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Bundeswehr Mechaniker-Fehler löste Airbus-Absturz in Mali aus

Die Bundeswehr hat den Abschlussbericht zum Absturz in Mali veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass ein Mechaniker-Fehler ausschlaggebend war.
12.12.2018 - 08:55 Uhr Kommentieren
Der Hubschrauber war vor seinem Absturz mit einer Geschwindigkeit von etwa 250 Kilometern pro Stunde in einer Höhe von rund 550 Metern unterwegs gewesen. Quelle: dpa
Kampfhubschrauber „Tiger“

Der Hubschrauber war vor seinem Absturz mit einer Geschwindigkeit von etwa 250 Kilometern pro Stunde in einer Höhe von rund 550 Metern unterwegs gewesen.

(Foto: dpa)

Berlin Eine fehlerhafte Einstellung der Rotorsteuerung war nach Untersuchungen der Bundeswehr die Ursache des tödlichen Absturzes eines Airbus-Kampfhubschraubers in Mali im Juli 2017. Dem als vertraulich eingestuften Abschlussbericht zufolge liege weder ein technischer Defekt noch Materialversagen vor, sagte ein Vertreter aus Verteidigungskreisen in der Nacht zum Mittwoch in Berlin. Ein Mechanikerteam von Airbus habe jedoch einen Fehler gemacht, als es die Flugsteuerung am Heimatstandort der Heeresflieger im hessischen Fritzlar nach einer Reparatur neu justiert habe.

Zuvor hatte der für die Flugsicherheit bei der Bundeswehr zuständige General die Obleute des Verteidigungsausschusses des Bundestags über seinen Abschlussbericht informiert. Die beiden Piloten des Kampfhubschraubers vom Typ Tiger hatten danach trotz ihrer großen Erfahrung keine Chance, das Unglück zu verhindern. Sie kamen bei dem Absturz ums Leben. Ein Sprecher von Airbus Helicopters sagte, das Unternehmen werde sich im Laufe des Vormittags äußern.

Die Flugsteuerung, die die Bewegungen des Steuerknüppels auf die Rotoren überträgt, sei falsch eingestellt gewesen, verlautete aus Verteidigungskreisen unter Berufung auf den Abschlussbericht. Konkret seien die Anschlagspunkte verschoben gewesen, was zu einem kritischen Zeitpunkt die ungewollte Abschaltung des Autopiloten und damit den Absturz ausgelöst habe. Zu den Aufgaben des Autopiloten zählt unter anderem, die durch Wind und Thermik verursachten Auf- und Abbewegungen des Hubschraubers durch Gegensteuern zu korrigieren und den Helikopter so auf einer konstanten Flughöhe zu halten.

Am Tag des Unglücks habe der Autopilot die Nase des Helikopters bei einer Geschwindigkeit von etwa 250 Kilometern pro Stunde gerade nach unten gedrückt, als er durch den falsch gesetzten Anschlagspunkt gestoppt wurde, hieß es unter Berufung auf den Abschlussbericht. Das Gerät habe dies als manuellen Eingriff des Piloten gewertet und sich ähnlich einem Tempomat automatisch abgeschaltet.

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    Der Helikopter sei dadurch rasant nach vorn gekippt und der Druck auf den Hauptrotor habe sich so massiv erhöht, dass es ihn binnen Sekunden in der Luft zerrissen habe. Der Absturz sei damit unvermeidlich geworden, zumal zu diesem Zeitpunkt auch extreme Beschleunigungskräfte auf die Piloten eingewirkt und sie vermutlich handlungsunfähig gemacht hätten.

    Bei dem Vorfall seien dem Bericht zufolge mehrere Faktoren aufeinander getroffen, die sich zusammen mit dem Einstellfehler katastrophal ausgewirkt hätten, hieß es. Vor dem Unglück habe der Kampfhubschrauber trotz der fehlerhaften Einstellung in Deutschland und Mali unbeanstandet an die 150 Flugstunden absolviert.

    Vor jedem einzelnen Flug testeten die Piloten zwar die Gängigkeit der Flugsteuerung. Verschobene Anschlagspunkte würden dabei jedoch nicht auffallen, da man von einer korrekten Grundeinstellung ausgehe. Der Abschlussbericht der Bundeswehr wird auch in die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu dem Absturz einfließen.

    • rtr
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