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Bundestagswahl Die Piraten kommen

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Mit einem Mal erwacht da etwas. "Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen", schrieb der Blogger Max Winde. Der Satz ist zum Motto vieler Piraten geworden. Doch der Protest dieser Generation ist kein brutaler, Steine werfender. Das haben ihre Eltern gemacht. Die älteren Geschwister haben sich vielleicht schon vor Kernkraftwerke gesetzt oder an Zugschienen gekettet. "Ich glaube, in unserem Protest steckt mehr Substanz", sagt Partei-Chef Seipenbusch: "Er ist pragmatischer und macht konkrete Vorschläge."

Und er kann sich leichter gegenseitig befeuern. Für eine Brandrede um erlahmende Motivation zu beleben ist heute kein Bierzelt nötig - es reicht ein Blog-Artikel oder eine Twitter-Nachricht. Kaum ein Tag vergeht, an dem das Schlagwort "Piraten" nicht zu den meistverwendeten in der deutschen Twitter-Landschaft zählt. Oder eine gewonnene Online-Abstimmung: Fast bei jeder liefern sich die Piraten einen heißen Kampf mit der CDU - auch die Junge Union ist netzaffin.

Und auch kreative Videos helfen, Neuabmischungen aus Bild und Ton, wie jene Klagerede eines Journalisten aus der TV-Satire "Network", unterlegt mit Bildern von Busch, von der Leyen oder Merkel. Forderung: "Wir müssen wütend werden."

Ob der Schwung auch nach dem 27. September anhält? Die meisten Parteienforscher zweifeln wie der Duisburger Korte: "Eine Partei hält sich, wenn sie einen gesellschaftlichen Konflikt abbildet - den sehe ich hier nicht." Entscheidend könnte die Frage sein, ob die Piraten die Schallgrenze für die Wahlkampfkostenrückerstattung überschreiten: Sie liegt bei 0,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. "Vor einigen Wochen hätte ich die Fünf-Prozent-Hürde für völlig unrealistisch gehalten", sagt Mediaagentur-Chef Koch: "Inzwischen halte ich es für nicht ausgeschlossen."

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