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Christian Siewers Dieser Lokalpolitiker ist Gastgeber für Kramp-Karrenbauer und Merz

Das Dorf Eslohe wird zum Schauplatz für das erste öffentliche Treffen der CDU-Chefin und ihrem damaligen Gegenspieler. Der örtliche Vorsitzende erzählt, wie es dazu kam.
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Der Vorsitzende der CDU Eslohe kennt Friedrich Merz persönlich. Quelle: CDU Eslohe
Christian Siewers

Der Vorsitzende der CDU Eslohe kennt Friedrich Merz persönlich.

(Foto: CDU Eslohe)

DüsseldorfWer in der Parteizentrale der CDU Eslohe anruft, landet im Privathaushalt des örtlichen Parteivorsitzenden Christian Siewers. Vom Anrufbeantworter spricht ein junges Mädchen und sagt, dass leider gerade weder sie noch ihre Eltern zu Hause seien. Man hat halt kein Vorzimmer als Chef eines CDU-Verbandes in einem 2900-Leute-Dorf.

Am Freitagabend jedoch rückt Eslohe im Hochsauerlandkreis ins Blickfeld der Bundespolitik: Zum ersten Mal seit dem Bundesparteitag in Hamburg treffen dort CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr damaliger Gegenspieler Friedrich Merz in Eslohe aufeinander. „Ich muss noch einen Blumenstrauß für Kramp-Karrenbauer holen“, sagt Siewers, als man ihn dann ans Telefon bekommt.

Die Aufregung ist groß. Derzeit steht CDU-Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier unter Beschuss. Ist das Treffen ein Signal der Versöhnung? Könnte Merz gar Altmaiers Nachfolger unter einer möglichen Kanzlerin Kramp-Karrenbauer werden?

Fest steht: Das Sauerland ist Merz-Land. Der Politiker ist dort geboren, hat dort seine Anhänger. Auch Siewers kennt ihn persönlich. Er war zunächst überrascht, dass sein Parteikollege nach der Niederlage gegen Kramp-Karrenbauer im Dezember zur Veranstaltung kommen will. Für Siewers war das ein Zeichen: „Hier hat es einen Schulterschluss gegeben.“

Offiziell ist der Abend als Wahlkampfauftakt für die Europawahl geplant. Nachdem aber bekannt wurde, dass nun auch Merz in Eslohe auftreten und sogar die Grußworte für seine Kollegin sprechen wird, wuchs das Interesse von Journalisten und Parteimitgliedern und verlangt dem Dorf nun logistische Höchstleistungen ab. „Wir haben mit 400 bis 500 Besuchern gerechnet. Jetzt sind wir bei über tausend“, erzählt Siewers. Eine Revanche für Merz‘ Niederlage in Hamburg erwartet Siewers aber nicht. Seine Mitbürger und Merz selbst seien Kramp-Karrenbauer gegenüber friedlich gesinnt.

Die Anfrage für den Auftritt von Kramp-Karrenbauer kam an Aschermittwoch von der Bundespartei, ursprünglich war Merz gar nicht als Ehrengast eingeplant. Siewers vermutet, dass die Bundes-CDU das Dorf als Ort für den Wahlkampfauftakt gewählt hat, weil es das Zentrum der für die Partei wichtigen Region Südwestfalen ist. Die Stimme des Ortsverbandsvorsitzenden klingt stolz, als er das erzählt.

Hier im Hochsauerland gehört die CDU zum Leben wie das Vaterunser zum Gottesdienst. Den Bundestagswahlkreis, in dem Eslohe liegt, gewinnt die Partei seit Jahrzehnten verlässlich, lange Friedrich Merz, inzwischen der Rechtspolitiker Patrick Sensburg. Siewers zieht es dagegen nicht in die Bundespolitik: „Ich habe nach meinem Studium mal drei Jahre in Karlsruhe gearbeitet und hatte drei Jahre Heimweh.“ Um in seine Heimat zurückkehren zu können, schlug der 48-Jährige sogar ein Jobangebot in Amerika aus.

In Eslohe kann Siewers seinen Hobbys nachgehen: jagen, Theater spielen, Fußball spielen – und nebenbei von zu Hause aus die Parteizentrale schmeißen. „Mich kriegt keiner mehr aus Eslohe weg“, sagt er. Aber jetzt kriegt er erst mal ein paar sehr wichtige Leute dort hin.

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