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Bundestagswahl Speed-Dating gegen Wahlmüdigkeit

Seit mehr als 20 Jahren sinkt die Beteiligung der unter 30-Jährigen an Bundestagswahlen - angesichts von 3,5 Millionen Erstwählern kann diese Entwicklung keinen Wahlkämpfer kalt lassen. Der Verein zur Förderung politischen Handelns versucht Schüler und Studenten mit politischen Speed-Dating-Veranstaltungen zu motivieren.
  • Larissa Haida
Jugendliche zu Besuch im Reichstag: Kein Interesse an Politik oder schlecht informiert? Quelle: dpa

Jugendliche zu Besuch im Reichstag: Kein Interesse an Politik oder schlecht informiert?

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF Angela Merkel hat sich verändert. Ihr Pony ist voller geworden, und ihr Blick wirkt schüchtern, als sie das Mikrofon nimmt. Es ist die Pressekonferenz am Montag nach der Wahl. Die Koalitionsverhandlungen sind schon abgeschlossen. Fazit der CDU-Chefin: Wenn das Thema Wirtschaft nicht wäre, würde sie wieder eine Große Koalition mit der SPD eingehen. Doch jetzt wird es wohl auf Schwarz-Gelb hinauslaufen.

Dass die Koalitionsverhandlungen in Rekordzeit über die Bühne gingen, liegt daran, dass Angela Merkel gar nicht Angela Merkel ist, sondern eine Schülerin, die Kanzlerin spielt. Unter dem Motto "Du hast die Wahl 2009" hatte der unabhängige Verein zur Förderung politischen Handelns in den Wochen vor der Wahl rund 300 Schüler und Studenten zu Crash-Kursen in Politik eingeladen. Bei der Veranstaltung in Bonn simulierten 120 Gymnasiasten die Koalitionsverhandlungen und konfrontierten Bundestagskandidaten bei einem "Speed-Dating" mit ihren Sorgen.

Wie wichtig die Arbeit des 1992 gegründeten Vereins ist, der junge Erwachsene zu politischem Handeln motivieren will, zeigt die Entwicklung der Wahlbeteiligung seiner Zielgruppe: Seit mehr als zwei Jahrzehnten sinkt sie kontinuierlich. Machten 1983 noch 83,2 Prozent der unter 30-Jährigen ihre Kreuze bei der Bundestagswahl, so waren es vor vier Jahren nur 68,9 Prozent (Gesamtbevölkerung: 78,3 Prozent).

Laut der neuesten Umfrage der Berliner Info GmbH werden am 27. September 61 Prozent der jungen Wähler unter 30 sicher und 17 Prozent wahrscheinlich zur Wahl gehen. "Von Wahlmüdigkeit kann man da nicht so richtig sprechen", sagt Wahlforscher Holger Liljeberg. Trotzdem können die Parteien, die bei der Wahl um jede Stimme kämpfen, diese Zahlen nicht kaltlassen - vor allem angesichts von 3,5 Millionen Erstwählern.

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