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Claudemir Jerônimo Barreto Cacau – Der Integrationsbeauftragte des DFB bleibt still

Der Integrationsbeauftragte weiß, wie beschwerlich der Weg für Fußballspieler mit Migrationshintergrund sein kann. Und bleibt doch merkwürdig leise.
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Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Cacau verhält sich in der aktuellen Debatte ruhig. Quelle: epd/Friedrich Stark
Claudemir Jerônimo Barreto

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Cacau verhält sich in der aktuellen Debatte ruhig.

(Foto: epd/Friedrich Stark)

Es ist genau zwei Wochen her, dass sich der frühere deutsche Fußballer Cacau zum bisher letzten Mal in die Diskussion um die Fotos der Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan einmischte.

Die Fußball-WM in Moskau lief noch, Deutschland war längst ausgeschieden, da sagte der Integrationsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview mit der „Welt“: „Der Fußball ist nach wie vor ein Begegnungsort, wo Menschen zusammenkommen und Integration gelingen kann. Das darf durch diese Diskussion nicht infrage gestellt werden.“

Doch genau das passiert gerade. Einen Tag nach dem Rücktritt des in Gelsenkirchen geborenen Fußballers Mesut Özil ist hierzulande eine neue Integrationsdebatte entflammt. Es wird genau das infrage gestellt, womit sich der DFB jahrelang rühmte.

Und Claudemir Jerônimo Barreto, genannt Cacau, der seit Ende 2016 Integrationsbeauftragter des DFB ist, bleibt stumm und lässt die DFB-Spitze sprechen. Dabei weiß der gebürtige Brasilianer aus eigener Erfahrung, wie wichtig der Sport für eine gelungene Integration sein kann.

Er selbst wuchs unter ärmlichen Verhältnissen in einer Industriestadt nahe São Paulo auf, die Mutter putzte bei einer deutschen Familie. Mit 18 entschied Cacau, sein Glück als Fußballer in Deutschland zu suchen. Zunächst kickte er in der Fünften Liga, sprach kein Wort Deutsch. Er war fremd, allein – und wollte doch genau das Gegenteil. Er machte Karriere beim VfB Stuttgart, stürmte sich dort in die Herzen der Fans.

2009 wurde er eingebürgert, im selben Jahr machte er das erste seiner insgesamt 23 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft. Beim DFB arbeitet er derzeit vor allem an der Basis, er besucht Integrationsprojekte, Amateurvereine, Flüchtlingskampagnen.

Er will zeigen, wie wichtig es ist, dass Deutsche auf fremde Menschen zugehen, denn „dieses Land gibt einem eine riesige Chance“. Cacau wird in den nächsten Wochen viel Wiederaufbauarbeit leisten müssen.

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1 Kommentar zu "Claudemir Jerônimo Barreto: Cacau – Der Integrationsbeauftragte des DFB bleibt still"

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  • Als Stuttgarter weis ich, dass Herr Cacau der weitaus beliebteste Spieler seinerzeit beim VfB gewesen war und noch heute ein sehr hohes Ansehen genießt.
    Bezeichnend seine Worte: „dieses Land gibt einem eine riesige Chance“. Ja da hat er Recht und man muß hinzu fügen, man muß sie auch nutzen und nicht nur jammern.
    Cacau hat sie genutzt, er genießt noch heute höchsten Respekt über Baden Württemberg hinaus. Er ist intelligent genug sich nicht jetzt in die bösartige von Özil losgetretene Debatte bzgl. Rassismus hineinziehen zu lassen.
    Egal was Herr Cacau jetzt sagen würde, es würde ihm nur im Munde herum gedreht. Wenn sich das Thema wieder versachlicht hat denke ich, dass er sich dann zu Wort melden wird.

    Ja Deutschland, dieses Land gibt jedem eine riesige Chance, aber man muß sie selber ergreifen.

    Wer Deutschland, das 2015 und nachfolgend weit über eine Million eher zwei millionen Menschen aufgenommen hat, mit Kosten von über 25 - 30 Mrd. Euro/Jahr, Rassismus vorwirft, zeigt nur wessen Geistes Kind er ist und das gilt vor allem den deutschen Medien und Politikern sowie Parteien wie den Grünen, Linken, SPD die bewußt Fakten verdrehen, aber auch einem Herrn Özil der sein erbärmliches Foto mit dem Despoten Erdogan mit diesem Thema als halb so schlimm darstellen will.
    Für mich verschlimmert er das Ganze damit noch und zeigt mir, es war eine bewußte Provokation.

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