„Clown“-Äußerung Viele glauben an Schaden für Steinbrück

Peer Steinbrück scheint durch seine „Clown“-Äußerung bezüglich der Italien-Wahl einen weiteren Image-Schaden zu erleiden. Fast die Hälfte der Bevölkerung glaubt, dass sich Steinbrück damit für die Bundestagswahl geschadet hat.
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Peer Steinbrück scheint sich das nächste Eigentor geschossen zu haben. Über seine „Clown“-Aussagen können nur die wenigsten lachen. Quelle: Reuters

Peer Steinbrück scheint sich das nächste Eigentor geschossen zu haben. Über seine „Clown“-Aussagen können nur die wenigsten lachen.

(Foto: Reuters)

BerlinFast die Hälfte der Bevölkerung (49 Prozent) erwartet laut einer Umfrage, dass SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seine „Clown“-Äußerung bei der Bundestagswahl schaden wird. 34 Prozent glauben das nicht. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Steinbrück hatte mit Blick auf die Politiker Silvio Berlusconi und Beppe Grillo gesagt, bei den italienischen Wahlen hätten „zwei Clowns“ gewonnen.

Steinbrücks Fettnäpfchen
Steinbrücks letzte Rede im Bundestag
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Der SPD-Politiker hielt am Donnerstag seine letzte Rede im Bundestag. Dabei schlug er ernste Töne an, aber auch humorvolle: „Als ich vor 47 Jahren in die SPD eintrat, da dachte ich, dass die Verteilung von Sumpfhühnern und Schlaubergern ziemlich einseitig auf die Parteien verteilt ist. Und ich gehörte natürlich zur Partei der Schlauberger.“ Inzwischen habe er aber gelernt, dass die Verteilung solcher Sumpfhühner und Schlauberger in und zwischen den Parteien der Normalverteilung der Bevölkerung folgt. Dies habe ihm die interfraktionelle Zusammenarbeit erleichtert, sagte der Bundestagsabgeordnete, frühere SPD-Kanzlerkandidat und einstige Bundesfinanzminister.

Ob er Sumpfhuhn oder Schlauberger war – mit seinen Sprüchen ist Steinbrück immer wieder angeeckt.

Reaktionen Steinbrück Italien
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Peer Steinbrück schafft es auch als Kanzlerkandidat der SPD auf alle Titelseiten der italienischen Zeitungen. Er bezeichnete Ex-Regierungschef Berlusconi und den ehemaligen Komiker und Spitzenkandidat der 5-Sterne-Bewegung, Beppe Grillo, als „Clowns“ und provozierte einen diplomatischen Eklat.

WAGGON FAHRGAST
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Es gibt viele Arten, sich unangreifbar zu machen. Der SPD-Kanzlerkandidat forderte von seinen Genossen gleich am Anfang: "Das Programm muss zum Kandidaten passen, der Kandidat zum Programm. Ihr müsst dem Kandidaten an der einen oder anderen Stelle auch etwas Beinfreiheit einräumen." Peer Steinbrück wollte damit volle Richtlinienkompetenz - und das Recht, das sagen zu dürfen, worauf er gerade Lust hat. Steinbrück hat von diesem Recht reichlich Gebrauch gemacht.

Peer Steinbrück
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Mit Äußerungen zum Wahlausgang in Italien provozierte Steinbrück einen handfesten diplomatischen Eklat. Bei einer SPD-Veranstaltung sagte er, er sei bis zu einem gewissen Grad entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen hätten. Damit spielte er auf das Abschneiden des früheren Regierungschefs Berlusconi und des Spitzenkandidaten der Protestbewegung "5 Sterne", Grillo an. Italiens Staatspräsident Napolitano sagte wegen der Äußerungen ein Treffen mit Steinbrück ab. Auch in seiner eigenen Partei regte sich Kritik. Die SPD-Abgeordnete Burchardt sagte, es sei nicht diplomatisch, das politische Personal eines befreundeten Staates mit solchen Begriffen zu belegen. Der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann vertrat dagegen die Ansicht, Steinbrück habe es auf den Punkt gebracht. Man dürfe doch politische Ereignisse auch noch politisch kommentieren, wenn man Kanzlerkandidat sei.

Merkel und Steinbrück
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In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung attestierte Steinbrück seiner Gegnerin Angela Merkel (CDU) einen Sympathievorsprung. "Angela Merkel ist beliebt, weil sie einen Frauenbonus hat", sagte Steinbrück der FAS. Das klang nicht nur nach der beleidigten Ausrede eines Kandidaten, der sich damit schon als künftigen Verlierer outet, sondern war auch nicht feinfühlig - und das zu einer Zeit, in der viele Frauen darum kämpfen müssen, ihren Beruf mit der Familie in Einklang zu bringen.

Steinbrück wird bei Twitter mit Fragen überschüttet
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Der Peer Steinbrück folgte dem Rat seiner Kommunikationsberater: Er müsse auch im Internet Präsenz zeigen. Gesagt, getan. Aber nicht allein. Beim Twitterview konnte man sehen, wie Steinbrück seinem Nebenmann die Antworten diktierte. Der SPD-Finanzexperte machte dazu einen unbeholfenen Eindruck. Prompt meldete sich der politische Gegner: Bundesumweltminister Altmaier (CDU), der selbst aktiv zwitschert, forderte Steinbrück auf, kenntlich zu machen, wann er persönlich auf Twitter aktiv ist.

Steinbrueck wollte vor fast 15 Jahren Sparkassen-Praesident werden
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Es gibt kaum etwas solideres als die gute alte Sparkasse. Steinbrück findet, dass man den Sparkassendirektor für sein Gehalt beneiden kann. Vor allem, wenn man Regierungschef ist. „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“, sagte Steinbrück zum Jahresende 2012. Auch wenn der Satz faktisch richtig ist: Vielen Genossen dürften ihrem Kanzlerkandidaten diese Aussage nicht verzeihen. Auch andere Wähler nicht. Zumal im internationalen Vergleich sich das derzeitige Gehalt der Bundeskanzlerin sehen lassen kann.

Eine klare Mehrheit der deutschen Bevölkerung (64 Prozent) hält es nicht für angemessen, „dass ein deutscher Kanzlerkandidat so etwas öffentlich ausspricht“. Knapp 31 Prozent finden es angemessen.

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12 Kommentare zu "„Clown“-Äußerung: Viele glauben an Schaden für Steinbrück "

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  • Mit: "HÄ?!" mein ich @Frank3 (hab mich verklickst)

  • HÄ?!

  • Was Steinbrück nicht lernt, lernt ein Bundeskanzler nimmermehr.
    Deutschland kann Kompetenz und Format brauchen. zumindest Letzteres beweist Steinbrück einmal mehr nicht zu haben. SCHADE

  • Jeden Tag eine schlechte Nachricht über Steinbrück! Das ist Kampagnenjournalismus! Besser wäre es m.E. ihn aufzubauen, etwas über die Zukunft der EU und der Eurozone zu sagen.
    Viele Menschen warten darauf. Von Regierungsseite gibt es nur Hinhaltetaktik bis September.Dann wird wieder alles alternativlos sein.

  • "Clown“-Äußerung bezüglich der Italien-Wahl ???
    BEOBACHTE JA AUCH aber die ITALIENER HABEN ZUSAMMEN NOCH NICHT SOVIEL GELOGEN wie EIN STEINBRÜCK ALLEIN und BEWEIS ?
    er : SPD UND SEIN TUN SEID 2005 UND NUN WILL er JEDEN TAG EIN NEUES PFERD REITEN aber WENN er EHRLICH WÄR GIBT ES NUR EINEN RICHTIGEN WEG ALS DEN RICHTIGEN UND SO SCHRITT NÄCHSTEN NICHT MEDIEN BESTIMMEN oder POPULISMUS ? .



    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN


    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

  • Steinbrück ist viel schlauer als ihr alle denkt. Durch seine Clownsauslassung in Richtung Grillo will er Wahhlhelfer für Beppe werden, denn er hat natürlich sofort erkannt, dass es in Italien zu Neuwahlen kommt.

    Gewinnt Beppe und Italien schafft den Euro ab, kann Steinbrück in der Rückschau sagen "Kinder ich bin dabei gewesen".
    Also bekommt Steinbrücks Äußerung einen historischen Stellenwert.
    Welcher Politiker wünscht sich das nicht? LOL

  • ...wieder so eine hirnlose Umfrage ! Die Mehrzahl dürfte keine Ahnung haben, was z.B. in Grillos Wahlprogramm steht. Nichtsdestotrotz heute ein guter Bericht auf Spiegle Online (Augstein) und seine abschließende Bemerkung zu Grillos Partei bzw. Wähler:

    "Wäre Steinbrück ein Sozialdemokrat, er hätte Sympathie für diese Menschen und würde ihnen Glück auf ihrem schweren Weg wünschen."

  • Steinbrück leidet offenbar an einer Stoffwechselerkrankung des Gehirns.
    Sonst wäre seine politische Fettnapftreterei in Permanenz nicht zu erklären.

  • Mal wieder so eine dümmliche Umfrage die niemad braucht.
    Aber davon abgesehen, denke ich, die SPD hat schon verloren.
    Sie haben sich zu sehr in die Fänge der Grünen geworfen und wenn man täglich liest und hört, was die Grünen alles wollen, dann machen die und die SPD schönen Wahlkampf für Merkel

  • Lasst den Steinbrueck in Ruhe, er geniesst mildernde Umstaende durch sein abhanden gekommenes Hirn!

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