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AfD vor Einzug in Bundestag Leben in einer eigenen Wirklichkeit

Die AfD wird aller Voraussicht nach erstmals in den Bundestag einziehen. Es wäre eine historische Zäsur – im Parlament säßen Abgeordnete mit zum Teil völkischer oder rassistischer Gesinnung. Wie konnte es so weit kommen?
21.09.2017 - 19:49 Uhr
Wut auf „die da oben“. Quelle: dpa
AfD-Duo Weidel und Gauland

Wut auf „die da oben“.

(Foto: dpa)

Für die AfD ist es ein Heimspiel. „Ich freue mich auf Herrn Gauland“, sagt ein älterer Herr mit grauen Haaren und geht in den Bürgersaal im Rathaus des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Als wenig später der Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) den Saal betritt, sind fast 250 Stühle besetzt. Der Bezirksverband der Partei hat zum Bürgerdialog geladen – mit Alexander Gauland als Top-Redner. Der 76-Jährige ist in diesen Tagen nicht selten mit haarsträubenden Aussagen auf Wahlkampftour. So lobte er etwa „die Leistungen deutscher Soldaten“ im Ersten und Zweiten Weltkrieg und forderte einen Schlussstrich unter die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus.

Über solche Tabubrüche will beim Bürgerdialog lieber keiner reden. Gaulands Äußerungen als Beleg für rechtsextreme Tendenzen? Journalistenfragen werden abgebügelt. „Wir haben genug deutsche Geschichte aufgearbeitet, jetzt reicht’s“, fordert eine Dame lautstark.

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