Causa Wulff Zermürbende Fragen

Neue Dokumente lassen vermuten, dass der Bundespräsident für Geschäfte seiner Freunde geworben habe. Die stets neuen Nachrichten in der Affäre Wulff zermürben die CDU-Wahlkämpfer in Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
  • Tina Hildebrandt, Dagmar Rosenfeld
10 Kommentare
Bundespräsident Christian Wulff (r) mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU)  Quelle: dpa

Bundespräsident Christian Wulff (r) mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) 

(Foto: dpa)

HamburgHat Christian Wulff als Ministerpräsident für die Geschäfte seiner Freunde geworben? Das legen Dokumente aus der Staatskanzlei nahe.

Nein, beteuert Jost de Jager, Angst vor Ansteckung habe er nicht. » Ich mache mir keine Sorgen um den Wahlkampf, ich sorge mich um die Amtsautorität des Bundespräsidenten«, sagt der Spitzenkandidat der CDU in Schleswig-Holstein. Unterstützung für W" den Bundespräsidenten klingt anders.

Die Affäre um Christian Wulff geht inzwischen in die sechste Woche, das Publikum schwankt zwischen Abwinken und Medienschelte. In der CDU allerdings wächst die Wut. Wut auf Wulff und dessen Unfähigkeit, einen Schlussstrich unter die Affäre zu ziehen. Im Mai wird in Schleswig-Holstein gewählt, im kommenden Jahr in Niedersachsen. Die Wahl zum Kieler Landtag entscheidet auch über die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat und damit über das Schicksal der schwarz-gelben Koalition im Bund. Selbst Neuwahlen schließen Regierungsmitglieder nicht aus, wenn das kleine Schleswig-Holstein für CDU und FDP verloren gehen sollte und Merkel nicht mehr ohne die SPD regieren könnte.

Schon vor der Affäre Wulff standen die Chancen in Schleswig-Holstein nicht gut, die CDU dort kämpft nach der Affäre ihres einstigen Spitzenmanns Christian von Boetticher mit einer Minderjährigen um ihr Image, der liberale Koalitionspartner FDP kämpft um seine Existenz. Der Fall Wulff könne die Koalition in Kiel den Wahlsieg kosten, schimpft der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki. In der CDU hält man das für den Versuch, schon jetzt einen Sündenbock zu finden, falls die FDP auch im Norden abschmiert. Doch auch in der Union liegen die Nerven blank. Der Bundespräsident, so die Sorge, könnte sich von einem Problem zu einem handfesten Schaden entwickeln.

»Christian Wulff sollte in den Kernfragen, die an ihn gerichtet werden, Klarheit schaffen und eine Lage herstellen, in der es keine Mehrdeutigkeiten mehr gibt und die Menschen wieder Vertrauen in seine Worte haben«, drängt Jost de Jager. Seit dem Fernsehauftritt des Präsidenten vor zwei Wochen sind fast täglich neue Fragen aufgetaucht. Manchmal geht es um Kleinigkeiten: Muss ein Politiker mitbekommen, wer dafür bezahlt, wenn er statt in einem normalen Doppelzimmer in einer Suite übernachtet? Manchmal geht es um alles: Hat Wulff auch als Staatsoberhaupt gelogen?

Zwischen Präsidialamt und Medien tobt weiter ein teilweise skurriler Streit um die Veröffentlichung von Frage- und Antwortlisten, es geht ums Rechthaben und ums Machthaben.

Auch Wulffs Heimatpartei, die niedersächsische CDU, rückt vom ehemaligen Ministerpräsidenten ab, bemängelt die »halbherzige« Aufklärungsarbeit. Wulff habe bisher die gegen ihn erhobenen Vorwürfe »an der Kante des gerade noch rechtlich Zulässigen« beantwortet, sagt ein CDU-Politiker.

Grüne wollen Untersuchungsausschuss
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Causa Wulff - Zermürbende Fragen

10 Kommentare zu "Causa Wulff: Zermürbende Fragen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wulff fehlt jeder Anstand, sonst wäre er längst zurückgetrten.
    Und Merkel, die ihm dies dringlich nahelegen müßte, hat zum Amt keinen Bezug, sie kennt es aus ihrer DDR nicht und offenbar will sie es auch nicht.
    In der WELT online letzte Woche schrieb ein Journalist, Merkel betrachte offenbar Schloss Bellevue als Freizeiteinrichtung
    Sie ist ja ohnehin dabei, alle Werte die mal unsere alte Bundesrepublik auszeichneten und über viele viele Jahre gut funktionierten, zu zerstören.
    Sie will mit Gewalt eine DDR 2.0
    Die Grünen hat sie für dieen Plan 100%ig an ihre Seite und von der SPD auch etliche
    Unsere Politikr steuern unser Land in einen Bürgerkrieg, denn irgendwann wird auch der dümmste deutsche Michl wach
    Und danach setzen sich dann unsere Volksverräter wieder hin und erzählen usn, da sie das nicht gewollt hätten usw. Kenn sir doch aus der Geschichte
    Deutchland geht unter, ob nun mit diesem Türken-Wulff oder ohne, ist auch egal

  • Wulf! Wuff Wuff Wuff, zurück ins backsteinhüttchen! Wuff Wuff!

  • Präsidential und souverän

    Im Gegensatz zu mach kritischen Kommentarschreiber habe ich das einhundertminütige Interview im heutigen ZEIT-Matinee in ganzer Länge verfolgt.
    Fazit: Sowohl Herr Joffe als auch der Bundespräsident waren redlich bemüht, das Thema um die sog. "Causa Wulff" zu versachlichen. Es war im hohen Maße
    aufschlussreich und beide Herren haben sich intellektuell, professionell und souverän präsentiert. Der Bundespräsident wirkte darüber hinaus einfach präsidential.

    Dennoch steckt Christian Wulff in einer ärgerlichen Zwickmühle. Egal was er sagt, das Dauertrommelfeuer einer teilweise bigotten Medienszene wird immer
    hysterischer und lächerlicher. Weiß Gott kein investigativer Journalismus, eher Zeugnis einer parteilich gewordenen Journaille.

  • @ SayTheTruth
    Das kann man so sehen. Aber welche Kontrollfunktion soll z.B. ein Präsident ausüben können, wenn man ihn so unter Kontrolle halten kann?

    Dem Bundespräsident kommt trotz allem Reden eine gehörige Portion Kontrollfunktion zu, die er im jetzt konkreten Fall nicht mehr ausüben kann. Deshalb ist die Entscheidung klar. Vielleicht sollte noch einmal über die gesetzliche Verankerung nachgedacht werden. Es gibt halt eben auch solche Präsidenten.

    Da Politiker in der Bevölkerung nicht als glaubwürdig angesehen werden ist zu überlegen, ob die "Parteipräsidenten" von vorn herein nicht gesetzlich ausgesperrt werden sollten. Der Demokratie würde es gut tun.

  • Dürfen Industrielle keine Freunde mehr haben?

    Doch! Aber es ist schwierig abzugrenzen wo eine Hand die andere wäscht.

    Treffender hätte Wulff es nicht zu Protokoll geben können.

  • Dieser Mann ist für Deutschland eine Belastung und Merkel mit ihren Vertrauensbekenntnissen u. ihrer DDR Staatstreue als FDJ Führerin schon lange.Google gibt Auskunft! Haben die CDU Wahlkämpfer u.unbelasteten Mitgliedern nicht einmal mehr den Mut für reinen Tisch zu sorgen? Hat es schon einmal einen Kanzler gegeben der seine Macht durch Umbesetzung, Ablösung usw. evt. fähigere Politiker festigt?
    Die CDU wurde von Merkel herunter gewirtschaftet,(ohne CSU unter 30%) sozialisiert u. hat sich innnerlich von ihren alten Werten verabschiedet. Nicht Wulff alleine, sondern auch die Kanzlerin sollte "ihren Hut" nehmen, zumal ihre verträgebrechende Geldtransferpolitik Deutschland unermesslichen Schaden weiter zufügt!!

  • @ SayTheTruth,
    ist es ein Unterschied, ob "Hartz IV" oder "Inshallah IV" dem Bürger als Manna vorgeworfen wird?!
    Beides muss von irgend jemandem bezahlt werden, womit sich eben keine Veränderung zum Besseren ergeben wird.
    Im übrigen; meine erste Antwort war als verzweifelte Resignation über eine überwiegend tumbe Politik zu sehen.

  • Das Problem ist, dass allen Politikern in Berlin der Volkeswille in allen Belangen einfach Wurst ist. Wir kriegen alles einfach übergestülpt. Die GEZ-Medien produzieren die gewünschte Wirklichkeit im Fernsehen und manipulieren das Volk, wie gewünscht. Die haben einfach gemerkt, dass sie machen können, was sie wollen und man kann nicht dagegen tun als einfacher Bürger. Das Problem ist beim Islam, dass man wie im 12 Jahrhundert leben kann und wird trotzdem vom Staat versorgt, das hat einen Anreiz, den vielen Leuten nützlich finden. Das wird auch immer weiter um sich greifen, wenn man nicht Leistung und gutes Leben wieder miteinander verbindet. Es ist kein Anreiz mehr da zur Weiterentwicklung.

  • @ SayTheTruth,
    da also die CDU keine christlichen und die SPD keine sozialen Werte mehr vemitteln kann wäre doch zu überlegen, ob die Gründung einer islamischen Partei (lt. präsidialer Wertung ist die Verwuzelung in D doch eine Tatsache) eine bessere, oder mindestens eine ehrlichere Alternative wäre, als weiterhin nur ethische Parteihülsen wählen zu können.

  • Checkt doch mal wieviel Dreck Gabriel und Putinfreund Schröder am Stecken haben. Ich denke mal jeder Politiker hat einen Karton Leichen im Keller, die der Konkurrenz und den Medien bekannt sind - nur bei Wulff holt man sie jetzt alle raus.

    Wascht uns einen Persil-weiss-Präsident, den brauchen die Deutschen als Winke-winke-August, zum Hofieren des Islam, ESM-Deutschland-Enteignungs-Unterschreiber und als Nazi-Keulenschwinger gegen alles Konservative rechts von der CDU. Alles ist so offensichtlich abartig und gesteuert.

    Eben eine typische endlose Hetzkampagne.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%