Bundestagswahl 2021: Welche Grünen-Politiker auf einen Platz am Kabinettstisch hoffen können
Die Parteichefs beraten beim Parteitag der Grünen in Berlin.
Foto: ReutersBerlin. Dass die Grünen nichts von einem Schattenkabinett halten, machte Annalena Baerbock schon deutlich, da war sie nicht einmal Kanzlerkandidatin der Partei. „Mit diesem angestaubten Machtverständnis der letzten Jahre kommen wir aus meiner Sicht nicht weiter“, sagte Baerbock im März, als sie den Programmentwurf für die Bundestagswahl vorstellte. „Personal- und Ministeriumsgeschacher, bevor überhaupt gewählt worden ist“ – das sei mit ihrem Verständnis von moderner Politik nicht vereinbar.
Doch die Partei mag noch so sehr Spekulationen über Personen und Posten zurückweisen, im Hintergrund laufen längst Gedankenspiele, wer welches Ressort übernehmen könnte. Je näher die Wahl rückt, desto drängender werden auch die Personalfragen.
Zuletzt ließen die Grünen in Umfragen nach Debatten über Baerbocks Buch, ihren Lebenslauf und Nebeneinkünfte nach. Trotzdem kann sich die Partei gute Chancen ausrechnen, Teil der nächsten Regierung zu werden.
Diese Aussicht elektrisiert das Spitzenpersonal. Eine Ausschließeritis gibt es nicht; jeder spielt mit mehreren Optionen – anders als bei Joschka Fischer, der 1998 unbedingt ins Außenministerium wollte.