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Christoph Schmidt Zweifel an Schlagkraft des Rettungsschirms

Reicht die Feuerkraft des europäischen Rettungsschirms EFSF aus? Der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt hat Zweifel und glaubt nicht, dass der Fonds die Europäische Zentralbank nachhaltig entlasten wird.
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Wirtschaftswissenschaftler Christoph Schmidt. Quelle: ap

Wirtschaftswissenschaftler Christoph Schmidt.

(Foto: ap)

BerlinDer Wirtschaftsweise Christoph Schmidt hat vor überzogenen Erwartungen an die Schlagkraft des europäischen Rettungsfonds EFSF in der Schuldenkrise gewarnt. „Wenn man den Fonds so ertüchtigt wie vorgesehen, wird er gerade so viel Feuerkraft haben, um gegebenenfalls eine Umschuldung Griechenlands durchzuführen und Ansteckungseffekte auf andere Länder wie Portugal und Irland zu verhindern“, sagte der Essener Wissenschaftler am Montag bei einer Anhörung des Haushaltsausschusses im Bundestag. Daher sei nicht damit zu rechnen, dass der EFSF die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Stabilisierung des Zinsniveaus von Schuldenländern am Kapitalmarkt komplett entlasten könne.

Die EZB gebe viele Milliarden Euro aus, sagte der Chef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Dies sei zwar für eine gewisse Stabilisierung der Zinsen der betroffenen Länder ausreichend: „Es ist aber keineswegs so, dass man sich vornehmen kann, mit Käufen am Sekundärmarkt durch den so ertüchtigten EFSF-Fonds rasch zu einer Stabilisierung zu kommen und das Aufkaufen dann bleiben zu lassen.“ Wenn die EZB aber auch künftig wieder einspringen müsse, sei nichts gewonnen. „Außer, dass man dieses Pulver verschossen hat, dass man sich eigentlich für Wichtigeres aufsparen wollte“, sagte Schmidt.

Der Bundestag stimmt am 29. September über die Erweiterung des EFSF ab. Das Kreditvolumen soll von ursprünglich etwa 250 auf insgesamt 440 Milliarden Euro steigen. Im Gegenzug erhöhen die Euro-Länder ihre Garantien auf 780 Milliarden Euro. Der Fonds soll auch die Möglichkeit erhalten, Staatsanleihen angeschlagenen Euro-Staaten aufzukaufen.

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