CDU-Generalsekretär Tauber Facebook-Ausraster mit Folgen

Mit derbem Vokabular hat CDU-Generalsekretär Tauber einen Facebook-Nutzer abgekanzelt. Seitdem sieht er sich auf seiner Facebook-Seite heftiger Kritik ausgesetzt. Auch in der CDU regt sich Unmut.
Update: 08.01.2016 - 00:01 Uhr
Mit einer heftigen Attacke auf einen Facebook-Nutzer hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber eine neue Debatte über den Umgang mit Netz-Kommentaren ausgelöst. Quelle: dpa
Peter Tauber

Mit einer heftigen Attacke auf einen Facebook-Nutzer hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber eine neue Debatte über den Umgang mit Netz-Kommentaren ausgelöst.

(Foto: dpa)

BerlinCDU-Generalsekretär Peter Tauber ist in den eigenen Reihen wegen seines Streits mit einem Dauer-Pöbler auf Facebook in die Kritik geraten. „Die Auseinandersetzung mit Pöblern hilft weder der Gesellschaft noch einem selbst weiter“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses Digitale Agenda im Bundestag, Jens Koeppen (CDU), dem Handelsblatt. Kommentare oder Meinungsäußerungen, die man selbst als „hässlich“ empfinde, müsse man aushalten.

„In den sozialen Netzwerken gibt es für den Nutzer die Möglichkeit, Kommentare zu löschen und bestimmte Verfasser zu blockieren“, sagte Koeppen weiter. „Ich beantworte lieber Sachfragen der Bürger, anstatt meine Zeit für Antworten auf blanke Provokationen zu verschwenden.“

Koeppen wandte sich auch gegen Taubers Auffassung, Hassbotschaften im Internet nicht zu löschen, sondern sich stattdessen direkt mit den Urhebern auseinanderzusetzen. Koeppen sagte dazu: „Es muss alles gelöscht werden, was kriminell oder verfassungsfeindlich ist. Zudem müssen sich die Strafverfolgungsbehörden dessen annehmen.“

Facebook und Twitter – Fluch oder Segen
Angela Merkel
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Die Bundeskanzlerin geht auf Tour durch Deutschland und spricht mit den Menschen. „Gut leben in Deutschland“ heißt die Gesprächsreihe, zu deren jüngster Station sind Merkel am vergangenen Mittwoch mit 29 Schülern aus dem Schulzentrum Paul Friedrich Scheel in Rostock traf...

Kanzlerin landet im Shitstorm
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Unter den jungen Leuten sitzt auch Reem Sawhil (2.v.r.), deren Familie aus dem Libanon kommt, seit vier Jahren in Deutschland lebt, dies aber in der Ungewissheit, ob sie bleiben darf. Angela Merkel bringt das Mändchen zum Weinen, weil sie womöglich abgeschoben wird. Auf Twitter überschlugen sich unter dem Hashtag #merkelstreichelt prompt Kommentare voller Häme und Empörung.

Til Schweiger
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Am Samstag hatte Schauspieler Til Schweiger einen Hinweis auf eine Spendenaktion für Flüchtlinge des „Hamburger Abendblatts“ geteilt, die am Montag stattfinden sollte. Daraufhin posteten innerhalb kürzester Zeit Dutzende Menschen ausländerfeindliche Kommentare. Bei den vielen hasserfüllten Kommentaren platzte ihm schließlich der Kragen...

Reaktion auf Facebook
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Eine Reaktion des Kinostars blieb nicht aus, bereits am Samstag antwortete er auf die Kommentare: „Oh Mann - ich habs befürchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!“ „Das ist so furchtbar! Für diese Menschen in Deutschland schäme ich mich“, sagte Schweiger später der „Bild“-Zeitung.

Quelle: Facebook

Dieter Nuhr
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Kurz nach dem Griechenland-Referendum postete der Komiker Dieter Nuhr einen Witz auf Twitter und Facebook: „Meine Familie hat demokratisch abgestimmt: Der Hauskredit wird nicht zurückgezahlt. Ein Sieg des Volkswillens!“

Shitstorm gegen Nuhr
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Sofort bekam Dieter Nuhr hunderte Reaktionen auf seinen Kommentar. „Ach Dieter. wie sagst du es selbst immer? Wenn man keine Ahnung hat...!“ Sein Witz war doch nicht so lustig.

Tauber hatte am Wochenende auf seiner Facebook-Seite einen Mann attackiert, der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Geisteskrankheit unterstellt hatte. „Sie sind ein Arschloch“, schrieb der CDU-Politiker in einem Kommentar und setzte noch einen Smiley hinzu. In einem weiteren Eintrag verteidigte Tauber sein Vorgehen.

Zugleich erklärte, dass es nichts bringe Hetzkommentare zu löschen oder zu verbieten. „Ich finde, wir sollten alle dieses Jahr dem Streit mit diesen Leuten nicht aus dem Weg gehen, sondern ihn annehmen“, schrieb er.

Tausende Facebook-Reaktionen auf Tauber-Ausraster
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