CDU-Innenminister Deutsche Elite-Soldaten sollen Piraten bekämpfen

Die Internationale Handelskammer schlägt angesichts der Eskalation der Piraterie Alarm - mit einem eindringlichen Appell an die Politik. In Deutschland stößt der Hilferuf auf offene Ohren.
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Soldaten des Kommando Spezialkraefte (KSK) der Bundeswehr bei einer Übung. Quelle: ap

Soldaten des Kommando Spezialkraefte (KSK) der Bundeswehr bei einer Übung.

(Foto: ap)

DüsseldorfDer Innenminister von Niedersachsen, Uwe Schünemann, hat sich angesichts der Eskalation der Piraterie für einen Einsatz der Bundeswehr-Elitetruppe KSK ("Kommando Spezial-Kräfte") gegen die Seeräuber am Horn von Afrika ausgesprochen. Das geht aus einem Handelsblatt Online vorliegenden Positionspapier des CDU-Politikers zur Bekämpfung der Seepiraterie hervor. "Die Befreiung von Geiseln auf entführten Schiffen deutscher Reedereien ist das Einsatzgebiet hierauf trainierter Spezialkräfte wie KSK bzw. auf polizeilicher Seite GSG 9", schreibt Schünemann. Für ihren Einsatz seien daher "mittelfristig die notwendigen logistischen Voraussetzungen zu schaffen sowie klare Kommunikations- und Kommandostrukturen vorzuhalten, um für extreme Fälle vergleichbar der Geiselnahme von Besatzungsmitgliedern der "Hansa Stavanger" im Jahr 2009 besser gewappnet zu sein".

Piratenjagd zwischen Container-Riesen und Fischerbooten
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Auf ihrer Fahrt durch den Golf von Aden stößt die "Vasco da Gama" regelmäßig auf Frachtschiffe.

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Leutnant Pedro Pereira sucht im Golf von Aden kontrolliert mit dem Fernglas ein unbekanntes Schiff.

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Am Tag zuvor hatte Portugal das Kommando über die europäische Anti-Piraterie-Mission EUNAVOR übernommen. Ein großer Tag für die Marine Portugals.

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An Bord der spanischen Fregatte "ESPS Canarias" waren spanische und portugiesische Soldaten in Ehrenformation angetreten. Spanien hatte vier Monate lang das Kommando gehabt.

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Ein Blick von der Brücke - dort draußen müssen die Piraten sein.

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Leutnant Marina Miranda greift zum Funkgerät, um mit einem Frachtschiff Kontakt aufzunehmen.

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Ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM passiert die "Vasco da Gama".

Hintergrund ist ein eindringlicher Appell der Internationalen Handelskammer (ICC)., die die internationale Staatengemeinschaft dazu aufgerufen hat, ihre Anstrengungen gegen die Piraterie vor der Küste Somalias zu verdoppeln. Andernfalls drohe eine dramatische Eskalation, wie es in einer Erklärung heißt, die heute auf dem International Transport Forum (ITF) in Leipzig vorgelegt wurde. Derzeit sind laut der europäischen Anti-Piraterie-Operation EUNAVFOR 23 Schiffe und 518 Seeleute in der Gewalt von Piraten - und laut dem IMB sind bereits sieben Menschen ums Leben gekommen. Und auch wenn bereits Kriegsschiffe am Horn von Afrika gegen die Piraten im Einsatz sind, gibt es laut der ICC bislang keine Anzeichen dafür, dass das Piraterie-Problem unter Kontrolle gebracht wird.

Dem Aufruf der Internationalen Handelskammer haben sich große Teile der weltweiten Logistik- und Schifffahrtsbranche angeschlossen - darunter auch Großkonzerne wie die Containerreedereien Maersk und Hapag-Lloyd. "Die Piraten beeinträchtigen bereits jetzt spürbar die Schifffahrtsrouten", sagt Johannes Fritzen, Chairman (Präsident) der Transport- und Logistikkommission der Internationalen Handelskammer (ICC) im Gespräch mit Handelsblatt Online. Die durch die Piraten verursachten Kosten für die Transportbranche werden fürs vergangene Jahr von Experten auf sieben bis 12 Milliarden Dollar geschätzt. "Diese Zustände sind unhaltbar", so Fritzen. "Deutschland sollte dabei helfen, das äußerst dringliche Problem der Piraterie in den internationalen Gremien ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen", sagt Fritzen.

Und das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Manche der gekaperten Schiffe wie etwa die "Iceberg 1" befinden sich schon seit mehr als einem Jahr in der Gewalt der Piraten. Der Verband der deutschen Reeder betont deswegen auch die menschlichen Folgen der Piraterie - erst recht für Deutschland. "Unter den Schifffahrtsnationen ist Deutschland am meisten betroffen. In den letzten drei Jahren waren die Mannschaften von 14 Schiffen zum Teil viele Monate in Geiselhaft. Zur Zeit wird die Crew der "Susan K." aus Leer noch festgehalten", sagt Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel zu Handelsblatt Online. Und das unter immer schlechter werdenden Bedingungen, wie Pottengal Mukundan, Direktor des International Maritime Bureau (IMB) der Internationalen Handelskammer (ICC), im Gespräch mit Handelsblatt Online betont: "Es gibt massive Misshandlungen von Seeleuten." Die Geiselnehmer würden immer brutaler.

In der SPD gibt man sich zurückhaltend und verweist auf Angaben der Bundesregierung. Die habe dem Bundestag bislang keine entsprechend dramatische Lageeinschätzung gegeben, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagfraktion, Rolf Mützenich, Handelsblatt Online. Zweifellos sei die Piraterie eine "enorme Herausforderung" für die internationale Schifffahrt und die regionale Sicherheit, räumte der SPD-Politiker ein. "Es wäre jedoch verkürzt sich ausschließlich auf den Einsatz von militärischen Mitteln bei der Eindämmung und Bekämpfung der Piraterie zu konzentrieren." Neben dem aktiven Vorgehen gegen die Piraterie müsse viel stärker als bisher die Bekämpfung der Ursachen in den Blick genommen werden, sagte Mützenich.

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11 Kommentare zu "CDU-Innenminister: Deutsche Elite-Soldaten sollen Piraten bekämpfen"

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  • Dem kann man nur zustimmen!

  • Elitesoldaten für die Empfänger unserer Entwicklungshilfe und Empfänger der massiven Hilfe unserer Politiker? Das würde ja bedeutet: Unsere Politiker haben vorsätzlich versagt und wollen Deutschland nur schädigen!

  • Ich sage nur: Napalm! den Rest erledigen die Haie.

  • ... und ich dachte bisher, sowas ist Aufgabe der GSG9 und nicht der KSK?!

  • hier fehlt mir der like button ;D

  • Wie irre kann man eigentlich sein ?
    Man hat alle Technik der Welt und gibt den Piraten die technische Möglichkeit die Schiffstransporte per Internet und GPS zu verfolgen. Das ist grottendumm. Sorry.
    Dann filmt man die Herrschschaften und weiß wo sie sind.
    Tut aber nichts.
    Wenn die Piraten übermannt, dann nimmt man sie gefangen und stellt sie vor ordentliche Gerichte.Wenn nicht zahlt man Millionen.
    Das ist doch nicht normal, sorry. Es stinkt nach Korruption.
    Wenn man wirklich Abhilfe schaffen will ist das ganz einfach:
    Piraten haben ein Berufsrisiko !
    Also Feuer frei aus allen Rohren, keine Gefangenen machen !!
    In 30 Tagen ist der Spuk vorbei, dann sind die Herrscjaften ausgerottet.
    Berufsrisiko... ;-)

  • Warum wenden sich die Reeder mit ihren "ausgeflaggten" Schiffen nicht an die Länder, in denen diese registriert sind? Antigua und Barbuda, Liberia und Panama sind bestimmt bereit, entsprechende Soldaten zum Schutz "ihrer" Handelsschiffe zu stellen. Erst im Billigland registrieren und dann in Deutschland um Hilfe jammern...

    Siehe auch: http://harte-zeit.de/2011/02/03/wer-sind-hier-eigentlich-die-piraten/

  • Oder man investiert einfach mal in Munition, so wie früher...

  • "Hintergrund ist ein eindringlicher Appell der., die die internationale Staatengemeinschaft dazu aufgerufen hat, ihre Anstrengungen gegen die Piraterie vor der Küste Somalias zu verdoppeln."

    Ja - also -- vielleicht setzt man die Truppen aus Afghanistan dazu jetzt ein, um
    genügende Kräfte bessere Aufgaben machen zu lassen.- Aber das nützt ja nichts -
    denn es ist ja nicht die Marine, würde es dann vielleicht heißen.

    Aber Landtruppen könnten erstmals den Küstenbereich von Piraten "säubern", das wäre doch eine wirklich "positive" Aufgabe. Ja - nun gleich wieder das Völkerrecht und wir haben uns jetzt so gut in Afghanistan "eingeschossen" usw. usw.

    Also bleibt eben alles wie bisher :
    "Die Internationalen Handelskammer (ICC), im Gespräch mit Handelsblatt Online betont: "Es gibt massive Misshandlungen von Seeleuten." Die Geiselnehmer würden immer brutaler.""

  • "Hintergrund ist ein eindringlicher Appell der., die die internationale Staatengemeinschaft dazu aufgerufen hat, ihre Anstrengungen gegen die Piraterie vor der Küste Somalias zu verdoppeln."

    Ja - also -- vielleicht setzt man die Truppen aus Afghanistan dazu jetzt ein, um
    genügende Kräfte bessere Aufgaben machen zu lassen.- Aber das nützt ja nichts -
    denn es ist ja nicht die Marine, würde es dann vielleicht heißen.

    Aber Landtruppen könnten erstmals den Küstenbereich von Piraten "säubern", das wäre doch eine wirklich "positive" Aufgabe. Ja - nun gleich wieder das Völkerrecht und wir haben uns jetzt so gut in Afghanistan "eingeschossen" usw. usw.

    Also bleibt eben alles wie bisher :
    "Die Internationalen Handelskammer (ICC), im Gespräch mit Handelsblatt Online betont: "Es gibt massive Misshandlungen von Seeleuten." Die Geiselnehmer würden immer brutaler.""

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