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Bundeswehr Von der Leyen will Truppe um 15.000 Mann verstärken

Der Bundeswehrverband hat schon mehrfach um eine Vergrößerung des Heers gebeten. Jetzt kommt Verteidigungsministerin Von der Leyen dieser Bitte offenbar nach: Laut eines Medienberichts will sie 15.000 neue Stellen schaffen.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf einem deutschen Stützpunkt in der Türkei: Mannstärke von derzeit 179.000. Quelle: AP
Die Truppe

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf einem deutschen Stützpunkt in der Türkei: Mannstärke von derzeit 179.000.

(Foto: AP)

Berlin Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Bundeswehr einem Medienbericht zufolge um 15.000 Soldaten und Zivilisten vergrößern. In einem ersten Schritt sei die Aufstockung der Truppe um 7000 Soldaten und 3000 zivile Mitarbeiter geplant, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Wochenende. Später sollten 5000 weitere Planstellen hinzukommen.

Laut RND soll die Bundeswehr vergrößert werden, um auf die neuen Herausforderungen der Truppe zu reagieren. Von den derzeit 185.000 Planstellen seien aktuell weniger als 179.000 besetzt. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte dagegen, es seien noch keine Entscheidungen zur Vergrößerung der Bundeswehr getroffen worden. Damit sei in diesem Monat auch nicht zu rechnen, da noch Untersuchungen liefen.

Der Bundeswehrverband und der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) hatten bereits Ende vergangenen Jahres eine deutliche Aufstockung der Truppe gefordert. „Die Bundeswehr ist am Limit“, resümierte Bartels kürzlich in seinem Jahresbericht.

Den deutschen Streitkräften gehören derzeit rund 179.000 Soldaten an. Es gibt aber 185.000 Planstellen für Soldaten und 56.000 für Zivilisten. Die Bundeswehr ist seit der Wiedervereinigung 1990 kontinuierlich geschrumpft. Damals zählte sie noch fast 600.000 Soldaten. Die letzte Verkleinerung von 250.000 auf 185.000 Soldaten hatte von der Leyens Vorgänger Thomas de Maiziére (CDU) 2011 auf den Weg gebracht.

Von der Leyen hatte bereits im Januar eine Offensive zur Modernisierung der Bundeswehr gestartet. In den nächsten 15 Jahren will sie insgesamt 130 Milliarden Euro in 1500 Rüstungsprojekte stecken. An Großwaffensystemen sollen vor allem mehr Panzer und Hubschrauber beschafft werden.

Die Aufrüstung der Bundeswehr und eine Personalaufstockung sind aber nur zu realisieren, wenn der Verteidigungsetat von derzeit 34,3 Milliarden Euro deutlich erhöht wird. Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold schätzt, dass sechs Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich notwendig werden könnten. Die Eckwerte für den Haushalt 2017 und die mittelfristige Finanzplanung bis 2020 will das Kabinett am 23. März beschließen.

Der Handelsblatt Expertencall
  • afp
  • dpa
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