wir beobachten schon lange eine sehr hohe Volatilität, das heißt, die Stimmungen für die einzelnen Parteien schwanken stark und können sich sehr schnell verändern, weil wir relativ wenig feste Bindung an einzelne Parteien haben“, sagte Jung.

    „Noch viel Bewegung bis zur Bundestagswahl möglich“

    „Der große Teil der Bevölkerung ist auch von den drei Spitzenkandidaten nicht unbedingt so übermäßig begeistert, dass da feste Potenziale hinter den Spitzenkandidaten stünden“, sagte Jung weiter. Von daher sei noch viel an Bewegung bis zur Bundestagswahl möglich. „Die Hochwasserkatastrophe ist eine Katastrophe heute, morgen und übermorgen. Und dann wird sie sukzessive wieder aus der Medienaufmerksamkeit verschwinden.“

    Den Abwärtstrend für die Grünen in den Umfragen bewertete Jung als Ausdruck einer gewissen Normalisierung. Ihr zeitweises Hochschnellen in den Umfragen habe unrealistische Werte erbracht.

    „In dieser Legislaturperiode sind die Grünen in eine Größenordnung vorgestoßen, mit der sie weit mehr als doppelt so stark wurden wie bei früheren Bundestagswahlen“, sagte Jung. „Dieses Jahr kam der Hype bei der Nominierung der Kanzlerkandidatin, der unrealistische Größenordnungen für die Grünen gebracht hat und natürlich auch für Frau Baerbock. Gravierende Fehler und Präsentationsprobleme haben den Hype schnell platzen lassen.“

    Im ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen vom Freitag verloren die Grünen zwei Punkte auf 20 Prozent. Der Vorsprung der Union vergrößerte sich, sie legte um einen Punkt auf 30 Prozent zu.

    Baerbock fällt im Politiker-Ranking des ZDF zurück

    Die SPD als drittstärkste Partei gewann einen Punkt auf 15 Prozent hinzu. Unverändert blieben AfD (zehn Prozent), FDP (zehn Prozent) und Linke (sieben Prozent).

    Der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bescheinigte die Umfrage einen weiteren Ansehensverlust: Sie fiel im Politiker-Ranking nochmals deutlich auf nun minus 0,5 – ihren schlechtesten Wert überhaupt. Die Umfrage fand vor der Unwetterkatastrophe statt.

    Bei der jüngsten Trendbarometer-Erhebung von Forsa für die Fernsehsender RTL und N-TV, deren Ergebnisse bereits vor dem Unwetter am Mittwoch veröffentlicht wurden, lag die Union ebenfalls bei 30 Prozent, die Grünen dagegen etwas schwächer bei 19 Prozent. Die SPD folgte auf Platz drei mit 15 Prozent.

    Während die Werte dieser drei Parteien unverändert blieben, gewann die FDP im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt auf zwölf Prozent hinzu, während die AfD einen Punkt auf neun Prozent verlor. Die Linke stagnierte bei sieben Prozent.

    Andere Umfrage sieht Union und Grüne zusammenrücken

    Eine etwas andere Tendenz zeichnet sich dagegen bei der ebenfalls am Freitag veröffentlichten aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag des Magazins „Focus“ ab: Dort rücken Union und Grüne wieder etwas näher zusammen, während alle anderen Parteien stagnieren.

    Die Union verliert demnach im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt auf nunmehr 28 Prozent, während die Grünen um einen Punkt auf 20 Prozent zulegen. Auf unveränderte Zustimmung kommen indes FDP, AfD (beide elf Prozent) und Linke (acht Prozent).

    Mehr: „Baerbock sollte sich fragen, ob sie nicht ein neues Team braucht“ – Was ein Krisen-PR-Experte der Grünen-Chefin empfiehlt

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