CDU und Alternative für Deutschland „Wer mit AfD kooperiert, tritt Kohls Erbe mit Füßen“

Einige Unions-Politiker sind immer offener für eine Zusammenarbeit mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD). Das stößt sowohl in den eigenen Reihen wie auch beim Koalitionspartner auf harsche Kritik.
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Mit ihm arbeiten oder ihn ignorieren? Die Diskussion um die AfD und ihren Chef Bernd Lucke (Foto) spaltet zunehmend die Unionsfraktion. Quelle: dpa

Mit ihm arbeiten oder ihn ignorieren? Die Diskussion um die AfD und ihren Chef Bernd Lucke (Foto) spaltet zunehmend die Unionsfraktion.

(Foto: dpa)

BerlinIn der Debatte über eine Zusammenarbeit zwischen CDU/CSU und der eurokritischen AfD verschärft sich der Ton. CDU-Generalsekretär Peter Tauber warf den Befürwortern einer Kooperation vor, sie verrieten das politische Erbe früherer CDU-Vorsitzender. „Als CDU-Generalsekretär sage ich ganz klar: Die AfD ist keine normale bürgerliche Kraft, sondern fischt sowohl mit ihrer Wortwahl als auch ihren Inhalten am rechtsextremen Rand“, sagte Tauber am Montag. „Die AfD ist gegen die Westbindung und will den Euro abschaffen. Wer mit der AfD zusammenarbeiten will, tritt somit das politische Erbe Konrad Adenauers und Helmut Kohls mit den Füßen.“

Tauber reagierte damit auf Äußerungen etwa der CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach, Wolfgang Bosbach und Klaus-Peter Willsch. Diese hatten vor einer Abgrenzung zur AfD gewarnt.

Die CDU-Spitzengremien hatten vor einer Woche beschlossen, dass es keine Kooperation mit der AfD geben soll. Dies beendete die parteiinterne Debatte aber nicht. „Das Gesellschaftsbild der AfD ist rückwärtsgewandt. Sie spielt Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen gegeneinander aus“, betonte Tauber jetzt.

Auch beim Koalitionspartner SPD kommt die Debatte mittlerweile an. Dort fordert man ein klärendes Wort von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Umgang der Union mit der AfD. „Wer mit Rechtspopulisten kuschelt, macht sie salonfähig“, sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Montag in Berlin. Merkel müsse eingreifen, um das Gerede einzelner Unionspolitiker von möglichen Koalitionen mit der AfD zu beenden.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) habe eine Koalition zumindest nicht eindeutig ausgeschlossen. „Das halte ich für völlig inakzeptabel“, sagte Fahimi. Tillich hatte gesagt: „Ich habe kein Interesse, mit einer Partei zusammenzuarbeiten, von der ich nicht weiß, wo sie programmatisch steht.“ In Sachsen wird am 31. August ein neuer Landtag gewählt.

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34 Kommentare zu "CDU und Alternative für Deutschland: „Wer mit AfD kooperiert, tritt Kohls Erbe mit Füßen“"

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  • Kohls Erbe ist der Kuhhandel von 1988 mit Mitterrand: deutsche Einheit gegen Währungsunion. Dieses „Erbe“, größtes „währungspolitische Abenteuer“ aller Zeiten (Jaques Chirac) wird den europäischen Völkern noch bitter aufstoßen. Wir können es leider nicht ausschlagen. Deshalb jetzt zu einem anderen Aspekt des gleichen Themas: Studie zu rechtsextremen Einstellungen: Die Wut Deutscher auf Asylbewerber u. Muslime, HB vom 04.06.2014 "Es fällt auf, dass die stärkste Anziehungskraft bei den Wählern mit einer ausländerfeindlichen, antisemitischen und chauvinistischen Einstellung neben den rechtsextremen Parteien die AfD hat", erklärte der Wissenschaftler Johannes Kiess, der seit 2008 an der Studie mitarbeitet“, so steht es in HB und zwar ohne Beleg dafür. Kann es sein, daß der „Sozialwissenschaftler“ noch nie etwas gehört hat von der Wert(Urteils)-Freiheit), um die man sich wenigstens bemühen sollte. Ich kenne das Programm der AfD sehr gut und habe auch an den politischen Leitlinien mitgearbeitet, einen Beleg für diese „Anziehungskräfte“ habe ich nicht gefunden. Wenn der Wissenschaftler mit der Werturteilsfreiheit schon so großzügig umgeht, sollte wenigstens eine Zeitung wie HB ihn darauf hinweisen oder die Passage mit der Bemerkung „Beitrag von der Redaktion gelöscht“ gar nicht erst bringen: Diese Anmerkung kommt aus einer Ecke der AfD, die stolz darauf ist, daß die Partei aus der Bewegung der 300 Professoren hervorging, die die alte Forderung von Kant zur Freiheit der Wissenschaft vor staatlicher Einflussnahme, wie sie auch hier zu Lande leider gang und gebe ist, wieder aufgegriffen hat. Auf dem Wege über das Parteiprogramm kommt man nicht rasch zu der beklagten "Anziehungskraft". Zeitungsente? Wohl kaum, denn so etwas wird m.E. mit Absicht in die Blätter gesetzt, wie ehedem in den „Stürmer“: Judenjunge beißt deutschen Schäferhund“. Inhalte wandeln sich, politische Absichten kaum: Diffamierung anders denkender. Ein Minus beiden.

  • Was bitte ist denn Kohls Vermächtnis?

    Etwas schlauer ist, wenn man den Spiegel Bericht "Dunkelste Stunden" vom 27.04.1998 gelesen hat. EinAuszug:

    "So stimmte der deutsche Kanzler, wie von dem Franzosen verlangt, in Straßburg am 9. Dezember für den Beschluß, im Dezember 1990 die Regierungskonferenz zur Herstellung der Währungsunion einzusetzen. Das Ende der Mark war besiegelt. Im Gegenzug billigte der Gipfel eine Entschließung, die es der deutschen Nation erlaubte, ihre Einheit "in freier Selbstbestimmung" anzustreben.

    "Insgesamt sehr gelungen" nannte der Kanzler beim Arbeitsfrühstück in Straßburg das Ergebnis. Was er wirklich empfand, berichtete er Jahre später, im Frühsommer 1997, in kleiner Runde: Damals "habe ich mit die dunkelsten Stunden meines Lebens durchgemacht".

    "Den Entschluß hat der Kanzler gegen deutsche Interessen

    getroffen.""

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7870401.html

    Die "Deutsche Einheit" war ein Kuhandel zu Ungunsten der westdeutschen Bevölkerung. Das ist Kohls Vermächtnis!

  • Die CDU hat ausnahmslos ALLE Standpunkte verraten, für die eine CDU unter Adenauer oder Kohl gestanden hat. Frau Merkel und die Speichellecker um sie rum sind doch diejenigen, die das Erbe dieser einstmal großen Partei mit Füßen treten.
    Wenn die CDU nicht aufhört mit dem Unfug, dann passiert ihr das gleiche wie der SPD mit der Linkspartei: Sie wird in einigen Jahren darum betteln, als JUNIORPARTNER noch in einer bürgerlichen Regierung unter AfD-Führung mitmischen zu dürfen. Die AfD hat weitestgehnd vernünftige Ansichten, die Beleidigungen durch die Blockparteien und Systemmedien macht diese Partei noch stärker, weil auch der letzte Michel merkt, dass in diesem Land was falsch läuft und die blutsaugende Politikerkaste ausgemerzt werden muss.

  • Interessante Aussage angesichts des Versprechens, gemäß dem geleisteten Amtseid, seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden...

    „Muss Deutschland für die Schulden anderer Ländern aufkommen?“
    „Ein ganz klares Nein! Der Maastricht-Vertrag verbietet ausdrücklich, dass die Europäische Union oder die anderen EU-Partner für die Schulden eines Mitgliedstaates haften.“
    CDU 1999

    Angesichts dieses Versprechens und der aktuellen Zahlen, muss man sich bei der Aussage des CDU-Generalsekretär Peter Tauber ernsthaft fragen, welche Interessen hier tatsächlich vehement verteidigt werden, die der Bürger, oder nicht doch nur die Eigeninteressen einer kleinen Gemeinschaft, die die Demokratie, den Willen der Bürger und ihren Auftrag die Interessen dieser Bürger zu vertreten, ständig ignoriert und mit Füßen tritt:

    "Die Staatsschulden in der Eurozone liegen bei 8,9 Billionen Euro, berichtet Eurostat. Das entspricht 92,6 Prozent ihres gemeinsamen BIP. Im vergangenen Jahr stiegen die Staatsschulden der 18 Staaten der Eurozone um insgesamt 293 Milliarden Euro. Im Jahr 2012 waren die Staatsschulden noch um 352 Milliarden Euro gewachsen.
    Die Ausgaben der Euro-Staaten entsprachen knapp 50 Prozent ihres gemeinsamen BIP.
    Das deutsche Defizit lag nur bei 190 Millionen Euro, was etwa 0 Prozent des BIP entspricht. Die Staatsschulden liegen somit bei 2,147 Billionen Euro. Das entspricht 78,4 Prozent des BIP.
    Zu den deutschen Staatschulden kommen noch Kredite im Umfang von etwa 67 Milliarden Euro, welche die Bundesregierung im Rahmen von EFSF und ESM zur Rettung anderer EU-Staaten vergeben hat. Im Jahr 2013 waren dies Griechenland, Irland und Portugal. Diese Kredite erhöhen die deutsche Staatsschuldenquote tatsächlich auf 80,8 Prozent." (veröffentlicht 23.04.2014)

  • Machen wir uns nichts vor, eine Demokratie hat es in Deutschland nie gegeben.

    Doch gerade deshalb ist es so wichtig, dass der Bundeskanzler eine integre Persönlichkeit ist, die zum wohl des Volkes handelt. Merkel ist nicht diese Persönlichkeit. Merkel taugt nicht als Bundeskanzlerin. Merkel muss weg.

  • "Kohl's politisches Erbe ?

    Also dieses hier, mit dem er sowohl den Willen der Bürger, als auch die Demokratie mit Füßen getreten hat :

    „Aber ich wusste, dass ich die Abstimmung nie gewinnen kann in Deutschland. Eine Volksabstimmung über die Einführung des Euro hätten wir verloren. Das ist ganz klar. Ich hätte sie verloren. Eine Volksabstimmung hätte ich natürlich verloren, und zwar im Verhältnis 7 zu 3.“

    „Das politische Leben läuft so: Demokratie hin, Demokratie her, Wahlen hin und her, repräsentative Demokratie kann nur erfolgreich sein, wenn irgendeiner sich hinstellt und sagt: So ist das."

    „Wenn einer Bundeskanzler ist, will etwas durchsetzen, muß er doch ein Machtmensch sein! Und wenn er gescheit ist, dann weiß er: Jetzt ist eine Zeit reif, um etwas durchzusetzen... Bei der Euro-Einführung war ich ein Diktator."

    Helmut Kohl, Interview am 14. März 2002 in Berlin mit dem Journalisten Jens Peter Paul

  • "......tritt Kohls Erbe mit Füßen“ "

    Das ist kein ERBE, sondern ein Desaster !!!

    Bei den Koalitionen v o r Rot/Grün wären die Mitglieder und Anzahl der EU-Erweiterung und Euro-"Gemeinschaft" eine andere, mit Sicherheit !!!

    Diese beschämende, gefährliche Situation in Europa war nicht das Ziel von Herrn Kohl-Schmidt-Brand & Co. !!!

    Das ist krimineller, kranker Lobbyismus pur und Europa feindlich, das ist "Politik" gegen den EU-Bürger !

    Dazu kommen noch die Kompetenzleeren, abnickenden "Volksvertreter" besser Marionetten, nicht alle, aber zu viele !!!

  • .. wer mit der AfD kooperiert, tritt Kohls Erbe mit Füßen...

    Unsinn: niemand will, dass die CDU/CSU illegale Liechtensteiner Parteikonten insgeheim mit der AfD teilt...
    Kohls Erbe bleibt in sicheren Verwahrsam seiner grossen Wiederveereinigungsvolkspartei. Da konnte sie noch profitieren.

  • Die AfD profitiert derzeit weiter von der Präsidenten- Schlacht,d.h den Abschied von der Demokratie, zwecks Merkels Machterhalt. Die Deutschen haben kein Interesse mehr daran, diesen Mix aus Machtpoker und Wählertäuschung, Bürgerverachtung zu verstehen. Gewöhnung ist alles. Die Gefängnistore haben sich langsam und lautlos geöffnet; seit einigen Monaten schließen sie sich hinter den ahnungslosen Gefangenenen Europas, den Bürgern.

  • Man muss auch die Weitsicht der AfD-Mitglieder loben, die sich auf dem Parteitag der AfD gegen die Machtfülle bzw. gegen den Machtanspruch von Prof. Dr. Lucke gestellt hatten.

    Dieser hatte schon im Bundestagswahlkampf einer Kaolition mit der CDSU das Wort geredet. Das wäre aber in jedem Fall, wie hier schon mehrfach erläutert, schädlich für die AfD.

    Die CSU wollte mit ihrem Trojanischen Pferd "Gauweiler", ein Springreiten in der EU-Manege aufführen.
    Das haben die Wähler jedoch rechtzeitig erkannt und sich für eine andere Sportart entschieden.

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