CDU-Politiker legt nur Ausschussvorsitz nieder Bosbach bleibt im Bundestag

Aus Frust über die Griechenland-Politik tritt Wolfgang Bosbach als Vorsitzender des Innenausschusses zurück. Sein Mandat als Bundestagsabgeordneter behält der CDU-Politiker jedoch – trotz neuer Milliarden für Athen.
Update: 23.07.2015 - 13:32 Uhr 16 Kommentare
Wolfgang Bosbach zieht sich aus dem Bundestag zurück. Quelle: dpa
Wolfgang Bosbach

Wolfgang Bosbach zieht sich aus dem Bundestag zurück.

(Foto: dpa)

BerlinAls Konsequenz aus dem Streit mit seiner Parteiführung um Griechenland legt der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach ein wichtiges Amt im Bundestag nieder - bleibt aber Abgeordneter. Bosbach, der die Rettungspolitik von CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel für Athen scharf kritisiert, sagte am Donnerstag in Bergisch Gladbach: „Und deshalb werde ich mit Wirkung zum 22. September mein Amt als Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages aufgeben. Ich werde dann nur noch als normaler Wahlkreisabgeordneter tätig sein.“ Bosbach vertritt den Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen und ist seit 1994 Bundestagsabgeordneter. Von 2000 bis 2009 war er Vize-Vorsitzender der Unionsfraktion.

Der 63-Jährige beschrieb vor Journalisten seinen Zwiespalt, Merkel sowie Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und der Unionsfraktionsführung gegenüber loyal zu bleiben und sich dabei nicht selbst zu verleugnen. Er sagte: „Ich werfe mich für Angela Merkel in jede Schlacht, aber ich kann und werde auch in Zukunft nicht gegen meine Überzeugungen abstimmen.“

Zuletzt hatte er am 17. Juli gegen die Aufnahme von Verhandlungen über weitere Milliardenhilfen für Griechenland gestimmt. Dafür war er wie die anderen Abweichler von CDU-Generalsekretär Peter Tauber gemaßregelt worden, wofür wiederum Bosbach Tauber kritisierte. Von Tauber gab es zunächst keine Reaktion zu Bosbachs Mitteilung.

Bosbach sagte, die CDU habe ihren Wählern einst versprochen, dass mit Einführung des Euro eine Währungsunion komme und eine Haftungsunion ausgeschlossen werde. Mit einem dritten Hilfspaket für Griechenland - über das nun in Brüssel verhandelt werden soll – gehe die Euro-Zone aber „mit Riesenschritten in Richtung Transferunion“. Dass Athen die Kredite pünktlich und vollständig zurückzahlt, glaubt Bosbach nicht.

Er betonte, er behalte sein Mandat, weil er jene nicht enttäuschen wolle, die ihn wegen seiner kritischen Haltung gewählt hätten. Auch der CDU-Kreisvorstand habe ihn gebeten, die Region weiterhin in Berlin zu vertreten. Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Deppe (CDU) sagte: „Für uns ist Wolfgang Bosbach unverzichtbar.“

Zuletzt hatte der Vater von drei erwachsenen Töchtern zunehmend gesundheitliche Probleme. Er ist unheilbar an Krebs erkrankt, hat Gicht und Probleme mit dem Herzen. Am Donnerstag wollte er keine weiteren Fragen von Journalisten beantworten. Seine Begründung: „Die Mama wird heute 87, meine Eltern haben heute den 67. Hochzeitstag. Deswegen gehört der Rest des Tages heute Papa und Mama.“

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16 Kommentare zu "CDU-Politiker legt nur Ausschussvorsitz nieder: Bosbach bleibt im Bundestag"

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  • das ist gut

    die M. mit innenausschuss unterstützen und sie dort mit seiner arbeit beifall ernten lassen
    und von der gleichen M. im anderen bereichen gef. zu werden ist hart und sollte deshalb nicht toleriert werden
    auch weil der begriff momentan überstrapaziert wird

    oder bedeutet dass, das M.s stern sinkt und geeignete nachfolger sich in position bringen

  • Bosbach tritt zurück
    ------------------------
    Und das ist nur konsequent.
    Er wollte sich nicht dem Fraktionszwang unterwerfen sondern nach seinem Gewissen entscheiden.
    Und das wird in der CDU nicht gerne gesehen!
    Dort sollen die Abgeordneten ihr Gewissen an der Garderobe abgeben.
    Das aber wollte Bosbach nicht. Deshalb wurde er von seinen "Parteifreunden" übelst beschimpft.

  • Liebe Redaktion!
    Ich halte es für mehr als bedauerlich, dass Sie nicht mehr den Mumm haben, die Kommentare zu Ihren Beiträgen weiterhin zu veröffentlichen. Ihren damaligen Trick mit den Kommentaren zu den Premiumartikeln mag man ja irgendwie nachvollziehen können, aber dass, was Sie jetzt unternommen haben, dass sieht mehr nach Zensur als nach Meinungsfreiheit aus. Sie wollen sich doch nicht von der Propaganda vereinnahmen lassen?

    Denken Sie darüber nach und schalten die Kommentare wieder auf!

  • Der Rücktritt von Herrn Bosbach wäre zwar konsequent, aber schade. Sein Platz würde von einem anderen Parteisoldaten eingenommen, einem Parteisoldaten von Merkels Gnaden.

    Herr Bosbach, wir wollen Ihre "Fresse" weiter sehen. Das sind Sie uns schuldig! Und die anderen können Sie geschenkt haben.

    Wir haben ohnehin viel zu viel Tinitus im Auge. (Überall, wo man hinschaut, nur Pfeifen.)

    Das musste sein, falls Herr Bosbach Zweifel daran gehabt haben sollte, dass er mit seiner Meinung allein wäre.

  • Für was?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wer sich für diese Merkel-CDU in jede Schlacht wirft, der sollte erst einmal klar nachdenken, was diese Merkel-CDU noch alles für Schäden für das deutsche Volk vorbereitet hat. Neben der EURO Politik, ist es auch die Energiepolitik oder die Familienpolitik oder die Asyl-Flüchtlingspolitik. Die Merkel hat der CDU sämmtliche Werte geraubt und ist soweit nach links gerutscht, dass es keinen Unionspolitiker mehr gibt, der mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vernunft und Verstand gesegnet ist.
    Die Energiewende ist zu tiefst Marktfeindlich, weil es auf einen politischen EEG basiert. Alleine so ein Gesetzt hätte schon von der wirtschaftlichen und energiepoltischen Vernunft und Verstandseite VERHINDERT WERDEN MÜSSEN!!! Auch der Kernkraftausstieg war zutiefst gesellschaftliche und wissenschaftsfeindlich. Für ein Land, dass von der Wissenschaft lebt war der Kernkraftausstieg der Einstieg in ein Mangel und Armuts- Wissenschaftsgesellschaft. Die Energiewende ist wissenschaftarm und fortschrittsfeindlich. Deutschland hat mit der ideologischen politisch diktierten Energiewende seine Zukunft verspielt.


  • Chapeau !

  • Gut dass er den Lügnern nicht die Bühne allein überlässt.

  • Hut ab vor Bosbachs Entscheidung, einer der wenigen,
    der offen gegen die Kanzlerin und diesen Griechenwahnsinn
    Stellung bezogen hat.

    Schade um einen Charakterkopf!

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