Bundestagswahl Umfrage sieht AfD erstmals im Bundestag

Laut einer aktuellen Umfrage kann die eurokritische Partei Alternative für Deutschland auf den Einzug in den Bundestag hoffen. Auch die FDP gewinnt dazu, während die Grünen verlieren und nur noch auf acht Prozent kommen.
Update: 20.09.2013 - 00:13 Uhr 150 Kommentare

Schafft die AfD den Sprung in den Bundestag?

BerlinMit wachsender Nervosität haben Wahlkämpfer ihr entgegengefiebert, große Überraschungen hat sie nicht gebracht. Auch die letzte Umfrage vor der Bundestagswahl im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zeigt, dass Schwarz-Gelb fast gleichauf liegen mit SPD, Grünen und Linken. Laut ZDF-„Politbarometer“ steht es nun 45,5 zu 44,5 - der Unterschied liegt auch nach dem Siegeszug von CSU-Chef Horst Seehofer bei der Bayern-Wahl innerhalb der Fehlermarge bei solchen Umfragen.

Am Sonntagabend flimmern über die Bildschirme in Millionen Wohnzimmern und Gaststätten die Tabellen mit den Hochrechnungen zur Bundestagswahl. Eines zeichnet sich jetzt schon ab: Angesichts des Millimeterfinales könnte es komplizierte Verhältnisse geben. Last-Minute-Umfragen heizen den Wahlkampf bis zum Schluss an.

Den Auftakt für den Umfrage-Schlussspurt machte am Donnerstag die „Bild“-Zeitung, für die das Erfurter Meinungsforschungsinstitut Insa-Consulere ermittelt. Die Alternative für Deutschland (AfD) könnte es laut Insa mit 5 Prozent ins Parlament schaffen, für Liberale und Union würde es zusammen nicht für eine Regierungsmehrheit reichen.

Die AfD im Parlament? Es könnte die Sensation des Abends werden - und ein Schock für viele. Denn die Euroskeptiker mit vielen abtrünnigen Unionsleuten in ihren Reihen gelten vielen vom Mitte-Links-Spektrum als rechts und populistisch. Wer neigt der AfD zu? Insa-Chef Hermann Binkert sagt: „Die größte Gruppe derer, die angeben, AfD wählen zu wollen, sind mit 28 Prozent die Nichtwähler von 2009. Es wird entscheidend sein, ob die am Sonntag tatsächlich zur Wahl gehen.“ Die Forschungsgruppe Wahlen, die für das ZDF ermittelte, sehen die AfD dagegen bei vier Prozent.

Die Demoskopen sorgen diesmal richtig für Aufregung. Bisher gab es bei ARD und ZDF in der letzten Woche vor dem Wahlsonntag keine Umfragen mehr - die Wähler sollten nicht beeinflusst werden. Doch jetzt ist das anders. Das Vorpreschen des ZDF dürfte die ARD künftig unter Druck setzen.

Die „Bild am Sonntag“ will erstmals sogar noch am Wahltag eine aktuelle Umfrage bringen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner meint dazu, diese letzte Meinungsumfrage vor der Wahl sei nicht zu verwechseln mit einer Prognose, wie sie am Sonntag durch Befragung nach der Stimmabgabe erstellt wird.

Wie groß ist die Unsicherheit noch? Auch die ZDF-Umfrage bestätigt einige Trends der vergangenen Wochen - dass das Rennen offen ist, dass es für die SPD etwas Aufwind und für die Grünen reichlich Gegenwind gibt. Und dass es für Rot-Grün - zusammen kämen sie auf 36 Prozent - kaum reichen dürfte. Aber Fehlermarge und Unentschlossene machen angesichts der knappen Verhältnisse Rückschlüsse schwer. In der SPD bereiten sich viele auf eine große Koalition vor.

Wie entscheidend sind die letzten Meter? Feste Parteibindungen nehmen Forschern zufolge heute im Vergleich zur Zeit vor zwei oder drei Jahrzehnten weniger Raum ein.

Doch schon vergangenes Mal gaben 21,4 Prozent der Wähler per Briefwahl ihre Stimme ab. Die Grünen etwa hoffen darauf, dass viele ihrer Anhänger schon gewählt haben. Dann würde sich die Frage gar nicht erst stellen, ob die Attacken verfangen gegen Spitzenmann Jürgen Trittin wegen eines Kommunalwahlprogramms von 1981 mit einer pädophilen Forderung. Beim ZDF sacken sie um zwei Punkte auf 9 Prozent.

Mit einer anderen Umfrage deutet sich aber an, dass das Bild von massenweise Wählern ohne festen politischen Grund und Beschäftigung mit den Inhalten wohl auch nicht so ganz stimmt. Zwei von drei Befragten gaben beim Institut YouGov im Auftrag der Kommunikationsagentur media consulta an, ihre Wahlentscheidung frühzeitig zu treffen. Länger unentschlossen bleiben demnach vor allem Jüngere. Viele hätten sich auch mit den Programmen befasst.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die Veröffentlichung von Wahlumfragen unmittelbar bis zum Wahlsonntag kritisiert. „Die täglichen Wasserstandsmeldungen der jeweils neuen Ergebnisse bis zum Wahltag halte ich nicht für eine Errungenschaft“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Freitag). Die Veröffentlichung von Wahlumfragen noch am Tag der Bundestagswahl sollte sich nach Lammerts Ansicht „von selbst verbieten“. Er begründete seine Einschätzung mit der Gefahr einer „Verwechslung von Umfragen und Wahlergebnissen“.

  • dpa
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150 Kommentare zu "Bundestagswahl: Umfrage sieht AfD erstmals im Bundestag"

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  • Herr Lucke, ich wünsche der AfD viele Wähler und einen Einzug in den Bundestag. Frischer Wind, der den Altpateien kräftig um die Ohren bläst, genau das braucht unser Land.

  • Das Problem der herrschenden, farbentragenden, politischen Klasse ist ein Unisono-Konzert bis zur dritten Gewalt im Staate, das eine Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen scheut wie der Teufel das Weihwasser: Es ist wie eine Konstitution bei Thomas Hobbes (Empiriker des 17.Jhd.) Vorstellung des Staates als eines Leviathan (eine krumme, gewundene Schlange, die Chaosmacht des Alten Testaments), eines Friedensstifters, der wegen totaler Unfähigkeit der Bürger zur Lebensgestaltung in einer Gemeinschaft - „Homo homini lupus est!“, nennt es Hobbes – notwendig ist und dem der Bürger alle (vier?) Jahre seine Stimme gegen Sicherheit vor dem Nachbarn verkauft. Das ist meines Erachtens selbst für deutsche Verhältnisse zur Demokratie etwas wenig, weil es weder als repräsentativ – republikanisch und schon gar nicht als plebiszitär – basisdemokratisch zu bezeichnen ist. Der deutsche Leviathan ist aber mit Riesenschritten dabei, das ganze Land dem europäischen Leviathan in der Gestalt des Operetten-Buffo´s (buffo = komisch, witzig) Barroso zu übertragen; weil er die ständigen Schreie seiner Bürger (Tyrannei der Mehrheit formulierte das Alexis de Toqueville vor 200 Jahren) nicht mehr ertragen kann.
    Geben Sie zu: Eine Partei der menschlichen Vernunft kann hier doch keinen großen Schaden mehr anrichten, im Gegenteil, deshalb am Sonntag AfD.
    Klaus Peter Kraa

  • AfD
    Das ist Demokratie!
    Ich bin begeistert!

    AfD-Spitzenkandidat Jörn Kruse über demokratische Entscheidungsfindung

    http://www.youtube.com/watch?v=dlj_suYrZzc&feature=c4-overview&list=UUwyiPnNlT8UABRmGmU0T9jg


    „Damit geht in Deutschland wieder die Sonne auf!“
    ENDLICH!

  • Europa ohne Kries ist keine Errungenschaft von Angela Merkel. Im Gegenteil führt sie Europa in der aktuellen Haltung weg vom Frieden. Starke souveräne Staaten innerhalb Europas mit sinnvollen Vorgaben von Brüssel halten uns zusammen. Eine Währung hat noch nie ein Volksbündnis bestimmt. Im Gegenteil, die Großindustrie Deutschlands profitiert vom schwächeren Euro gegenüber der DM, alle anderen - der die meisten Arbeitsplätze stellende Mittelstand sowie sämtliche zukunftsorientierte Bürger mit Sparplänen und verantwortlichsbewußter Vorsorge für die Nachkommen - leiden unter dem Euro. Insbesondere Südeuropa ist nicht in der Lage, die eigene Währung zu schwächen und so wettbewerbsfähig zu bleiben. Außerdem fließen unsere Milliarden zu über 90% in die Banken, nicht in Hilfs-, -Aufbau- und Investitionsprogramme in Griechenland. Wer da noch von Frieden in Europa spricht hat den Knall nicht gehört.

  • Die AfD ist SEHR WOHL eine ALTERNATIVE für ALLE, die die Europa-Politik und das "Fähnlein im Winde" von Angela Merkel nicht mehr unterstützen wollen und mit den polit. Inhalten einer rot-rot-grüne Regierung nicht einverstanden sind! Die AfD bewußt in die "rechte" Ecke zu stellen zeigt, wieviel Angst die etablierten Parteien haben! Aber eine linksradikale Partei wie "Die Linke" wird - trotz Nachfolge der SED - toleriert!

  • Diese nachfolgende Umfrage wurde am 06.08.2013 gelöscht und bei NULL gestartet!

    UMFRAGE

    Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?
    Es haben 23658 Besucher abgestimmt
    Stand Montag, 05.08.2012

    CDU/CSU 19.6% (4645 Stimmen)

    SPD 9.9% (2353 Stimmen)

    Die Grünen 3.1% (741 Stimmen)

    FDP 2.4% (578 Stimmen)

    Piratenpartei 1.6% (337 Stimmen)

    AfD 52.2% (12350 Stimmen)

    Die Linke 3.5% (837 Stimmen)

    Keine Partei 3.2% (749 Stimmen)

    Andere Parteien 4.5% (1068 Stimmen)

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html



    Insa-Umfrage
    Jeder Zweite wünscht sich eine eurokritische Partei im Bundestag
    http://www.focus.de/politik/deutschland/insa-umfrage-jeder-zweite-wuenscht-sich-eine-eurokritische-partei-im-bundestag_aid_1093367.html


    Bei einer "Sonntagsfrage" gewinnt die AfD Platz 1 mit 35 Prozent
    http://www.shortnews.de/id/1037643/bei-einer-sonntagsfrage-gewinnt-die-afd-platz-eins-mit-35-prozent



    REPRÄSENTATIVE UMFRAGE
    19 Prozent würden die Anti-Euro-Partei wählen
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/repraesentative-umfrage-19-prozent-wuerden-die-anti-euro-partei-waehlen/8094336.html

  • AfD ist keine Alternative. Nationales Interessedenken zerstört Europa. Die politische Durchwurstelstrategie beim Euro hat Erfolg. Der Euro ist stark und wir profitieren alle vom geeinten Europa ohne Krieg.

  • @ inquisitor

    Ok, vielen Dank :)

  • 'Walter' sagt
    -------------------
    Interessant ist, dass die Meinungsforschungsinstitute nur Rohdaten der Befragung (ohne Korrekturfaktoren) bei neuen Parteien herausbringen wollen.
    -------------------

    Das bezieht sich allerdings nur auf die parteispezifischen Korrekturfaktoren.

    So ist z.B. bekannt, daß die "Volksparteien" am Wahltag MEHR Unentschlossene anziehen, als kleinere Parteien. Also bekommen sie einen entsprechenden "Zuschlag" bei der Prognose.

    Bei neuen Parteien weiß man natürlich nicht im voraus, ob sie am Wahltag mehr oder sogar weniger gewählt werden als in den Umfragen.

    Also werden sie ohne Korrekturen angegeben.

  • Wenn keines der angebotenen Wahlmöglichkeiten will muss ich die Möglichkeit haben diese bei der Wahl alle abzulehnen. Mit der Konsequenz, dass die von den anderen dann gewählten keine "Macht" über mich haben, und mir auch kein Geld stehlen dürfen. Dies ist bei unseren Wahlen nicht möglich. Also ist dies keine Wahl.

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