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Corona-Beschränkungen „Chaotische Zustände“ in deutschen Wintersportorten – Land will mehr Einsatzkräfte schicken

Kilometerlange Staus, reihenweise Ordnungswidrigkeiten: Tagestouristen überrennen die deutschen Skigebiete. Die Behörden vor Ort versuchen verzweifelt, die Menschen fernzuhalten.
29.12.2020 - 21:08 Uhr Kommentieren
In Winterberg bleibt der Besucherandrang hoch. Quelle: dpa
Wintersport

In Winterberg bleibt der Besucherandrang hoch.

(Foto: dpa)

Winterberg, Oberwiesenthal Nach dem Besucherandrang in einigen deutschen Wintersportgebieten über Weihnachten befürchten die Behörden eine neue Welle von Ausflüglern zu Silvester. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) appellierte am Dienstag mit Blick auf die Corona-Pandemie an die Bürger, auf Kurztrips nach Winterberg im Sauerland zu verzichten.

Die Stadt kündigte an, die Parkplätze zu verringern, die Maskenpflicht auszuweiten sowie Polizei- und Ordnungskräfte zu verstärken.

„Große Menschenansammlungen erhöhen das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Pandemie“, mahnte Laschet. „Mein Appell lautet daher: Bleiben Sie zu Hause!“ Das Land unterstütze Winterberg bei allen Maßnahmen, um weitere Tagestouristen von der Anreise abzuhalten, sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind bereit, auch kurzfristig mehr Einsatzkräfte zu schicken.“ Verstöße gegen Corona-Regeln würden konsequent geahndet.

Dabei geht es vor allem ums Rodeln, Spazierengehen und Wandern, denn Skilifte stehen wegen der Maßnahmen gegen die Pandemie still. Trotzdem hatten sich bereits am Dienstagmorgen wieder zahlreiche Ausflügler auf den Weg nach Winterberg gemacht. Tagesbesucher hatten schon am Sonntag und Montag für ein Verkehrschaos mit überfüllten Parkplätzen und kilometerlangen Staus gesorgt.

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    Ähnlich sah es am Fichtelberg im Erzgebirge aus. In Oberwiesenthal leitete die Polizei am Sonntag 64 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen die sächsische Corona-Schutzverordnung ein.

    Am Montag wurden 24 Anzeigen aufgenommen, wie die Chemnitzer Polizeisprecherin Jana Ulbricht am Dienstag auf Anfrage mitteilte.

    Im Hunsrück ist die Hauptzufahrt zum Wintersportgebiet Erbeskopf seit Dienstagmorgen gesperrt. „Man will verhindern, dass Massenverkehr dort hoch fährt“, sagte der Betriebsleiter des Zentrums, Klaus Hepp. Am Montag und am Sonntag seien jeweils Tausende Besucher zum höchsten Berg von Rheinland-Pfalz gekommen. „Es hat wirklich chaotische Zustände gegeben.“

    Auch die Eifelgemeinde Hellenthal appellierte an Ausflügler, auf die Anreise zu verzichten. Dienstag sei bereits der vierte Tag in Folge mit einem „extremen Besucheransturm“, sagte Bürgermeister Rudolf Westerburg der dpa. Er schätzte, dass in den vergangenen Tagen jeweils etwa 1500 bis 2000 Besucher in die Region gekommen sind.

    Auch im Harz stauten sich die Autos in Ausflugsorten kilometerlang. Die Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes, Christin Wohlgemuth, sagte, weiter oben sei „die Hölle los“. Die Kennzeichen der Autos reichten von Berlin und Potsdam bis Bremen. Ein Sprecher der Polizei Goslar sagte, es sei so voll, dass die Menschen draußen die notwendigen Abstände nicht einhalten könnten.

    Mehr: Im Streit um den Wintersport zeigt sich Europa gespalten: In der Schweiz haben die meisten Pisten geöffnet, in den Nachbarländern steht das Geschäft fast komplett still.

    • dpa
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