Bundeswehr Von der Leyen verteidigt Rekrutierung von Minderjährigen

Um den Bedarf an Soldaten zu decken, greift Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auch auf Minderjährige zurück. Tausende werden rekrutiert, obwohl sie noch nicht volljährig sind. Kritik kommt von der Linken.
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Die Bundeswehr hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 3000 minderjährige Soldaten rekrutiert. Die Verteidigungsministerin verteidigte die Praxis. Quelle: AFP

Die Bundeswehr hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 3000 minderjährige Soldaten rekrutiert. Die Verteidigungsministerin verteidigte die Praxis.

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BerlinJugendliche beim Schießtraining: Die Bundeswehr hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 3000 minderjährige Soldaten rekrutiert. Das teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin mit. Allein im Jahr 2013 seien 1032 17-Jährige rekrutiert worden, sagte der Sprecher. Im Jahr zuvor seien es 1216, 2011 833 gewesen. Dabei handelte es sich jeweils sowohl um freiwillig Wehrdienstleistende als auch um Zeitsoldaten. Allerdings könnten sie erst als Volljährige ohne Einschränkungen ihren Dienst versehen.

Das Verteidigungsministerium verteidigte die Praxis: „Sie werden an der Waffe ausgebildet, aber nicht an der Waffe eingesetzt“, sagte der Sprecher. An Auslandseinsätzen nähmen Jugendliche nicht teil. Zudem würden sie nur mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten eingestellt.

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag, über die die „Rheinische Post“ zuvor berichtet hatte, teilte die Bundesregierung zudem mit: „Die Praxis der Bundeswehr steht im Einklang mit geltendem nationalen wie internationalem Recht.“ Zudem entspreche sie in vollem Umfang dem Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, das die Beteiligung Minderjähriger an bewaffneten Konflikten ächte.

Darauf verwies auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) beim Besuch eines Karriere-Centers der Bundeswehr in Hannover. „Wir wollen die besten jungen Frauen und Männer der jeweiligen Jahrgänge gewinnen“, sagte sie. „Wie in allen anderen Ausbildungsberufen auch können junge Menschen ab 17 bei uns anfangen.“

Kritik kam von der Linkspartei. „Deutschland reiht sich mit der Rekrutierung von Minderjährigen in eine Reihe von Ländern ein, die häufig Demokratie und Menschenrechte missachten“, kritisierte die Linken-Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert. „Den Bemühungen auf internationaler Ebene, den Einsatz von Kindersoldaten zu ächten, wird durch diese Doppelmoral ein Bärendienst erwiesen.“

Neben Deutschland rekrutieren in der EU unter anderem Frankreich und Österreich 17-Jährige für ihre Armeen. Auch in autoritär regierten Staaten wie China und Saudi-Arabien wird dies so gehandhabt. Unter anderem im Iran, in Pakistan und in Kanada ist der Dienst in den Streitkräften bereits vor Vollendung des 17. Lebensjahres möglich.

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums gibt es diese Praxis in Deutschland bereits seit etlichen Jahren. Ein Zusammenhang mit der Aussetzung der Wehrpflicht am 1. Juli 2011 bestehe nicht. Seit die Wehrpflicht in Deutschland durch Freiwilligendienste ersetzt wurde, bemüht sich die Bundeswehr jedoch verstärkt um Nachwuchs.

  • dpa
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15 Kommentare zu "Bundeswehr: Von der Leyen verteidigt Rekrutierung von Minderjährigen"

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  • Nun also sind wir wieder soweit, dass die Bundeswehr 17 Jährige freiwillig zum Bund einberufen darf?
    In den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges hatten wir dies schon einmal?
    Haben die Verantwortlichen nichts dazu gelernt?

    Wen Frau von der Leyen dieses Vorgehen noch verteidigt „Rekrutierung von Minderjährigen“ frage ich mich, wann werden ihre sieben Kinder ebenfalls jetzt für Einsätze der Mutter Rekrutiert?
    Man kann sich nur noch Ärgern über diese Selbstdarstellerin.
    So war es bis jetzt in allen Ministerämter die Sie inne hatte.

  • sind 17 jährige überhaupt in der lage, die risiken eines einsatzes abzuschätzen. ich denke hier vor allem an die erkrankung an einem ptbs, die folgen für das ganze leben haben kann, und durchaus mit der folge eines "aus" für das anschließende berufliche und auch private leben. psychische erkrankungen sind schwerer zu behandeln als "reine" physische verletzungen. die truppe wie auch die politik spielt m.e. das risiko herunter. ich kann keinem raten, zum bund zu gehen.

  • Das iast christliche Politik unter Frau Merkel! Nur um die Arbeitslosenzahl massiv zu senken, manipulieren, werden jetzt "Kinder" eingezogen. Gibt es eine noch größere Schande für "christliche" Politiker????? In der UN sind wir gegen Kindersoldaten!

  • @trocherieux
    Ich schließe mich Ihrer Meinung an.

    Nicht wählen dürfen, im Sarg aus dem Kriegseinsatz zurück. Unvorstellbar!

  • Einfach nur noch ekelerregend, diese moralische Verkommenheit.

  • Die vormilitärische Ausbildung in der GST der DDR als Bestandteil einer Diktatur zu erklären.
    Was ist das jetzt mit Minderjährigen in der Bundeswehr?
    Sandkastenspiele?

  • Wieso diese Aufregung?
    Das gab es schon immer, ich gehörte vor 50 Jahren auch dazu und es hat mir nicht geschadet, im Gegenteil.
    Typisch Politik, Wahlrecht mit 16 fordern, aber bei dieser Angelegenheit in das Empörungshorn stossen

  • Zitat : Um den Bedarf an Soldaten zu decken, greift Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auch auf Minderjährige zurück

    das sollte Uschi unterlassen !

    Das ist unredlich !

    Es kommen doch genug Fachkräfte aus dem Ausland....??!

  • Was solls? In Afrika sind Kinderarmeen auch selbstverständlich und in Indien gehts mit 12 schon in den Steinbruch.
    Also ist Bananenrepublik Deutschland doch in bester Gesellschaft.

  • Hat Leyen ihre eigenen Kinder bereits integriert??? Das hätte Vorbildfunktion! Diese Frau ist mehr als überflüssig und überflüssiger als die Bundeswehr.

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