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Corona-Gipfel Die Elf-Milliarden-Euro-Steuerentlastung, die keiner mitbekam

Bund und Länder haben bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Computer-Hardware und -Software beschlossen. Damit wollen sie den Trend zum Homeoffice stärken.
20.01.2021 - 17:23 Uhr 4 Kommentare
Die neuen Abschreibungen seien ein „kluger und zielführender Vorschlag, der eine seit längerem angepeilte Regelung umsetzt“, hieß es aus dem Bundesfinanzministerium. Quelle: dpa
Homeoffice

Die neuen Abschreibungen seien ein „kluger und zielführender Vorschlag, der eine seit längerem angepeilte Regelung umsetzt“, hieß es aus dem Bundesfinanzministerium.

(Foto: dpa)

Berlin Die Passage im Beschlusspapier von Bund und Ländern klingt maximal unspektakulär: „Zur weiteren Stimulierung der Wirtschaft und zur Förderung der Digitalisierung“ haben Bundesregierung und Ministerpräsidenten auf ihrem Corona-Gipfel eine Sofort-Abschreibung für digitale Wirtschaftsgüter rückwirkend zum 1. Januar 2021 beschlossen. Von dieser Maßnahme sollten alle profitieren, die im Homeoffice arbeiten.

Doch welche Entlastung sich hinter dieser etwas sperrigen Formulierung verbirgt, bekam niemand mit. Und was noch erstaunlicher ist: Niemand kommunizierte es.

Dabei ist die Entlastung beträchtlich, wie aus einem internen Papier des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, das dem Handelsblatt vorliegt. Bund und Länder haben am Dienstagabend mal eben Steuerentlastungen von 11,6 Milliarden Euro beschlossen. Die neuen Abschreibungsregeln sollen insbesondere für die Kosten von Computerhardware wie Druckern, Scannern und Bildschirmen gelten, ebenso wie für alle Arten von Software.

Für diese zentrale Gruppe „digitaler Wirtschaftsgüter“ werde künftig eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von einem Jahr angenommen. „Damit unterliegen diese Wirtschaftsgüter nicht mehr der Abschreibung“, heißt es in dem Papier des Bundesfinanzministeriums.

„Die Kosten können vielmehr im Jahr der Anschaffung oder Herstellung steuerlich vollständig berücksichtigt werden. Begründet werden kann eine einjährige Nutzungsdauer mit einem zunehmenden raschen technischen Fortschritt in diesem Segment.“

Hohe Entlastungen in den kommenden Jahren

In Zeiten von Homeoffice kommt da schnell ein ordentlicher Betrag zusammen. Zwischen 2022 und 2026 rechnet das Bundesfinanzministerium dadurch mit Entlastungen in Höhe von insgesamt 11,7 Milliarden Euro. Während es im Jahr 2022 nur zu Steuerausfällen in Höhe von 390 Millionen Euro kommt, sind es allein 2023 rund 4,6 Milliarden und 2024 rund 3,9 Milliarden Euro.

Die neuen Abschreibungen seien ein „kluger und zielführender Vorschlag, der eine seit Längerem angepeilte Regelung umsetzt“, hieß es aus dem Bundesfinanzministerium. Die Abschreibungen seien nicht neu, sondern würden nur zeitlich vorgezogen.

Die Regelung erleichtere die praktische Handhabung im Rahmen der Bilanzierung von Hard- und Software, weil Abgrenzungsschwierigkeiten vermieden werden, heißt es in dem Papier. Für die Entlastung ist kein eigenes Gesetz notwendig, sie soll durch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums in Kraft treten.

Mehr: Bis zu 2500 Euro: So viel Geld sparen Steuerzahler 2021

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4 Kommentare zu "Corona-Gipfel: Die Elf-Milliarden-Euro-Steuerentlastung, die keiner mitbekam "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Entschuldigung, zwei Fehler im letzten Satz. Es sollte heißen "Klug und zielführend" haben hier - wieder einmal - lediglich die PR-Leute gearbeitet.

  • Niemand kommunizierte diese "Entlastung", lieber Herr Geive, weil sie in Wahrheit keine Entlastung ist, sondern ein reiner PR-Gag. Grund 1: EDV-Hard- und -Software wird schon bisher regelmäßig über einen kurzen Zeitraum von drei Jahren abgeschrieben. Durch die nun geplante sofortige Vollabschreibung ergibt sich überhaupt keine Entlastung, sondern lediglich ein Zinsvorteil (soweit man in Zeiten von Zinslosigkeit von so etwas reden kann): Was der Käufer der Ware sowieso bekommt (bisher über drei Jahre), bekommt er nun halt etwas schneller (im ersten Jahr), keineswegs aber bekommt er irgendetwas zusätzlich. Grund 2: Die Wertgrenze für Sofortabschreibungen liegt schon bisher bei 800 € netto. Von wenigen Ausnahmen abgesehen können die Anschaffungskosten für Notebooks, Bildschirme, Rechenmaschinen und weiteres PC-Zubehör also bereits heute im ersten Jahr in voller Höhe Steuer mindernd geltend gemacht werden. Was da beschlossen wurde, ist exakt das, wonach es wie Sie sagen klingt: "maximal unspektakulär". "Klug und zielführend" haben wir - wieder einmal - lediglich die PR-Leuge gearbeitet.

  • Ein für 99% der Heimarbeiter sinnfreier Macbook Pro Tower für 40 000€+ wäre direkt absetzbar - Haaresträubend. Diskussion über Obergrenze bei (Teilen der) Werbungskosten wäre angebracht.

  • Wer kann die Abschreibung vornehmen? Das Unternehmen oder der Arbeitnehmer über seine ESt-Erklärung für 2021? Also Entlastung für die Bürger oder für die Unternehmen? Geht nicht aus dem Artikel hervor.

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