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Christof Schulte Der oberste Geldwäsche-Bekämpfer gerät in die Kritik

Christof Schulte sollte die Anti-Geldwäsche-Einheit FIU schlagkräftiger aufstellen. Doch nun muss sich die Behörde im Wirecard-Skandal erneut rechtfertigen.
31.08.2020 - 17:42 Uhr Kommentieren
Der Leiter der Anti-Geldwäsche-Einheit FIU muss seine Behörde mal wieder gegen Kritik verteidigen. Quelle: dpa
Christof Schulte

Der Leiter der Anti-Geldwäsche-Einheit FIU muss seine Behörde mal wieder gegen Kritik verteidigen.

(Foto: dpa)

Berlin Unangenehme Fragen ist Christof Schulte gewohnt. Seit er vor zwei Jahren die Leitung der Financial Intelligence Unit (FIU) übernahm, sieht er sich mit Vorwürfen konfrontiert, die Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls arbeite ineffizient und schlampig. Derzeit hagelt es allerdings besonders viel Kritik.

Am Montagnachmittag musste Schulte in einer Sondersitzung des Finanzausschusses im Bundestag zum Wirecard-Skandal Stellung nehmen. Im Mittelpunkt stand auch hier die Frage: Hätte die FIU nicht viel früher und energischer Hinweisen auf Geldwäsche bei Wirecard nachgehen müssen?

Seitdem der Zahlungsdienstleister am 22. Juni zugeben musste, dass die verschwundenen 1,9 Milliarden Euro aus seiner Jahresbilanz wohl nicht existieren, prüft die FIU alle Meldungen erneut, die in einem Zusammenhang mit Wirecard stehen könnten. Und die Zolleinheit wird bei genauerem Hinsehen nun auch fündig: Zuerst bekräftigte sie 72 Meldungen, die etwas mit den Vorwürfen gegen Wirecard zu tun haben könnten, wenige Wochen später waren es schon 97 Hinweise. Mittlerweile hat die FIU 144 Vorgänge identifiziert.

Warum erst jetzt? Das wollten die Abgeordneten von Schulte wissen. Der FIU-Chef hat durchaus Antworten parat: So sind viele Hinweise bei der FIU erst eingetroffen, nachdem Wirecard die Luftbuchungen eingestanden hat. Zudem hat die Zollbehörde bei ihrer erneuten Prüfung nicht nur auf Geldwäsche und Terrorfinanzierung geachtet, sondern auch auf Hinweise zu Bilanzfälschung, wie es heißt.

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    Doch wirklich überzeugen kann Schulte mit den Begründungen nicht. Zudem steht fest: Schon vor dem Insolvenzantrag hat die FIU Verdachtsmeldungen erhalten, und einige davon blieben lange liegen, bevor sie an die Strafverfolgungsbehörden weitergereicht wurden.

    Vorwürfe passen ins Bild

    Das Unangenehme für Schulte: Solche Vorwürfe passen ins Bild. Seit die FIU im Rahmen einer Reform 2017 beim Zoll angesiedelt wurde, kämpft sie mit Problemen. Es herrschten anfangs chaotische Zustände. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte Schulte deshalb vor zwei Jahren zum FIU-Chef gemacht. Er sollte für Besserung sorgen. Und tatsächlich, so berichten es zumindest Leute bei der FIU und im Bundesfinanzministerium, geschah auch etwas.

    Trotzdem gibt es immer wieder Rückschläge. Mitte Juli ließen Staatsanwälte Büros der FIU durchsuchen. Der Vorwurf: Mitarbeiter hätten Verdachtsmeldungen nicht vorschriftsmäßig an Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Ein äußert ungewöhnlicher Vorgang. Die Hiobsbotschaft erreichte Schulte im Urlaub. Den soll er daraufhin sofort abgebrochen haben und in die FIU-Zentrale geeilt sein. Auch das passt ins Bild: Schulte wird als extrem engagiert beschrieben.

    Doch es halten sich Gerüchte, dass Schulte als Abteilungsleiter zum Bundesbeauftragten für den Datenschutz wechseln wird. Für ihn wäre das ein Aufstieg, mit den Problemen bei der FIU soll der Wechsel nichts zu tun haben.

    Mehr: So hart trifft die Wirecard-Pleite die Gläubigerbanken

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