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Corona-Forschung Verbund von Unikliniken soll Forschung im Kampf gegen Covid-19 effizienter machen

Die Forschungsministerin stellt 150 Millionen Euro für ein neues Unikliniken-Netzwerk bereit. Damit soll die Forschung auch auf künftige Krisen vorbereitet werden.
26.03.2020 - 16:32 Uhr Kommentieren
Das Bundesforschungsministerium unter Leitung von Anja Karliczek stellt Millionen für einen Forschungsverbund im Kampf gegen das Coronavirus bereit. Quelle: via REUTERS
Forschungsverbund gegen den Coronavirus

Das Bundesforschungsministerium unter Leitung von Anja Karliczek stellt Millionen für einen Forschungsverbund im Kampf gegen das Coronavirus bereit.

(Foto: via REUTERS)

Berlin In Deutschland gibt es 37 Universitätskliniken, die Hochleistungsmedizin und zugleich Forschung betreiben. Aktuell stellen sie auch rund ein Fünftel der Intensiv-Betten, die für die schweren Corona-Fälle entscheidend sind. Diese Uni-Kliniken sollen nun ein Netzwerk aufbauen, um viel schneller neue Erkenntnisse im täglichen Kampf gegen Covid-19 auszutauschen. 

Die Idee entstand in der Berliner Charité – befeuert von einem Anruf der Kanzlerin, „ob da nicht noch mehr geht“, berichtete Forschungsministerin Anja Karliczek bei der Präsentation des Projektes. Ihr Ministerium finanziert die Kooperation mit 150 Millionen Euro für 2020/21.

„Die Initiative kann bei der Bewältigung der Pandemie eine ganz wichtige Schlüsselrolle einnehmen“, sagte Karliczek. „Wir brauchen die wirksamsten Ideen und Konzepte, um die Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen und gleichzeitig das Personal zu schützen.“

Konkret sollen so Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien möglichst aller Universitätskliniken zusammengeführt und ausgewertet werden, damit sie „von und miteinander lernen“. Zudem sollen die Daten aller behandelten Covid-19-Patienten systematisch erfasst und in einer Datenbank gebündelt werden – von der Krankengeschichte, den Symptomen bis hin zu atypischen Fällen, die bisher noch Rätsel aufgeben.

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    Der breite Datensatz soll nicht nur bei der individuellen Behandlung helfen, sondern auch beim Pandemiemanagement sowie der Impfstoff- und Therapieentwicklung. Eine Nationale Task Force des Netzwerkes soll die Abstimmung mit der Politik übernehmen. Eingebunden werden sollen aber auch Forscher der großen Organisationen wie Helmholtz oder Fraunhofer, sowie natürlich das Robert-Koch-Institut.

    Digitalisierung der Medizin fördern

    Innovative Methoden, wie beispielsweise die telemedizinische Behandlung von Covid-19-Patienten, können nach erfolgreicher Erprobung schnell großflächig eingesetzt werden – auch in anderen Krankenhäusern, sagte der Vorstandsvorsitzenden Professor Heyo Kroemer. Auch der RKI-Chef Lothar Wieler hatte bemängelt, dass Deutschland im Kampf gegen das Virus schon viel weiter sein könne, wenn die Digitalisierung der Medizin schon weiter sei.

    Der forschungspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Kai Gehring, lobte die Initiative: Sie sei ein „guter Anfang, denn die Unikliniken sind Herzstück und zentrale Schnittstelle unserer Gesundheits- und Forschungslandschaft“. Es sei zu hoffen, dass sich möglichst viele Uniklinika aktiv beteiligten. 

    Darüber hinaus fordert er ein breites Forschungsprogramm gegen Pandemien, das die Gesundheitsforschung jetzt stärke und für künftige Krisen rüste. Denn neben Unikliniken müssten auch Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen direkt und stärker von der Förderung Karliczeks profitieren. „Für ein wissenschaftsbasiertes Exit-Szenario zur verantwortungsvollen Rücknahme der Kontaktsperren ist umfassendes Wissen unerlässlich“, so Gehring. 

    Frankreich habe jüngst Investitionen von fünf Milliarden Euro für die Gesundheitsforschung angekündigt. „Dagegen wirken die Ankündigungen des Bundesforschungsministeriums unambitioniert und bescheiden.“ Zudem wäre jetzt ein starkes gemeinsames europäisches und internationales Vorgehen wichtiger denn je. „Denn kein Land kann diese Krise allein durchstehen“, mahnte der Grüne.

    Mehr: Führende Pharmaunternehmen wollen dafür sorgen, dass schneller geeignete Medikamente entwickelt werden können. Mit dabei sind Novartis und Merck.

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