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CDU-Politiker Hessens Finanzminister Thomas Schäfer tot aufgefunden

Der hessische Finanzminister ist am Samstag gestorben. Die Ermittler gehen von einem Suizid aus. Die Betroffenheit ist groß.
28.03.2020 Update: 29.03.2020 - 13:01 Uhr Kommentieren
Der hessische Finanzminister wurde nur 54 Jahre alt. Quelle: DPA
Thomas Schäfer

Der hessische Finanzminister wurde nur 54 Jahre alt.

(Foto: DPA)

Berlin, Wiesbaden Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer ist tot. Rettungskräfte fanden seine Leiche am Samstagvormittag an einer ICE-Bahnstrecke bei Hochheim am Main, wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden und die Polizei am Abend mitteilten. Aufgrund der Gesamtumstände gehen die Ermittler davon aus, dass er sich das Leben nahm.

Schäfer war seit dem Jahr 2010 Finanzminister in Hessen. Er galt als wichtige Figur im hessischen Kabinett und wurde immer wieder als möglicher Nachfolger für den Ministerpräsidenten und CDU-Landeschef Volker Bouffier genannt. Auch bundespolitisch hatte sich der Finanzexperte einen Namen gemacht. Schäfers Heimat war der Kreis Marburg-Biedenkopf. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

„Wir sind alle geschockt und können es kaum glauben, dass Thomas Schäfer so plötzlich und unerwartet zu Tode gekommen ist“, reagierte am Abend Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). „Wir alle müssen seinen Tod jetzt verarbeiten und trauern mit seiner Familie. Unser aufrichtiges Beileid gilt daher zuerst seinen engsten Angehörigen, und wir wünschen ihnen für diese schwere Zeit Kraft und Stärke.“ Schäfer wurde als potenzieller Nachfolger von Bouffier gehandelt.

Wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden und die Polizei am Samstagabend mitteilte, war am Samstag gegen 10.20 Uhr eine leblose Person an der Bahnstrecke bei Hochheim gemeldet worden. Bei den anschließenden Ermittlungen stellte sich heraus, dass es sich um die Leiche von Schäfer handelte.

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    „Aufgrund der Gesamtumstände, der umfangreichen Tatortarbeit, der Befragung zahlreicher Zeugen, der Auffindesituation vor Ort sowie technischer und kriminalwissenschaftlicher Auswertungen und Untersuchungen“, wie es hieß, gehen die Ermittler von einem Suizid aus.

    Schäfer soll sich nach den Worten von Ministerpräsident Bouffier große Sorgen um die Bewältigung der Coronakrise gemacht haben. „Große Sorgen vor allen Dingen darum, ob es gelingen könne, die riesigen Erwartungen in der Bevölkerung, insbesondere der finanziellen Hilfen, zu erfüllen“, sagte Hessens sichtlich erschütterter Regierungschef am Sonntag.

    „Ich muss davon ausgehen, dass ihn diese Sorgen erdrückt haben. Er fand offensichtlich keinen Ausweg mehr. Er war verzweifelt und ging von uns. Das erschüttert uns, das erschüttert mich.“ Bouffier sagte zum Tod seines langjährigen politischen Weggefährten: „Wir sind geschockt, wir sind fassungslos, und wir sind vor allen Dingen unendlich traurig.“ Schäfer habe als exzellenter Fachmann über die Grenzen Hessens hinaus höchste Anerkennung und Vertrauen erfahren. „Gerade ihn hätten wir in einer so schweren Zeit besonders gebraucht“, sagte Bouffier mit Blick auf die Coronakrise.

    Die Parteien im hessischen Landtag zeigten sich tief erschüttert über den Tod des CDU-Politikers. „Ich kenne wenige Persönlichkeiten, die so standfest, interessant und zuverlässig waren wie Thomas Schäfer“, sagte Landtagspräsident Boris Rhein. „Schon jetzt fehlt er! Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, Politik ohne ihn zu gestalten.“

    Auch die Oppositionsparteien im Hessischen Landtag zeigten sich tief erschüttert. Die SPD-Fraktionsvorsitzende und SPD-Landeschefin Nancy Faeser schrieb auf Twitter. „Ich bin fassungslos und tief bestürzt über den Tod von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.“ Die Linksfraktion im Hessischen Landtag schrieb in einem Tweet: „Der Tod von Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer lässt uns mit Entsetzen und geschockt zurück.“

    CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bekundete auf Twitter ihr Beileid: „Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Thomas Schäfer hat mich, hat uns alle in der CDU schockiert. Sie trifft uns und macht uns traurig und fassungslos. Jetzt sind alle unsere Gedanken und Gebete bei seiner Familie.“

    Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

    • dpa
    • rtr
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