Bundeswehr Hauptwaffen der Truppe weiterhin nur beschränkt einsatzbereit

Die Hauptwaffen der Bundeswehr sind nur beschränkt einsatzfähig. Von den Grünen gibt es deshalb scharfe Kritik an der Verteidigungsministerin.
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Von den 128 bundeswehreigenen Kampfjets des Typs „Eurofighter“ waren im vergangenen Jahr nur durchschnittlich 39 einsatzbereit. Quelle: dpa
Eurofighter

Von den 128 bundeswehreigenen Kampfjets des Typs „Eurofighter“ waren im vergangenen Jahr nur durchschnittlich 39 einsatzbereit.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundeswehr kämpft weiter mit der mangelnden Einsatzfähigkeit etlicher ihrer Hauptwaffensysteme. Von einem Gesamtbestand von 128 Eurofightern seien im vergangenen Jahr durchschnittlich 39 Jets einsatzbereit gewesen, heißt es im „Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr 2017“ des Bundesverteidigungsministeriums, der der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag.

Von insgesamt 93 Tornado-Kampfjets seien durchschnittlich 26 einsatzbereit gewesen. Von insgesamt 72 Transporthubschraubern des Typs CH-53 hätten 16 tatsächlich für Ausbildung und Einsatz genutzt werden können.

Die Bundeswehr berechnet die Einsatzbereitschaft ihres Geräts allerdings nicht auf der Grundlage des Gesamtbestandes. Maßgebliche Basis für das Verteidigungsministerium ist der sogenannte Verfügungsbestand, das heißt die Gesamtzahl der Waffensysteme minus des Geräts, das in längerfristiger Wartung, Modernisierung oder der Erprobung steckt.

Danach standen der Luftwaffe von insgesamt 128 Eurofightern im vergangenen Jahr 81 grundsätzlich zur Verfügung. Von diesen wiederum konnte die Luftwaffe dem Bericht zufolge durchschnittlich 39 tatsächlich für Ausbildung und Einsatz nutzen, was einer Einsatzbereitschaft von etwa 48 Prozent entspreche.

Das Verteidigungsministerium erklärt die Probleme unter anderem mit einer verstärkten Abnutzung der Waffensysteme durch die gestiegene Zahl von Übungen und Einsätzen im Zusammenhang mit der verschlechterten Sicherheitslage seit der Ukraine-Krise.

„Im Ergebnis ist eine höhere Beanspruchung nahezu aller Waffensysteme im Vergleich zu vorherigen Berichten zu beobachten“, schreibt das Ministerium. Dennoch habe sich die Einsatzbereitschaft des Geräts im Vergleich zum vorherigen Bericht für das Jahr 2016 bei der überwiegenden Zahl der Waffensysteme verstetigt.

„Unverändert bewahren Waffensysteme in den Auslandseinsätzen eine weit überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft“, schreibt das Ministerium. Mit Blick auf die laufenden Einsätze sei die Einsatzbereitschaft der Truppe gewährleistet.

Auf dieser Basis könne Deutschland seine Verpflichtungen etwa zur Beteiligung an der schnellen Nato-Einsatzgruppe VJTF, auch als Nato-Speerspitze bezeichnet, erfüllen. Die Bereitstellung des Geräts für die Einsätze gehe jedoch „natürlich zulasten des Grundbetriebs“.

Der Grünen-Haushalts- und Verteidigungsexperte Tobias Lindner warf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor, sie habe es nicht geschafft, die Probleme abzustellen. „Viele Verpflichtungen und hohe Übungstätigkeiten belasten das Material ohne Zweifel, aber darauf muss die Bundeswehr proaktiv reagieren und nicht bloß zuschauen, wie ihr Material ausfällt“, erklärte er.

„Dass vor acht Jahren keine Ersatzteile bestellt wurden, reicht heute nicht mehr als Begründung aus.“ Die Debatte über die niedrige Einsatzbereitschaft laufe nun schon viele Jahre, in denen Teile bestellt und geliefert hätten werden können. „Es kann nicht sein, dass neue Hubschrauber, Transportflugzeuge oder Schützenpanzer gekauft werden, während es für diese anscheinend keine Ersatzteile gibt.“

  • rtr
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