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Bundestagswahl Sicherheitslücken in der Wahlsoftware entdeckt

Eine Software für die Sammlung von Wahldaten weist große Sicherheitslücken auf. Ganze Wahlkreisergebnisse könnten von Hackern gefälscht werden. Ein Informatiker hat die Behörden informiert – kurz vor der Wahl.
Update: 07.09.2017 - 18:35 Uhr 10 Kommentare
Sollten die digitalen Angaben über die Wahl, die an das Statistische Bundesamt geschickt werden, manipuliert sein, gäbe es die Wahldaten noch immer auf Papier. Quelle: dpa
Briefwahl in Berlin

Sollten die digitalen Angaben über die Wahl, die an das Statistische Bundesamt geschickt werden, manipuliert sein, gäbe es die Wahldaten noch immer auf Papier.

(Foto: dpa)

Berlin Die Bundeswahlleitung hat Probleme bei einer von vielen Kommunen genutzten Wahl-Software eingeräumt. Bundeswahlleiter Dieter Sarreither seien die in Medien genannten Probleme mit der Software „PC-Wahl“ der Firma „vote-IT“ bekannt, teilte seine Behörde am Donnerstag in Wiesbaden mit. Er habe daher die Landeswahlleiter aufgefordert, Maßnahmen zu deren Behebung zu ergreifen. „Für mich als Bundeswahlleiter hat die Verhinderung von Manipulationsmöglichkeiten der Wahlergebnisse zur kommenden Bundestagswahl höchste Priorität“, erklärte Sarreither.

Zu den Maßnahmen gehöre die „zwingende Installation von Updates der Software“. Zusätzlich habe der Bundeswahlleiter die Wahlorgane auf allen Ebenen aufgefordert, weitere organisatorische Schritte zur Sicherung der Authentizität elektronisch übermittelter Wahlergebnisse - der sogenannten Schnellmeldungen - zu veranlassen. Dies könnten beispielsweise verpflichtende telefonische Rückversicherungen zwischen den einzelnen Ebenen sein, ob die elektronisch versendeten Ergebnisse mit den auf der nächsthöheren Ebene empfangenen Daten übereinstimmten.

Mehr Parteien, mehr Kandidaten, neue Wahlkreise
Wer darf wählen?
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Wahlberechtigt sind 29,8 Millionen Männer und 31,7 Millionen Frauen – insgesamt 61,5 Millionen Menschen. Das sind rund 400.000 weniger als bei der Wahl 2013. Eine große Bedeutung haben erfahrungsgemäß die Älteren. Bereits 2013 stellten die Ab-60-Jährigen mit 21,3 Millionen gut ein Drittel aller potenziellen Wähler – es sind fast doppelt so viele wie die Unter-30-Jährigen. (Quelle: Deutsche Presse Agentur)

(Foto: dpa)
Wer darf wählen?
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Wie schon 2013 gibt es auch in diesem Jahr rund drei Millionen Erstwähler. Bundeswahlleiter Dieter Sarreither sagte bei der Vorstellung einer aktuellen Statistik am Dienstag in Berlin, die Parteien täten gut daran, die Erstwähler gezielt anzusprechen: „Man kann sie aktivieren.“ Die 30- bis 59-Jährigen wiederum stellten knapp die Hälfte der Wahlberechtigten. Für die Wahl im Herbst haben sich bisher rund 37.000 im Ausland lebende Deutsche in ein Wählerverzeichnis eingetragen - doppelt so viele wie 2013 zu diesem Zeitpunkt.

(Foto: dpa)
Welche Rolle spielen Wähler mit ausländischen Wurzeln?
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Zuletzt rückte der Aufruf des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, weder Union, SPD noch Grüne zu wählen, die Wähler mit ausländischen Wurzeln in den Blick. Wahlleiter Sarreither geht von rund 720.000 Wahlberechtigten mit türkischem Hintergrund aus.

(Foto: dpa)
Hat der Boykottaufruf Folgen?
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Laut einer Erhebung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration vom November haben die Türkischstämmigen eine recht stabile Bindung an die SPD (69,8 Prozent). Insgesamt hatten vor vier Jahren 5,8 Millionen Wahlberechtigte einen Migrationshintergrund. Als Partei ihrer Wahl nennen Zuwanderer laut dem Rat zu 40,1 Prozent die SPD, es folgen die Union (27,6), die Grünen (13,2) und die Linke (11,3).

(Foto: dpa)
Welche Parteien treten an?
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Es gibt einen Rekord von 42 Parteien — so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Sieben dieser Parteien wurden erst in diesem oder im vergangenen Jahr gegründet: Allianz Deutscher Demokraten, Bündnis Grundeinkommen, Demokratie in Bewegung, Die Grauen — Generationenpartei, Die Urbane — Eine Hiphop-Partei, Mieterpartei, V-Partei — Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer.

(Foto: dpa)
Welche Bewerber treten an?
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Insgesamt sind es 4828 Kandidaten — so viele wie seit 1998 nicht mehr. Wahlleiter Sarreither wertet das als klaren Hinweis gegen Politikverdrossenheit. Beruflich tätig sind mit 1757 die meisten in den Bereichen Unternehmensorganisation/Recht/Verwaltung, gefolgt von Gesundheit/Soziales/Lehre/Erziehung (683). 520 Bewerber verzeichnet der Wahlleiter unter dem Punkt Wiederkandidatur — sie kandidieren also erneut für den Bundestag. 348 Kandidaten sind Studenten, Azubis oder Schüler.

(Foto: dpa)
Wer ist der jüngste, wer der älteste Kandidat?
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Mit 1323 Bewerbern gehört ein Großteil der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen an. Der jüngste Bewerber wird nach eigenen Angaben erst einige Tage vor der Wahl 18: der in Berlin geborene Schüler Floris Beer, der für Die PARTEI in Fürstenwalde antritt. Die älteste Kandidatin ist die 89-jährige ehemalige Autorin und Schauspielerin Barbara Rütting, die für die V-Partei für Veränderung in Bayern antritt.

(Foto: dpa - picture alliance)

Sarreither forderte zudem den Software-Hersteller auf, die Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bei der Behebung von Schwachstellen zu berücksichtigen.

„Das BSI begleitet die Behebung der Sicherheitslücken der betroffenen Software in engem Austausch mit dem Hersteller und hat zudem bereits im Frühjahr dieses Jahres weitere organisatorische Maßnahmen empfohlen, die die Übermittlung der Wahlergebnisse absichern“, sagte Behördenchef Arne Schönbohm. In Zusammenarbeit mit den Bundes- und Landeswahlleitern und dem Hersteller der Software „PC-Wahl“ habe das BSI Empfehlungen zur Verbesserung des Sicherheitsniveaus bei der Übermittlung vorläufiger Wahlergebnisse mit der genannten Software ausgesprochen. Der Hersteller sei dabei, die BSI-Empfehlungen umzusetzen.

Während der eigentliche Wahlvorgang mit Stift und Papier abläuft kommen beim Zusammenrechnen aller Stimmen aus den Wahlkreisen Computer und Software ins Spiel. Viele Kommunen nutzen die Software „PC-Wahl“, um die ausgezählten Stimmen zusammenzurechnen und an den Landeswahlleiter weiterzugeben. Von dort werden sie wiederum an den Bundeswahlleiter weitergegeben, wo ein vorläufiges Ergebnis entsteht. „ZEIT online“ berichtete, dem Wissenschaftler Martin Tschirsich sei es gelungen, Sicherheitslücken in der Software PC-Wahl aufzudecken. Er hatte herausgefunden, dass sich die Software von Angreifern theoretisch manipulieren lässt. Experten des Chaos Computer Clubs hatten seine Untersuchung bestätigt. „Irgendwann werden die Ergebnisse doch irgendwo eingetippt. Und ab dann passiert vieles digital“, sagte Tschirsich dem „Spiegel“.

Sarreither versicherte, das endgültige Wahlergebnis basiere allerdings auf Niederschriften, die in Schriftform vorlägen. Eine Manipulation des Wahlergebnisses sei somit ausgeschlossen.

  • rtr
  • Hannah Steinharter
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10 Kommentare zu "Bundestagswahl: Sicherheitslücken in der Wahlsoftware entdeckt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sicherheitslücken wohin man schaut.

    Wobei die bei der inneren Sicherheit überhaupt kein Thema sind.

    Aber die Zensur sort wenigstens für Sicherheit. Daa gilt für Kommentare genauso wie das Zensieren unerwünschter Wahrheiten, denen der Weg über die Massenmedien an die Öffentlichkeit verwehrt wird. Die muss man sich in lokalen Nachrichten selbst suchen.

    Schon klar - würde solche Wahrheiten den Bürgern vor den Wahlen permanent offenbart, würde das die Sicherheit des Wahlergebnisses gefährden.

    Und das geht natürlich nun gar nicht.

    Aber so ist das mit der Sicherheit - mit Sicherheit wird sich die Realität nicht dauerhaft underdrücken lassen. Um welche Sicherheit es dann geht, überlasse ich der Phaantasie eiens jeden.

  • Tomas Maidan 07.09.2017, 16:04 Uhr

    "Es ist zum Kotzen mit der Angst vor diesen Hacker-Angriffen aus Russland. "

    Glauben irgendjemand allen Ernstes, daß die Wahlen von RUSSEN gefälscht werden?

    Bis jetzt wurden Wahlen eher von linken Deutschen gefälscht z.B. LTW Bremen, bei der linke Studenten als Wahlstimmenzähler Stimmen für die AfD als "ungültig" gezählt haben. Elektronisch geht sowas natürlich besser und einfacher.

  • Es ist zum Kotzen mit der Angst vor diesen Hacker-Angriffen aus Russland. Hoffentlich werden irgendwann mal ein paar von diesen Hackern geschnappt und vor Gericht gestellt. Damit man einmal konkret sehen kann, wer diese Angriffe gegen westliche Demokratien macht.

    Naja. Ein paar von den Computern wurde ja offenbar gerade in der russischen Botschaft von San Francisco verbrannt. Mal sehen, was als nächstes kommt.

  • 2 Kreuze für die AfD!
    Das ist das beste was ihr denen antun könnt. Merkel Regime wählt ihr mit CDU/CSU SPD FDP GRÜNE und die Splitterparteien die sowieso unter 5 % kommen!!


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Wetten, daß vorwiegend dei AfD von solchen Fälschungen betroffen"... bereits bei der letzten Wahl WAR!
    Denn: Obwohl die AfD lange Zeit bei 4,9 % lag, schloss ich gleich aus, dass sie die 5 %-Sperre überspringen könnte. Ob es am Ende an der Briefwahl lag, oder auch wie jetzt bekannt geworden an einer möglichen Fälschung: Die AfD endete bei 4, 8 %, knapp hinter der damals auch sehr unliebsamen FDP, die auf 4,9 % kam. Besser konnte es also die Wahl 13 für das System dieser linkisch-linken Krummenrepublik gar nicht laufen.

  • BUNDESTAGSWAHL
    Sicherheitslücken in der Wahlsoftware entdeckt
    Datum:
    07.09.2017 13:05 Uhr

    ....................

    Zu Entdecken bekam selbst die Bundeskanzlerin Angela Merkel den Druck und Agressionen in der eigene Nation !!!

    EUROPA HAT DIE NASE VOLL VON DER EUROPÄISCHE UNION UND VON ALLE DIE DIESE EUROPÄISCHE UNION UNTERSTÜTZEN !!!

    ANGELA MERKEL, sollte Sie die Wahl gewinnen ( MARTIN SCHULZ IST ERST RECHT EINE KATASTROPHE FÜR DEUTSCHLAND, für EUROPA war er es bereits in Brüssel ) wird dann die Bundeskanzlerin diesmal keine volle Amtszeit erleben !!!

    EUROPA BEFINDET SICH WIE EINE BOMBE DASS DESSEN SCHNUR KURZ VOR DER EXPLOSIONSSTELLE ANGEKOMMEN IST !!!

    Nur wollen EU-POLITIKER DIESES NICHT ANERKENNEN !!!

    EUROPÄISCHE UNION MUSS WEG !!!

    DER OKTOBER 2017 WIRD EINEN SEHR EXPLOSIVER MONAT FÜR EUROPA WERDEN !!!

  • Wetten, daß vorwiegend dei AfD von solchen Fälschungen betroffen sein wird?