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Bundeswehrreform Guttenbergs Pläne wecken die Skepsis der Truppe

Nun beginnt die Gefechte um Zahlen. Die SPD hat die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geplante Verkleinerung der Bundeswehr kritisiert. Bedenken über die Personallage und das Einsparpotenzial kommen aus der Truppe selbst. Mit Amtsvorgänger Franz Josef Jung (CDU) feuert zudem ein ausgewiesener Fachpolitiker aus den eigenen Reihen seine Kritik auf Guttenbergs Reformvorhaben.
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Generalinspekteur Volker Wieker (l.) sorgt sich um die Personallage der Bundeswehr, sollte die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (r.) geplante Freiwilligenarmee Wirklichkeit werden. Quelle: APN

Generalinspekteur Volker Wieker (l.) sorgt sich um die Personallage der Bundeswehr, sollte die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (r.) geplante Freiwilligenarmee Wirklichkeit werden.

HB BERLIN. Unterstützung für Karl-Theodor zu Guttenberg kam wieder mal von oben: In der Auseinandersetzung um die Reform der Bundeswehr hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihrem Verteidigungsminister eine „konstruktive Begleitung“ seiner Vorstellungen zugesagt. In einem Interview mit der Madsack Mediengruppe in Berlin begrüßte sie, dass sich der CSU-Politiker die Freiheit genommen habe, die Sicherheitsarchitektur so zu denken, wie er und das Ministerium glauben, dass Deutschland seine äußere Sicherheit garantieren könne und bündnisfähig bleibe.

Aus vielen anderen Richtungen weht Guttenberg allerdings Gegenwind ins Gesicht. Vor allem aus der Truppe selbst. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, sieht in Guttenbergs Plänen zwar eine „Reparatur, die glücken kann“. Im Deutschlandradio Kultur kritisierte er allerdings zugleich: „Aber das hätten wir ja schon etwas früher haben können.“

Stattdessen sei erst der im Koalitionsvertrag festgeschriebene sechsmonatige Wehrdienst umgesetzt worden. „Nachdem nun alle festgestellt haben, dass es nichts bringt, gehen wir diesen Schritt.“ Kirsch bezweifelte zudem das Einsparpotenzial von 8,3 Milliarden Euro bis 2014 für den Verteidigungsetat. Die Bundeswehr sei ohnehin permanent unterfinanziert. „Das ist wie mit einem trockenen Schwamm, wenn Sie da draufdrücken, kommt halt nichts mehr raus.“

Nach Guttenbergs Vorstellungen soll die Truppe in den nächsten Jahren von 252 000 auf bis zu 163 500 Soldaten schrumpfen - mit etwas Spielraum nach oben. Bis zu 180 000 Soldaten sind nach Auffassung des Ministers unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung möglich. Die Wehrpflicht soll zwar im Grundgesetz verankert bleiben, junge Leute sollen aber nicht mehr gegen ihren Willen eingezogen werden. Der Minister will einen freiwilligen „Schnupper-Wehrdienst“ mit einer Länge von zwölf bis 23 Monaten anbieten, der vor allem dazu dienen soll, Nachwuchs für die Berufsarmee zu rekrutieren. Auch Frauen sollen sich freiwillig melden können. Das Ministerium geht in der Modellrechnung von 7500 Freiwilligen sowie 156 000 Berufs- und Zeitsoldaten aus.

Das Heer wird im Zuge der Reform jedoch wohl mit deutlich weniger Personal auskommen müssen. Die derzeit größte Teilstreitkraft mit rund 92 000 Soldaten könnte fast halbiert werden. 54 500 Soldaten wird laut dem Papier als Modell mit „insgesamt noch vertretbarerem Fähigkeitsbeitrag und hinreichender Wahrscheinlichkeit der Finanzierbarkeit“ bewertet. Wo es dabei zu Standortschließungen kommen wird, ist aber noch offen. Mit Stationierungsentscheidungen sei nicht vor dem zweiten Halbjahr 2011 zu rechnen.

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4 Kommentare zu "Bundeswehrreform: Guttenbergs Pläne wecken die Skepsis der Truppe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Mädchen haben sich den Zugang zur bW gerichtlich erstritten ??? und mit Gleichberechtigung argumentiert. ich stelle aber nicht fest, dass sie sich auch in den Zivildienst einreihen.

    Frau Steer, sobald jemand sich vor Gericht sein vermeidliches Recht erstreitet ist er unten durch. Soviel sollten Sie vom Wehrdienst wissen.
    Die Probleme werden nicht vor Gericht erstritten und recht haben gilt nicht. Wer vor Gericht tritt, konnte seine Schwierigkeiten nicht anderst lösen.

    So wird es geschult. Derjenige der nicht verhandeln kann ist unfähig und soll nicht vor Gericht klagen.
    Ein Automatismus der bekannt ist und mit dem Gerechtigkeit seit Jahren unterbunden wird in Deutschland. Die Kläger sind maximal die Opfer und damit schuldig.

    ich gebe ihnen ein Fallbeispiel:
    Ein Kind später junges Mädchen wurde vergewaltigt in Deutschland vom Vater und bruder , der ihn den Sohn dazu angestachelt hatte, es gab keine Mutter mehr.
    irgendwann zündete das Mädchen zwischen 16 und 18 Jahre alt das Haus an und landete für diese Straftat voll verurteilt im Gefängnis. Der Vater und Sohn wurden freigesprochen. So ist die Rechtsjustiz in Deutschland. Und das ist nur ein Fall von vielen.
    Also wenn sich irgendwelche Mädchen vor Gericht etwas erstritten haben, werfen sie es am besten gleich in den Müll.

    ich habe das getan. Es in den Müll geworfen:
    Fallbeispiel: ich konnte klagen gegen Mobbing doch der Anwalt hat abgeraten und ich könne nie wieder klagen, obwohl ich gegen ca. 4000 Euro brutto Gehaltsrückstand geklagt habe und diese erhalten habe netto.
    Ein Jahr später habe ich erfahren: die Justiz sagte ich könne trotzdem klagen. Das erfahre ich ein Jahr später. Mein Anwalt hat die Gegenpartei vertreten und mir nicht die Wahrheit gesagt.
    Er hat mir gleichfalls nicht gesagt, dass ich netto klagen muss und somit sein Gehalt erhöht worden war. Diesen Anwalt konnte ich mir sparen der hat nur Geld gekostet, wie sovielen hier in Deutschland.
    Sogar der Anwalt der Gegenpartei hat dies im Gerichtsverfahren betont und ausgesprochen.

    Es ist sinnlos hier in Deutschland. Sie erhalten von niemand eine sinnvolle beratung. Die Anwälte halten hier fest zusammen.

    Durch klagen wird höchstens eine Minisumme an Geld erstritten.

    Wäre ich bei einem "gleichberechtigtem Gehalt" eingestellt worden: Alleine mein Gehaltsschaden läuft mittlerweile auf 600 000 Euro hinaus.
    Neben den Mobbingattacken und der Ausgrenzung aus dem berufsleben.
    Grund ist: ich habe mein Unternehmen gewechselt

    und

    gesagt der MD4 Sicherheitscode stimmt nicht mit der Restfehlerwahrscheinlichkeit von 2 hoch minus 128.
    Eine weitestgehende belanglosigkeit, doch alle teuren Gutachter und Sicherheitsverantwortlichen hatten bereits abgesegnet, diese Restfehlerwahrscheinlichkeit. Und wollten ihre Kollegen weiterhin bequem die Aufträge zuschieben und ein schönen hochbezahltes Leben haben.
    Diese Leute verdienen alle ihre 100 000 Euro pro Jahr + Schulungen + hochbezahlter Arbeitsplatz.
    Da darf doch kein beliebig austauschbarer anonymer Leiharbeiter den Mund aufmachen in diesem System.

    betreiben wir weiter den Volkssport, der Eliten auf Kosten anderer.

  • @HbWast
    ich fürchte nur, dass oben so ziemlich alles beim Alten bleibt. Allein im Vert.-Ministerium in bonn sind 3.000 Leute beschäftigt, natürlich vorrangig Zivilisten, die teils nicht mal gedient haben und nicht wissen, wie eine Kaserne von innen aussieht. Die sollen dann über alles bestimmen was Soldatn brauchen.
    Es sind immer nur wenige Offiziere im Ministerium, meist im Rahemn ihrer Dienstzeit müssen sie auch mal dort gewesen sein. Man nennt das Stehzeit. Oder auch so zum Ende der Dienstzeit eines SAZ (Soldat auf Zeit). Denn für ein Jahr kann/will man so jemanden nicht mehr groß als Kompanie-Chef installieren. Was völliger blödsinn ist.
    All das sollte reformiert werden. Der Erfolg dieses Unsinns ist übrigens, dass der bW mehr und mehr junge bestens ausgebildete Offiziere abhanden kommen, die haben nämlich auf solche Spielchen keine Lust. Die sind nicht AbC-Offizier oder was auch immer geworden um jetzt im Ministerium unsinnigen Papierkram zu machen. Die wollen bis zum Ende ihrer Dienstzeit voll in ihrem Job sein.
    Es gäbe also viel zu tun, aber durch Einsparen der Wehrpflicht bekommt man die vielfältigen Probleme nicht gelöst.

  • ich bin ein absoluter Verfechter des Wehrdienstes. Aber um Gleichberechtigung zu erhalten, sowohl dass alle einberufen werden als auch Gleichberechtigung Mann/Frau, würde ich diesen Dienst anders gestalten.
    Die Mädchen haben sich den Zugang zur bW gerichtlich erstritten und mit Gleichberechtigung argumentiert. ich stelle aber nicht fest, dass sie sich auch in den Zivildienst einreihen.
    Gleichberechtigung vieler Frauen heißt offenbar nur, sich die Rosinen rauspicken.
    Ein soziales Jahr für alle, jeder kann wählen was er macht. Entweder bW oder Zivildienst.
    Ein Jahr für den Staat/die Gesellschaft schadet unseren jungen Menschen nicht, gerade in dieer egoistischen Gesellschaft.
    Oftmals hilft es sogar bei der berufsfindung.
    Was ist dagegen zu sagen, wenn Jungs und Mädels mal in Kindergärten u. -Heimen, zu alten Menschen und Kranken gehen und helfen? Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen, bei den Tafeln, bei Drogenberatungstellen usw. in dr Gesellschaft gibt es viel zu tun
    in Grundschulen helfen usw.
    Kennedys Worte sollten vielleicht mal wiederbelebt werden
    "Frage nicht was der Staat für Dich tun kann, sondern frage Dich was Du für den Staat tun kannst"
    Anstatt nach der Schule zu gammeln, keine Ausbildungsstelle haben und mit der schönsten Selbstverständlichkeit der Welt Sozialhilfe beantragen, das sollte kein Lebensziel sein.
    im übrigen müssen wir aufpassen, bei einer reinen berufsarmee werden wir das bekommen was die USA und England längst haben: eine Unterschichtarmee.

  • Mit der Reduzierung in der bundeswehr wird der Wasserkopf der Häuptlinge aus organisatorischen Gründen überproportional abgebaut werden müssen und das war längst überfällig. Parallelstrukturen abbauen wäre schon mal eine gute Übung, um als künftiger bundeskanzler mit "Kettenpanzern" föderalistische Parallelministerien von deutschen Klein-bundesstaaten platt zu machen und damit die immensen Ausgaben des Staatsmolochs zu reduzieren.
    Der bisherige Wehrdienst muss als Pflichtdienst neu definiert werden mit anderen Vorzeichen: bisheriger Ersatzdienst in Sozialfunktionen muss größte Priorität haben. Als Ersatzdienst könnte die bundeswehr fungiern.