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„Circuitbreaker“ Vorbild Wales: Virologe Drosten hält Kurz-Lockdowns für denkbar

Wales kündigt einen zweiwöchigen Shutdown an, um die Pandemie einzudämmen. Drosten und SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach bringen solche „Circuitbreaker“ auch für Deutschland ins Spiel.
19.10.2020 - 15:34 Uhr Kommentieren
Der Virologe bringt zeitlich befristete Lockdowns ins Spiel. Quelle: dpa
Christian Drosten

Der Virologe bringt zeitlich befristete Lockdowns ins Spiel.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Trotz des exponentiellen Wachstums der Fallzahlen in Deutschland will Bundeskanzlerin Angela Merkel einen flächendeckenden Lockdown möglichst verhindern. „Wir können uns auch ökonomisch eine zweite Welle nicht leisten“, sagte die CDU-Politikerin nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder in der vergangenen Woche.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Virologe Christian Drosten bringen nun kurze und zeitlich befristete Shutdowns ins Spiel, auch „Circuitbreaker“ (zu Deutsch: Überlastschalter) genannt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und die wirtschaftlichen Folgen somit in Grenzen zu halten.

Während in Deutschland und auch in England noch über diese Maßnahme diskutiert wird, hat Wales sie bereits beschlossen: Dort gilt ab Freitag ein zweiwöchiger Lockdown. „Jeder in Wales wird dazu verpflichtet sein, zu Hause zu bleiben“, sagte Mark Drakeford, Regierungschef des britischen Landesteils, am Montag vor Journalisten.

Ausgenommen von der Ausgangssperre seien nur Mitarbeiter absolut notwendiger Einrichtungen. Auch die meisten Geschäfte müssten schließen. Ein derart harter und tief greifender Lockdown sei notwendig, um die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, erklärte Drakeford.

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    Auf Twitter schrieb Drosten am Sonntag, dass ein Circuitbreaker eine Option in den Herbst- und Weihnachtsferien sei. Damit ließen sich wirtschaftliche Auswirkungen womöglich begrenzen. Der Virologe der Berliner Charité bezog sich in seinem Tweet auf eine britische Studie. Darin beschreiben die Autoren die positiven Auswirkungen von kurzen Shutdowns, die direkt als zeitlich befristet in der Bevölkerung kommuniziert werden.

    Lauterbach äußerte sich ebenfalls in dem Kurznachrichtendienst über die Maßnahme: Die Studie sei auch interessant für Deutschland, „weil mit systematischen Kurz-Shutdowns die Unterbrechung eines exponentiellen Wachstums gelingen könnte, bei gleichzeitiger Minimierung der ökonomischen und schulischen Kosten“. 

    Planbare Unterbrechungen erhöhen nach Lauterbachs Einschätzung zudem die Akzeptanz der Maßnahme in der Bevölkerung. 

    Der SPD-Politiker sieht dringenden Handlungsbedarf: Sollte sich das Coronavirus weiterhin rasant in Deutschland ausbreiten, rechnet Lauterbach mit Shutdowns. „Es ist ganz simpel. Der R-Wert liegt bei etwa 1,3. Wenn wir den nicht runterbekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden. Dann kommen lokale Shutdowns“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Die auch „R-Wert“ genannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. 

    Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntag liegt der Sieben-Tage-R-Wert in Deutschland bei 1,35. Am Montag meldete das RKI in Deutschland 4325 neue Fälle. Die Zahl fällt im Vergleich zu den Vortagen vergleichsweise gering aus, da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

    Im Vergleich zum vergangenen Montag, an dem das RKI 2467 Neuinfektionen bekanntgegeben hatte, zeigt sich aber der deutliche Anstieg der Fallzahlen in der Bundesrepublik. 

    Mehr: Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in unserem Newsblog

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