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Bundestagswahl Nahles wirft Union Rentenkürzung vor

Die SPD versucht, in der Rentendebatte zu punkten – und rechnet: Mit Kanzlerin Merkel würden unterm Strich geringere Renten drohen. Doch auch SPD-Sozialministerin Andrea Nahles muss sich Kritik anhören.
11.09.2017 - 16:58 Uhr Kommentieren
Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle nichts gegen das Abrutschen des Rentenniveaus tun, kritisiert die Sozialministerin. Quelle: dpa
Andrea Nahles (SPD)

Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle nichts gegen das Abrutschen des Rentenniveaus tun, kritisiert die Sozialministerin.

(Foto: dpa)

Berlin/München Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) wirft Kanzlerin Angela Merkel vor, für Rentenkürzungen bei Durchschnittsverdienern verantwortlich zu sein. „Ein heute Mitte 50-Jähriger mit durchschnittlichem Lohn, wie beispielsweise ein Heizungsmonteur, wird dank Frau Merkel im Jahr 2030 monatlich bis zu 150 Euro weniger Rente haben“, sagte Nahles der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Nahles hielt der CDU-Chefin vor, nichts gegen ein Absinken des Rentenniveaus tun zu wollen. „Das führt dann automatisch zu einem Abrutschen des Rentenniveaus auf bis zu 43 Prozent.“

In der Diskussion über längeres Arbeiten im Alter erteilte nach der Kanzlerin auch CSU-Chef Horst Seehofer einer Rente mit 70 eine Absage. Die CSU lehne eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ab, sagte er am Montag in München.

„Die CDU plant die Rente mit 70, das ist klar“

Nahles sagte, es könne nicht sein, dass die Generation, die die höchsten Beiträge zahlt, am Ende die niedrigsten Renten bekommt. „Das Rentenniveau zu stabilisieren, kommt bis zu 50 Millionen Menschen zugute.“

Die Union verweist in ihrem Wahlprogramm darauf, dass das Rentenniveau zuletzt auf 48,2 Prozent gestiegen sei. Das Rentenniveau ist das Verhältnis der Standardrente nach 45 Jahren Arbeit zum aktuellen durchschnittlichen Bruttoeinkommen. Die Union kündigte eine Rentenkommission an, die sich über die Zeit nach 2030 Gedanken machen soll.

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    Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützte Nahles. „Statt einer Debatte über die Rente mit 70, wie vom CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble angezettelt, brauchen wir endlich eine Debatte in der CDU/CSU über ein höheres Rentenniveau“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Schäuble hatte sich für eine Debatte über das künftige Renteneintrittsalter nach der Wahl ausgesprochen.

    Die SPD-Sozialpolitikerin Katja Mast sagte: „Statt über die Rente mit 70 zu schwadronieren und Jung und Alt im Regen stehen zu lassen, sollte die Union lieber sagen, was sie eigentlich will.“

    Linken-Chef Bernd Riexinger nannte den schwarz-roten Rentenstreit bizarr. Beide Parteien hätten mit Grünen und FDP die gesetzliche Rente in der Vergangenheit so gekürzt, dass den Lebensstandard nicht mehr sichere. „Deshalb streut Andrea Nahles den Menschen Sand in die Augen, wenn sie versucht, die SPD nun als Retterin der Rente dastehen zulassen.“ Linken-Rentenexperte Matthias W. Birkwald sagte: „Hart arbeitende Menschen wollen endlich Klarheit darüber, ob ihre Rente im Alter zum Leben reichen wird.“

    Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, forderte, oberstes Ziel der Rentenpolitik in der nächsten Legislaturperiode müsse sein, die Situation von Rentner zu verbessern und im Kampf gegen Altersarmut vorzugehen.

    • dpa
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