Bundestagswahl 2017 Forscher halten schwarz-gelben Wahlsieg für wahrscheinlich

Angela Merkel soll nach der Bundestagswahl einer Umfrage zufolge wieder Kanzlerin werden. Politikwissenschaftler sagen ein Bündnis aus CDU und FDP voraus. Ein Jamaika-Bündnis sei rechnerisch auch möglich.
30 Kommentare
Bisher hatten Umfrage-Institute nur der großen Koalition und einer Jamaika-Koalition eine Mehrheit vorhergesagt. Jetzt sei ein Bündnis aus CDU und FDP wahrscheinlich. Quelle: Reuters
Angela Merkel und Christian Lindner

Bisher hatten Umfrage-Institute nur der großen Koalition und einer Jamaika-Koalition eine Mehrheit vorhergesagt. Jetzt sei ein Bündnis aus CDU und FDP wahrscheinlich.

(Foto: Reuters)

BerlinKanzlerin Angela Merkel (CDU) kann nach Berechnungen von Politikwissenschaftlern nach der Bundestagswahl voraussichtlich mit der FDP in einem schwarz-gelben Bündnis regieren. Für Schwarz-Gelb sei ein Zweitstimmenanteil von 49,4 Prozent zu erwarten, geht aus der Erhebung von Thomas Gschwend von der Universität Mannheim und Helmut Norpoth von der Uni Stony Brook in New York hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Auch eine Neuauflage der großen Koalition oder ein Jamaika-Bündnis von Union, FDP und Grünen seien rechnerisch möglich. Selbst Schwarz-Grün räumen die Forscher gute Chancen ein.

Umfrage-Institute hatten zuletzt neben einer großen Koalition nur einer Jamaika-Koalition eine stabile Mehrheit vorhergesagt. Dass Merkel einen komfortablen Wahlsieg mit unterschiedlichen Koalitionsoptionen erwarten darf, liegt laut den Wissenschaftlern vor allem an ihrer Popularität im Vergleich mit SPD-Herausforderer Martin Schulz.

Die Professoren nutzen für ihre Prognose eine eigene Formel, das sogenannte Kanzlermodell. Die Berechnung bezieht vor allem drei Faktoren ein: die Popularität der Amtsinhaberin oder des Amtsinhabers in Umfragen, den langfristigen Rückhalt der Parteien bei den vorherigen Bundestagswahlen sowie den „Abnutzungsprozess“ des Amtsinhabers anhand der absolvierten Amtsperioden.

Mit Hilfe statistischer Verfahren berechnen Gschwend und Norpoth, wie das Zusammenwirken der drei Faktoren zu gewichten ist und wie sie sich auf die Stimmabgabe auswirken. Die Formel hatte vor 15 Jahren erstmals funktioniert, als sie entgegen den Umfragen die Wiederwahl von Rot-Grün unter Gerhard Schröder exakt vorhersagte. Es gab allerdings nach der Wahl 2005 auch Kritik an der Methode.

Dass Union und FDP gemeinsam regieren können, ist den Politologen zufolge zu 88 Prozent sicher. Die Forscher hatten ihre Ergebnisse bereits Anfang August veröffentlicht und nun mit aktuellen Beliebtheitswerten Merkels aktualisiert.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Bundestagswahl 2017 - Forscher halten schwarz-gelben Wahlsieg für wahrscheinlich

30 Kommentare zu "Bundestagswahl 2017: Forscher halten schwarz-gelben Wahlsieg für wahrscheinlich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Daneben gibt es in der WiWo einen weiteren Artikel, der sich mit dem Interview von Herrn Otte (der in der CDU bleibt und dennoch aus Gewissengründen AfD wählt).

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2017/reaktionen-auf-das-otte-interview-die-afd-ignorieren-oder-mit-ihr-sprechen/20330448.html

    Dieser Artikel ist in weiten Teilen sehr sachlich. So sachlich sollten Reporter des HB sein.

    Stattdessen wird so ein „tendenziöser“ Artikel mit Mutmaßungen der „Wirtschaft“ veröffentlicht, den ich überhaupt zu lesen erspart habe.

  • Zum 2. Mal berichtet die Wirtschaftswoche davon, dass Merkel vor dem Abgas -Untersuchungsausschuss wohl nicht die Wahrheit gesagt hat.

    Hier im HB findet man dazu kein Sterbenswort. Weil es dieser Merkel etwa Stimmen kosten könnte?

    Oder gibt es einfach keine Fans der Grünen im HB sondern nur Meinungsmacher zur AfD im Sinne aller System-Parteien?

    http://www.wiwo.de/unternehmen/auto/abgasskandal-merkel-der-lange-arm-betruegerischer-autobauer/20330284.html

    Im Artikel liest man auch, dass das Kanzleramt nur Wahlkampfantworten gibt. Ja oder Nein kann man dort entweder nicht sagen oder hat diese Worte aus dem Sprachschatz verbannt.

  • Zu der neuen „empörenden Meldung“ zu Frau Weidel muss ich noch nachtragen:

    Wie immer eine in den Raum gestellte Behauptung. Beweise wie immer Fehlanzeige.

    Getreu dem Motto: Egal ob es stimmt, nur oft genug wiederholen – dann bleibt schon was hängen.

  • Herr Peer Kabus - 14.09.2017, 14:36 Uhr

    Zitat:
    "Letztlich folge ich aber immer dem Motto:
    Man zeige am besten Demjenigen durch Nichtbeachtung seine Verachtung."

    Wäre das nicht auch ein Tipp an Frau Merkel, wie angemessen mit Pöblern umzugehen umzugehen ist?

  • Hatte gleich heute in der Früh ein ganz neues Erlebnis.

    Auf einem systemtreuen Medium gab es dort eine wieder besonders „empörende Neuigkeit“ zu Frau Weidel, zu der ich wirklich wundere, dass die hier noch nicht als „Meldung des Tages“ aufgetaucht ist.

    Üblicherweise werden auf der Seite bei Artikeln gegen die AfD (Standard-Format) rd. 90 % kritische Kommentare eingestellt, was dann zur Folge hat, dass ziemlich schnell die Seite mit der Begründung „wegen Verstöße ….“ geschlossen wird. Hab sogar mal bei 0 Kommentaren den Schließungsgrund dokumentarisch gesichert

    Heute war Alles ganz anders. So 80 – 90 % der Kommentare waren gegen die AfD gerichtet. Darunter etliche Beiträge mit strafrechtlich relevanten Beiträgen bis hin zum öffentlichen Aufruf zur Verfolgung von AfD Wählern.

    Meine Versuche, diese Kommentare zu sperren, wurden zwar bestätigt, aber gelöscht wurde absolut nichts.

    Auch nach über 260 Kommentaren mit teils übelstem Inhalt blieb diese Seite offen, während sonst so ab 100 Kommentaren sofort geschlossen wurde.

  • „Merkel hat laut Merkur wahrgenommen...“

    Na und? Solche Wahrnehmungen hat diese Merkel doch bei jedem Bühnenauftritt auf ihrer Pfeifkonzert-Tournee. Das ist die doch schon so was von gewohnt.

    Was war denn dieses Mal anders?

    Hat die wieder ihren üblichen Standard-Spruch gelassen losgelassen oder ist dieses Mal aus ihrem Hosenanzug gesprungen?

  • Merkel hat laut Merkur wahrgenommen...
    https://www.merkur.de/politik/angela-merkel-in-rosenheim-grenzenloser-groll-gegen-kanzlerin-im-wahlkampf-8678415.html

  • Herr Spiegel,

    Ihrem Kommentar ist leider nicht zu entnehmen, welcher Wahrheitspresse Sie Ihren Glauben zu verdanken haben. Vielleicht sind Sie Fake-News aufgesessen?

  • Frau Margrit Steer

    Ich weiß natürlich nicht, aus welchen Gründen Lindner aus der damaligen Koalition mit Merkel und dem Frösche kochenden Rösler nach NRW geflohen ist.

    Scheint er aber erfolgreich verdrängt zu haben.

    Ich gestatte mir eine Frage:

    „Frau Merkel hat bis jetzt jede Partei neben ihr zerstört.“

    Fehlt da nicht noch eine große Volkspartei?

    Oder ist diese Merkel ohne Partei an die Macht gekommen?

  • Einmal kopiert man aus der Wahrheitspresse und schon wird man rund gemacht.
    Was soll man nur glauben ?

Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%