Bundeswehr und Familie „Der wirkliche Held ist der, der daheim bleibt“

Ursula von der Leyen will die Bundeswehr familienfreundlicher machen. Eine Soldatin und Mutter erzählt Handelsblatt Online, warum die Truppe mehr Kitas braucht und was die Ministerin noch anpacken sollte.
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Soldat mit Kind: Bundeswehr wünscht sich mehr Kita-Plätze. Quelle: dpa

Soldat mit Kind: Bundeswehr wünscht sich mehr Kita-Plätze.

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DüsseldorfMehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten, bessere Teilzeit-Reglungen und weniger Versetzungen: Mit diesen Ideen will die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Bundeswehr familienfreundlicher gestalten. Für die Soldatin Eva Holzer (Name von der Redaktion geändert) ist das eine gute Nachricht. „Seit über zehn Jahren sind Frauen in allen Laufbahnen und Teilstreitkräften bei der Bundeswehr. Dass die jetzt Kinder kriegen, ist keine Überraschung“, sagt sie im Gespräch mit Handelsblatt Online. Deshalb müsse sich etwas an den Strukturen ändern, fordert die Soldatin im Rang eines Hauptmanns.

Holzer ist mit einem Bundeswehr-Offizier verheiratet. Zusammen haben sie einen vierjährigen Sohn, der eine öffentliche Kita besucht. „Meine Dienstzeit beginnt um 7 Uhr. Zur gleichen Zeit macht die Kita auf“, erzählt die Berufssoldatin, die derzeit in Süddeutschland stationiert ist. Um sowohl dem Dienst als auch der Kita gerecht zu werden, arbeitet sie in Teilzeit. Damit gehört sie zu einer absoluten Minderheit in der Bundeswehr. Nach Informationen des Deutschen Bundeswehrverbandes arbeiten nur etwa 800 von 185.000 Soldatinnen und Soldaten in Teilzeit.

Für Holzer ist die Teilzeitarbeit die einzige Möglichkeit, Dienst und Familie unter einen Hut zu bekommen, da ihr Ehemann derzeit in Afghanistan im Einsatz ist. Um 15.30 Uhr macht die Soldatin Feierabend, eine halbe Stunde später holt sie ihren Sohn von der Kita ab. Für Holzer wäre eine Bundeswehr-Kita ideal, die von 6 bis 18 Uhr geöffnet hat und wo man das Kind auch mal über Nacht lassen könnte, wenn der Job es erfordert, sagt sie.

Mit den derzeitigen Möglichkeiten der Kinderbetreuung ist auch der Bundeswehrverband unzufrieden. Nach Angaben der Organisation, die sich für die Belange der Soldaten einsetzt, hat die Bundeswehr in den Jahren 2011 bis 2013 etwa 200 Plätze in öffentlichen Kitas belegt. „Im Verhältnis zur Gesamtzahl ist das natürlich viel zu wenig“, kritisiert Verbandssprecher Jan Meyer.

Im Verteidigungsministerium ist dieses Problem bekannt. In München, Koblenz und Ulm baut die Bundeswehr derzeit eigene Betriebskitas, um Abhilfe zu schaffen. Im April dieses Jahres soll die erste Kita in München fertig gestellt werden. Auch in Berlin soll eine Kita entstehen – hier gibt es aber Probleme. „Wir haben mit dem Bundesfinanzministerium noch keine einvernehmliche Lösung im Rahmen der Bedarfsanerkennung erreicht“, sagt eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums auf Anfrage von Handelsblatt Online. Im Klartext bedeutet dies: Das Finanzministerium stellt die Notwendigkeit der Kita in Berlin in Frage und lässt vorerst keine Gelder fließen. Dass das Projekt gestoppt wurde, sei aber nicht korrekt, wie das Finanzministerium auf Anfrage betonte.

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  • Ich selber bin Soldat, bin verheiratet und habe ein Kind. Ich finde die Forderung von Frau Hauptmann Eva H. bezüglich der Kinderbetreuung von 6 bis 18 Uhr und am besten noch Nachts äußerst Kinderfeindlich! Entweder das Ehepaar entscheidet sich für ein Kind und plant damit auch das berufliche "einen Gang runter schalten" mit ein oder ich darf mir eben kein Kind "anschaffen"!!! Wenn er Vollzeit und sie Teilzeit arbeitet, dann wird da ja wohl auch genug Geld in die Familienkasse gespült...
    Also schöne Grüße Frau Hauptmann Eva H. (ps. werden sie sich mal ihrer Mutterrolle bewusst/gerecht)

  • Hauptfrau + Hauptmann + Afghanistan-„Auslöse“
    =
    10.000 € Deutscher Netto-Weltmeisterhaushalt
    + kostenfreie Heilfürsorge inkl. Kind
    + sichere Pension mit 60 (es sei denn er ist Strahlflugzeugführer – dann steht die Pension wohl kurz bevor)

    Für solche Menschen ist es halt selbstverständlich uns normalen Steuerzahlern noch die Selbstverständlichkeiten die eine Lebensplanung mit Kindern nun mal so mit sich bringt aufzuerlegen.

    Von mir aus kann dieser Verein samt Ministerin + Ministerium abgeschafft werden.

  • „Der wirkliche Held ist der, der daheim bleibt“, vormittags mit seiner Drohne auf Jagd geht und nachmittags mit den Kindern spielt. Abends reicht's dann für ein Bierchen vor dem Fernseher. Die Zukunft ist lustig!

  • Bevor die Bundeswehr nun zum Kuschelcenter wird sollte das Rentenalter der BW Mitarbeiter dem des gemeinen Bürgers angepasst werden. Also nicht mehr mit 53 J in die Rente sondern, wie wir alle, mit 67 Jahren.

  • Was soll denn schon wieder dieser dümmliche Hinweis auf die Beamten und den ö.D. Hier ist explizit von der Bundeswehr die Rede. Ich finde zwar auch, dass die Diskussion nonsens ist, da man sich bei der Entscheidung für eine Laufbahn bei der BW (insb. als Offizier) durchaus über die damit einhergehenden Belastungen klar sein sollte.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Soldaten sollen man alle sehr ruhig sein, die haben sich schließlich den Beruf ausgesucht und dann muss man auch damit leben, das es kein normaler Job ist.
    Dann immer das Gejammere auf hohen Niveau, dabei (ich bin selber seit 1990 beim Bund, als unter bezahlten Angestellter) gibt es für die Uniformierten viele Vergünstigungen & Privilegien.

  • Die Kommentare schweifen m.E. nach vom Thema ab, aber sei's drum. Hätte ein neuer - männlicher - Minister das Thema auf die Agenda gebracht, wären die Kommentare vielleicht auch etwas niveauvoller. Sie sollten mal darüber nachdenken, ich welchem Zeitalter wir leben - und da gehört eine VerteidigungsministerIN genauso zum Politikalltag wie eine Bundeskanzlerin!

  • Der ist gut :-)))))))))))

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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