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Bundeswehr CDU-Politiker wollen Wehrpflicht wieder einführen

Zum 1. Juli 2011 wurde die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Die CDU fordert nun deren Rückkehr – sowohl für Männer als auch Frauen.
Update: 04.08.2018 - 17:13 Uhr 2 Kommentare
Die Bundeswehr tut sich schwer, geeignetes Personal anzuwerben. Quelle: dpa
Wehrpflicht für Männer und Frauen

Die Bundeswehr tut sich schwer, geeignetes Personal anzuwerben.

(Foto: dpa)

Berlin In der CDU wird angesichts der Rekrutierungsprobleme der Bundeswehr über die Rückkehr zur Wehrpflicht oder die Einführung einer „allgemeinen Dienstpflicht“ nachgedacht. Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer wolle dem Vorschlag einer allgemeinen Dienstpflicht eine wichtige Rolle in der Debatte um ein neues CDU-Grundsatzprogramm geben, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Samstag.

Schon beim CDU-Parteitag im Herbst solle ein Beschluss zu dem Thema fallen. Später solle das im neuen CDU-Grundsatzprogramm konkretisiert werden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg plädierte für die Wiedereinführung der Wehrpflicht. „Wir brauchen die Wehrpflicht, und sie soll für Männer und Frauen gelten“, sagte er.

Kramp-Karrenbauer sagte der Zeitung, sie rechne nicht mit einer einfachen Rückkehr zur Wehrpflicht. Sie wolle daher über eine allgemeine Dienstpflicht reden. Schon auf dem CDU-Parteitag Ende des Jahres solle das Thema als eine der Leitfragen beschlossen werden, an denen entlang die CDU die Diskussion über ihr neues Grundsatzprogramm führen wolle.

Konkrete Vorschläge, wie diese Dienstpflicht aussehen soll, sollen dann in diesem Grundsatzprogramm stehen, das 2020 beschlossen werden soll.

Offen lässt Kramp-Karrenbauer dem Bericht zufolge, ob sie an einen verpflichtenden allgemeinen oder einen freiwilligen Dienst denkt. Der hessische Abgeordnete Oswin Veith sagte der Zeitung zu diesem Vorschlag: „Sie soll zwölf Monate dauern und für junge Männer und Frauen über 18 Jahre gelten“.

Geleistet werden könnte dieser Dienst nach seinen Worten wahlweise bei der Bundeswehr oder auch beim Technischen Hilfswerk, in der Pflege oder der Gesundheitsversorgung. Veith ist auch Vorsitzender des Reservistenverbandes der Bundeswehr.

Wehrbeauftragter des Bundestages ist skeptisch

Auch der Obmann der SPD im Verteidigungsausschuss, Fritz Felgentreu, begrüßt den Vorschlag. „Wir müssen eine gesellschaftliche Debatte darüber führen, ob wir auf dem heutigen Weg, die Bundeswehr möglichst attraktiv zu machen, tatsächlich die Personalzahlen erreichen, die wir für die Landes- und Bündnisverteidigung brauchen“, sagte Felgentreu der Zeitung.

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Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD) sieht die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für Männer und Frauen hingegen skeptisch. „Eine allgemeine Dienstpflicht für Männer und Frauen ist verfassungsrechtlich im Moment nicht möglich. Das fällt unter das Verbot der Zwangsarbeit“, sagte Bartels der Bild am Sonntag.

Nur über das Wiederaufleben der Wehrpflicht könne man junge Frauen und Männer erfassen, die entweder ein Jahr Dienst bei der Bundeswehr oder ersatzweise in sozialen Einrichtungen ableisten. „Aber das ist Theorie. Ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, 700.000 junge Männer und Frauen jährlich für die eine oder andere Aufgabe verpflichtend einzuziehen, so sympathisch die Idee auch klingen mag.“

Deutschland hatte zum 1. Juli 2011 die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt. Inzwischen hat sich allerdings, nicht zuletzt mit der russischen Annexion der Krim, die Sicherheitslage in der Welt massiv verändert. Zugleich tut sich die Bundeswehr schwer, geeignetes Personal anzuwerben.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Bundeswehr : CDU-Politiker wollen Wehrpflicht wieder einführen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die CDU verstößt gegen das Grundgesetz.
    Kramp-Karrenbauer sagte der Zeitung, sie rechne nicht mit einer einfachen Rückkehr zur Wehrpflicht. Sie wolle daher über eine allgemeine Dienstpflicht reden.
    Das verstößt eindeutig gegen das Grundgesetz das eine Zwangsarbeit, denn nichts anderes ist das was die CDU Fr. "Krampf" Karrenbauer hier vorschlägt, verbietet.
    Aber wie schon bei der Euro-Rettung ist der CDU das GG egal, es wird so lange verbogen bis es passt, norfalls werden die richtigen Verfassungsrichter ans Verfassungsgericht berufen.
    Ja, Deutschland war hier den Polen schon immer weit voraus, die machen Fr. Merkel und die CDU nur nach.
    Um den Pflegenotstand zu kaschieren sollen in deutschland Jugendliche für ein Jahr zwangsweise für ein Trinkgelt in Pflegeeinrichtungen Zwangsarbeit leisten. die Bufdi Idee ist wohl tot.
    Das verlogenste der CDU ist aber die Bundeswehr vorzuschicken.
    Erstens, die Schrottausrüstung (Panzer fährt nicht, Flugzug u. Hubschrauber fliegt nicht, Schiff u, U-Boot muß im Hafen bleiben usw.) ermöglicht noch nicht einmal die vorhandenen Soldaten richtig auszubilden.
    Jetzt sollen 100.000 - 200.000 Wehrpflichtige hinzu kommen, Wo will man die Unterbringen? Mit welcher Ausrüstung sollen die üben? Wo sind die geeigneten Ausbilder die es jetzt noch nicht einmal gibt wie wir wissen? Welchen Sinn macht es in einer hoch technologisierten Armee zu veruchen Wehrpflichtige in 12 Monaten auf den geforderten techn. Standard zu bringen? Keinen!!!
    Aber man will die ja gar nicht dass die dienstpflichtigen in die Bundeswehr gehen, Ziel ist es sie als Arbeitskräft zu mißbrauchen in den sozialen Bereichen. Kein zivilisiertes Land außer Deutschland denkt über Zwangsarbeit nach. Hier wäre die EU aufgefordert einzuschreiten.
    Und die Wirtschaft? Die klagt zwar über fehlende Fachkräfte, dass dann aber schlagartig ein Jahrgang in der Ausbildung, Studium weg fällt ist wohl nicht so tragisch, sonst würde die Wirtschaft aufbegehren. Also ist der Fachkräftemangel nicht da.

  • In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Wer braucht den heute noch eine ungebildete stehende Armee? Wenn wir uns so bedroht fühlen, dann benötigen wir Top-ITler, Top Ingeneure etc.. ) Wir brauchen Erfindungsreichtum, wir brauchen neue Verteidigungsstrategien, wir brauchen z.B. bundesweite ununterbrechbare Kommunikationswege (auf dem Land sind wir nicht mal 3. Welt Niveau..was Datenfunk betrifft). Generell sollten alle Verteidigungsausgaben, wenn sie den schon erhöht werden, nicht für ausländische (amerikanische) Waffentechnik ausgegeben werden oder out-of-art inländische Waffengattungen zu Gute kommen. Wir brauchen eine integrative Sicht. Was kommt uns als Bevölkerung neben der Sicherheit noch zu Gute (Infrastruktur). Aber erst wenn es uns schlecht geht und wir tatsächlich bedroht werden, wird sich am Schema F hier etwas ändern.

    Das Pflichtjahr ist eine bodenlose Unverschämtheit und zeigt das eklatante Regierungsversagen. Wehrdienst hat mir ein Jahr meines Lebens gestohlen. Jetzt soll also Töchter gezwungen werden für geldgierige Organisationen als kostenlose Arbeitsressource zur Verfügung zu stehen. Bezahlt die Menschen richtig, dann arbeiten sie auch dort, wo die Bezahlung der Anforderung entspricht.

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