CDU-Wirtschaftstag Jain lobt Merkels Krisenmanagement

Sein erster Auftritt in Berlin war mit Spannung erwartet worden. Und der neue Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain enttäuschte die Zuhörer beim CDU-Wirtschaftstag nicht. Er überraschte mit klaren Ansagen zur Euro-Krise.
Update: 12.06.2012 - 21:39 Uhr 23 Kommentare
Deutsche Bank-Co-Chef Anshu Jain (rechts) trifft auf dem CDU-Wirtschaftstag in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: Reuters

Deutsche Bank-Co-Chef Anshu Jain (rechts) trifft auf dem CDU-Wirtschaftstag in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel.

(Foto: Reuters)

BerlinGebannt blicken die Teilnehmer des CDU-Wirtschaftstags im Berliner Hotel Intercontinental auf das Podium. Dort sitzt Anshu Jain. Der neue Deutsche-Bank-Chef hat neben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Platz genommen. Es ist der erste Auftritt des Superbankers in Berlin. Für ihn ist es nicht nur ein Händeschütteln oder Kaffeetrinken mit der Kanzlerin. Für ihn ist es vor allem die Gelegenheit, erste sichtbare Duftmarken in der sich zuspitzenden Euro-Krise zu setzen. Seine Ansprache war denn auch mit Spannung erwartet worden. Und Jain enttäuschte nicht.

Mit klaren Worten stellte er sich hinter den Euro-Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Fast könnte man meinen, die beiden hätten sich im Vorfeld abgesprochen. Denn Jain beschreibt den Ernst der Lage fast mit denselben Worten wie die Kanzlerin. „Aktuell stehen wir an einem Scheideweg“, sagt er. Vor Jain hatten Merkel, EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sowie weitere hochrangige Politiker und Bankmanager über „Wege aus der Staatsverschuldung“ diskutiert. Auch sie betonten die Brisanz der aktuellen Lage im Euro-Raum.

Bei Jain hört sich das dann so an: „Wir durchleben eine der schwersten Finanzkrisen seit Bestehen des modernen Europas“, sagt er trocken. Und er fügt hinzu: „Wie sie ausgeht, ist noch offen.“ Doch macht er auch keinen Hehl daraus, dass er davon ausgehe, dass sich Europa erholen und sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen könne.

Doch aktuell ist die Lage eine andere. Das ist auch Jain bewusst. Spanien ist gerade unter dem Rettungsschirm geschlüpft, in Griechenland steht am Sonntag eine weitere Schicksalswahl an. Sollten die Kritiker des von den internationalen Partnern verordneten Sparkurses, die radikalen Linken, die Wahl gewinnen, drohen neue Schockwellen.

Anshu Jain - Ein Mann mit Macht

Das schließt jedenfalls der neue Deutsche-Bank-Chef nicht aus. Zwar sei es dank des entschlossenen Handelns der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Fortschritte beim EU-Fiskalpakt gelungen, bisher ein systemisches Ereignis in Europa zu vermeiden. Doch es bestünden nach wie vor Risiken, fügt Jain mit Blick auf die Griechenland-Wahl hinzu. „Ein systemisches Ereignis hätte weitreichende und langfristige Folgen nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt“, warnt er. „Es steht viel auf dem Spiel.“

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23 Kommentare zu "CDU-Wirtschaftstag: Deutsche-Bank-Chef preist Merkels Euro-Kurs"

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  • ich habe noch eine fette Frucht:

    http://www.deutschland.net/content/strafanzeige-wegen-verdachts-der-schweren-untreue-gegen-vorstaende-der-deutschen-bundesbank

    bis zu 700 Milliarden schwer ist diese Frucht!

    Wir werden von Verbrechern regiert!

  • Plutokratische Verbrecherbande!

    Die Jungs von der CDU müssen langsam aufpassen, dass Sie nicht in absehbarer Zeit "gefilterte Luft" atmen.

    Der Verrat am Volk zu Gunsten der Geldmacht wird immer offensichtlicher auch wenn die Kreaturen behaupten dieses Geklüngel sei im Interesse der Wähler.

  • So lange bei den Politikern kein Format herrscht und nicht der kleinste Funken wirtschaftlichen und ökonomischen Verstands erkennbar ist (und die, die ansatzweise mal welchen hatten wurden ganz geschickt von Mutti ausgeknockt) werden diese von den Baknstern (heute sagt man auch gerne die Märkte dazu) vor- und an der Nase herumgeführt. Als ob die Bankster auch nur ansatsweise interesse für das gemeine Volk oder den Steuerzahler hätten. Die haben einen ganz anderen Auftrag, und den versuchen sie bei der und über die Politik geltend zu machen. Alternativlos selbstverständlich. Da geht man bildlich über Leichen. Von wem lassen sich denn unsere schlauen Politikerköpfe beraten und von wem bekommen sie ihre Richtungsanweisungen und Redemanuskripte....von den Bankstern, weil sie selber keinen blanken Schimmer von der Materie haben. Allen voran der Karlspreis-Träger-Super-Europäer-Schwafelheini Schäuble mit seiner Mutti der Nation.

  • Kurspflege that goes both ways. Als Ansage an die Politik: Pflegt Ihr unseren Kurs, pflegen wir Euren Kurs - ein wenig. So geht Paartherapie. Jetzt müssen wir nur noch sagen: Banken und Politik sind ein Paar. Müssen wir?

  • Richtig.
    Aber vielleicht richtet sie dem neuen Chef der Detuschen Bank ja auch wieder von Steuergeldern ein schönes Fest aus

  • @sholb:
    Verfolgen Sie eigentlich ab und zu die Nachrichten? Dann hätte Ihnen auffallen müssen, dass uns die Gutmenschen der SPD und der Grünen mit Eurobonds, dümmlichen Wachstumsprogrammen und romantischen Wohlstandsgeschenken an die Club-Med-Pleitegeier zu unseren Lasten erst richtig den Fangschuss geben wollen. Wachen Sie mal auf, Mann! Die einzigen, die sich überhaupt noch für so etwas wie wirtschaftliche Solidität und Nachhaltigkeit einsetzen sind Merkel und Schäuble - auch wenn sie sicherlich nicht alles richtig machen. Der Rest handelt nur noch nach der Devise "Nach mir die Sintflut!".

  • @Marc-Renton:
    Dein Kommentar ist der eines politisch korrekt Verblödeten. Immer wenn Dummschwaflern wie Dir nicht Fundiertes einfällt, kommt das selbstgefällige und arrogante Stammtisch-Argument. An den meisten Stammtischen herrscht jedenfalls mehr gesunder Menschenverstand, als bei unseren unterdurchschnittlichen Politikern!

  • Die Staatsverschuldung ist über Jahre hinweg entstanden und hat dann durch den von den USA ausgelösten Finanzcrash in 2008 einen ordentlichen Schub bekommen.

    Insofern haben die Politiker im vergangenen Jahrzehnt mehr oder weniger versagt. Schließlich hat der Bund der Steuerzahler uns schon immer mit seiner Schuldenuhr gewarnt.

    Unsere Regierung tut jetzt das einzig Richtige. Brandschutzmauern aufbauen, das System stabilisieren und den Staaten Zeit erkaufen für für Reformen und Konsolidierung.

    Leider sind die Staaten noch zu zaghaft bei den Reformen und wollen durch Eurobonds lieber noch mehr Geld von den seriösen Staaten erschleichen. Nach dem Motto: Noch einmal richtig Feiern bevor die Bombe explodiert!

    @Herr Eiche, vielleicht hätten Sie schon mal früher den Finger in die Wunde gelegt. Und vielleicht hätten Sie ja auch einen besseren Lösungvorschlag für die jetzige Situation. Wie wäre es mit auf Pump finanzierten Konjunkturprogrammen?

  • Absolut richtig.Aber wir sind durch über 30 Jahre neoliberalen Kurs derartig abgestumpft,dass wir erst wieder mühsam lernen müssen zu reagieren.Genauso wie bei den Stromkonzernen,die uns unglaublich ausplündern und an der Nase herumführen.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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