TV-Duell Merkel gegen Schulz „Bombastik pur“

Zwei Tage vor dem großen Event, dem TV-Duell von Angela Merkel und Martin Schulz, luden vier Sender zur großen Pressekonferenz – mit vier Moderatoren und drei Chefredakteuren. Eine völlig überflüssige Veranstaltung.
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Kurz vor dem TV-Duell: So viele Unentschlossene wie noch nie

Kurz vor dem TV-Duell: So viele Unentschlossene wie noch nie

BerlinWird Peter Strunz am Sonntagabend die Kanzlerin und ihren Herausforderer ähnlich persönlich attackieren, wie er es am Mittwoch in der Runde der kleinen Parteien vor allem mit Christian Lindner tat? Naja. „Wenn Martin Schulz sich bis dahin den Bart abrasiert, werde ich ihn wahrscheinlich danach fragen“, sagt Strunz. Gibt es Geheimfragen der Moderatoren? Wieder Strunz: „Ja habe ich – ist aber geheim.“ Da lässt sich Sandra Maischberger von der ARD doch zu einer charmant-genervten Klarstellung herab: Es hätte „keinen Sinn, wenn jeder der Moderatoren eine eigene Agenda verfolgt“.

Armes Deutschland. Der mediale Hype um die Stilfragen des TV-Duells hat an diesem Freitag in Berlin-Adlershof einen neuen, peinlich anmutenden Höhepunkt erreicht: Zwei Tage vor dem TV-Duell Angela Merkel versus Martin Schulz traten am gleichen Ort drei Chefredakteure (nur der von RTL hatte offenbar Wichtigeres zu tun) und die vier Moderatoren vor die Presse, um die Nation fast eine Stunde lang auf den Fernseh-medialen Höhepunkt des Wahlkampfes einzustimmen.

Zum Auftakt erfuhren die Hauptstadtjournalisten, die eigens die vielen Kilometer hinaus nach Berlin-Adlershof ins Studio gefahren waren, und die, die die Liveschalten der Nachrichtensender verfolgten, wahrhaft unerwartete Dinge: Dass am Sonntag schon vor der Halle Livekameras aufgebaut werden, und sogar Absperrgitter! Dass es wieder Redezeitkonten gibt. Und dass ausgelost wurde, wer die erste (Schulz) und wer die letzte Frage (Merkel) bekommt. Dass die Kameraeinstellung für Kanzlerin und Herausforderer „so neutral wie möglich“ sein wird. Nein, auch wenn da „jemand schwitzt“ oder „die Hände zittern“ werde man „nicht näher rangehen“ versprach der Regisseur. Ist ja auch alles mit dem Kanzleramt abgesprochen.

Seit Wochen ist klar, dass Angela Merkel wieder einmal nur ein Duell führen wird, und dass es die vier Sender ARD, ZDF, RTL und Sat1 gemeinsam veranstalten. Same procedure as every Wahlkampf seit 2005. Aber nein! Neu sei dieses Jahr, dass der Konflikt mit dem Kanzleramt erstmals „völlig transparent“ gemacht worden sei, versichert ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

Und es gibt noch mehr Neuigkeiten: Die Pulte der beiden sind diesmal „etwas mehr zueinander hingedreht“, denn die Kandidaten sollen ja möglichst miteinander diskutieren. Maybrit Illner vom ZDF lehnt sich weit aus dem Fenster: Die vier Top-Journalisten „fühlen sich nicht überfordert“. Sie wollen nicht nur „die entscheidenden Unterschiede herausarbeiten“, sondern „mehr herausbekommen, als in den Programmen steht“. Na dann viel Glück, möchte man ausrufen.

Schulz teilt aus - auch außenpolitisch

Schulz teilt aus - auch außenpolitisch

Wenigstens ist nun klar, dass es auch im Jahr 2017 in Deutschland keinesfalls so chaotisch oder merkwürdig wie anderswo laufen soll: Kein dauerhaftes Parallelgerede wie im französischen TV-Duell. Und auch kein Schulz, der „wie der weiße Hai“ hinter Merkel herumsteht, wie weiland Donald Trump hinter Hillary Clinton. Das hatten die Deutschen allerdings auch nicht im Traum erwartet.

Im Gegenteil: Angela Merkel ist zwar nicht so gut in der Livesituation, weshalb sich die SPD-Strategen Chancen ausrechnen, dass ihr Mann – der vierte, gegen den Merkel in diesem Format antritt – ein paar Punkte machen kann. Doch Sandra Maischberger warnt schon mal: „Die Frau steht wie ein Fels, sie lässt vieles wie ein Wasserfall an sich herunterperlen.“ Auch das war bekannt. Bleibt also nur die Hoffnung, dass Herr Strunz vielleicht doch daneben greift, auf dass es etwas unterhaltsamer wird am Sonntagabend.

Dann wurde es sogar den Nachrichtensendern zu viel, die Übertragungen der Pressekonferenzen zum Medienereignis des Sommers wurden abgeschaltet. Der treffendste Kommentar kam anschließend vom langjährigen Emnid-Wahlforscher Klaus-Peter Schöppner bei N24: „Bombastik pur“.

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12 Kommentare zu "TV-Duell Merkel gegen Schulz: „Bombastik pur“"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wer wird Kanzler ? Herr Martin Schulz oder Frau Dr. Angela Merkel ?
    Frau Merkel hatte in ihrer Amtszeit als Kanzlerin ausreichend Gelegenheit um zu zeigen, dass sie
    "Kanzler" nicht wirklich kann. Herr Martin Schulz ist nicht zuzutrauen, dass er "Kanzler" besser als Frau Merkel kann ----- und somit von den schlechten Kanzlerdarstellern der Schlechteste sein kann.
    Im TV-Duell wird man sich gegenseitig nicht wehtun und Freundlichkeiten austauschen, weil die Rollen im Regierungsschauspiel - gespielt nach den Wahlen - doch schon jetzt vergeben sind. Frau Dr. Angela Merkel wird weiter den Kanzler schlecht spielen und Herr Martin Schulz spielt den Kanzlerstellvertreter, genannt Vizekanzler, So war es schon früher gedacht; denn Herr Gabriel (SPD und amtierender BR-Außenminister) hielt Frau Dr. Merkel immer für die bessere Kanzlerkandidatin der SPD oder besser, für eine gemeinsame ewige Kandidatin der SPD/CDU/CSU/FDP/Grüne/B90 !

  • Wie gesagt hat Angela Merkel den freien und unabhängigen Journalisten in einem freien Land und Demokratie gezeigt , dass es nicht stimmt. Sie hat die Sender erpresst und gezeigt wie sie dieses Duell will und auch ihre Regie Anweisungen
    den Sendern aufgedrückt. Was soll also dieses Duell , wo Schulz zum Treffen noch ein paar Blümchen für Merkel vermutlich mitbringt.

    Ich bin kein SPD Wähler , aber ich will einen Schulz sehen der in der ganzen Sendung Merkel scharf angreift ihr die Langeweile abwürgt und die Zuschauer zu Haus sich aufrichten und laut WOW !!!! sagen..was ist da denn los. Klasse!

  • Die selbstverliebten Top-Journalisten der Qualitätsmedien wollen also "die entscheidenden Unterschiede" zwischen SPD-100%-Schulz und CDU-"wir schaffen das"-Merkel herausbekommenen?

    Da lasse ich mich mal überraschen, was man "findet".

    Prognose meinerseits vorab: Der Unterschied wird sein, dass Schulz "noch mehr" von dem will, was Merkel will. Aber das ist bereits jetzt bekannt......

  • villeicht führt die Anfagre des Herrn Dr. Sprißler aus Tübigen beim europäischen Gerichtshof für Klärung dergestalt dass diese Abzockerei und Geldverschwendung durch diese Zwangsgebühren ein wenn auch unrühmlihces Ende findet. Dann müßten diese völlig überbezahlten Quatscher sich einen neuen Arbeitgeber suchen der bereit wäre derartige sinnlose Honorare zu bezahlen. Gilt natürlich nur für die zwangweise finanzierten.

  • Ich habe mir den vielen Schmalz bewusst nicht angeschaut. Vor allem nicht in den Öffentlichen, wo diese Moderatoren ihr Geld von unserer GEZ u.a. schon schaufeln können.

    Nein, danke.

  • Mir ist völlig schleierhaft weshalb Leute aus dem konservativen Lager immer noch CDU und somit Stasi-Merkel wählen.

    An der großartigen Politik der Raute in Berlin kann es jedenfalls nicht liegen.

    Diese Parteikarrieristin (das wäre sie, Angela Merkel, in der DDR auch geworden) stand in der 2. Reihe, gleich hinter Krenz, Honecker, Mittag, Mielke und Modrow.

    Einer Frau aus dem Kirchenumkreis wie sie wäre es niemals erlaubt worden zu Studienzwecken in die Sowjetunion zu reisen, wenn sie sich nicht staatskonform verhalten hätte.

    Also, tat sie was von ihr als überzeugter DDR´lerin verlangt wurde und wurde durch die SED mit einem guten Job in der Humboldt-Universität belohnt ...

    ... und wäre die DDR nicht untergegangen, so würde sie heute ganz oben im SED-Staat stehen.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    Dieser Zustand jedenfalls ist nicht mehr erträglich. Die konservativen Werte, die Ihr in der Gesellschaft sucht, findet Ihr bei Frau Merkel und der vollkommen verformierten CDU jedenfalls nicht.

  • So überflüssig wie ein Kropf!

  • "Eine völlig überflüssige Veranstaltung."
    Richtig.

    Da streiten sich zwei, welche das selbe Produkt verkaufen wollen um die Kundschaft.
    Rein technisch gesehen unterscheiden sich deren Produkte nur in Nuancen - die einen haben mehr eine schwarz-blaue, die anderen eher eine rote Verpackung.

    Das "lustigste" ist, dass beide laufend irgendwelche Veränderungen versprechen - dabei sind die doch an der Macht. Die hatten jetzt doch ewig lange Zeit, etwas zu verändern - hätten se doch alles tun können.
    Die SPD ist dabei noch ein bisschen lustiger - die hätte jederzeit mit Hilfe der Grünen und der Linken den Kanzler stellen können.(zur Erinnerung: https://de.wikipedia.org/wiki/18._Deutscher_Bundestag)

    Eigentlich bräuchten beide nur ein einziges Wahlplakat - von mir aus auch jeder sein eigenes, in seiner Farbe - mit der Aufschrift:
    ---------------------------------------------------------------------------------

    ==> WÄHLT UNS FÜR EIN WEITER SO! <==

    ------------------------------------------------------CDU/CSU/SPD

    ich weiss gar nicht, was es da noch zu quatschen gibt.

  • Alice Weidel gegen Angela Merkel würde ich mir ansehen, aber Schulz und Merkel....schnarch. Nur Masochisten tun sich so eine Veranstatlung mit Sprechblasen und Verbiegen und Verdrehen von Tatsachen an. Wie sagt der Volksmund "wer einmal lügt dem glaubt man nicht auch wenn er mal die Wahrheit spricht".

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