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Corona-Hilfen Kurzarbeit rettet rund 2,2 Millionen Arbeitsplätze

Kurzarbeit soll die Folgen der Corona-Maßnahmen für Beschäftigte abfedern. Der Schutzeffekt ist größer als in der Finanzkrise, die Einbuße beim Einkommen allerdings auch.
10.05.2021 - 17:12 Uhr Kommentieren
Durch die Coronakrise sind Branchen wie das Gastgewerbe stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Quelle: dpa
Geschlossene Gastronomie

Durch die Coronakrise sind Branchen wie das Gastgewerbe stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

(Foto: dpa)

Berlin Dank der Kurzarbeit sind auf dem Höhepunkt der Coronakrise knapp 2,2 Millionen Arbeitsplätze gesichert worden – mehr als sechsmal so viele wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

In beiden Krisen brach die Beschäftigung deutlich weniger stark ein als die Wirtschaftsleistung. So beläuft sich der „Corona-Effekt“ laut Bundesagentur für Arbeit (BA) „nur“ auf rund eine halbe Million zusätzliche Arbeitslose, obwohl die Wirtschaftsleistung 2020 um 4,8 Prozent eingebrochen war. Einen stärkeren Absturz gab es in der Nachkriegsgeschichte nur in der Finanzkrise 2009 mit einem Rückgang um 5,7 Prozent.

Im Rahmen der weit verbreiteten Kurzarbeit sank auf dem Höhepunkt der Coronakrise im zweiten Quartal 2020 die durchschnittliche Zahl der geleisteten Arbeitsstunden pro Beschäftigten um 17,6 Stunden gegenüber dem Schlussquartal 2019.

Das entspricht etwa den knapp 2,2 Millionen gesicherten Jobs. Im entsprechenden Drei-Monats-Zeitraum 2009 wurden bezogen auf alle Beschäftigten nur durchschnittlich 3,1 Stunden weniger gearbeitet, was rechnerisch etwa 330.000 Arbeitsplätzen entspricht.

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    Bei beiden Krisen zeigen sich noch andere Unterschiede. So spielten im Gegensatz zur Finanzkrise Arbeitszeitverkürzungen durch den Abbau von Zeitguthaben eine geringere Rolle, weil entsprechende Arbeitszeitkonten zu Beginn der Pandemie in der Industrie oft nicht mehr gut gefüllt waren und in betroffenen kleineren Dienstleistungsbetrieben seltener existieren.

    Waren in der Finanzkrise in erster Linie Industriebeschäftigte in Kurzarbeit, so sind durch Corona Branchen wie der Einzelhandel oder das Gastgewerbe stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das zeigt sich auch an der Verdienststruktur: 2009 verdiente ein Single in Steuerklasse 1, der in die Kurzarbeit rutschte, zuvor durchschnittlich 2125 Euro netto im Monat. 2020 waren es lediglich 1677 Euro.

    Größere finanzielle Betroffenheit

    Größer als in der Finanzkrise fällt die finanzielle Betroffenheit der Beschäftigten aus. Büßte ein alleinstehender Kurzarbeiter im April 2020 durchschnittlich 18 Prozent seines vorherigen Nettoeinkommens ein, so waren es im Vergleichszeitraum 2009 nur knapp neun Prozent.

    Die Forscher weisen darauf hin, dass die gesetzliche Aufstockung des Kurzarbeitergelds dabei noch nicht berücksichtigt ist, weil diese erst mit dem Sozialschutzpaket II im Mai beschlossen worden war.

    Seither steigt das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Monat der Bezugsdauer von 60 auf 70 Prozent und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent des Nettoeinkommens. Mit dieser Regelung sei „zum ersten Mal ein stärkerer Fokus darauf gelegt worden, auf einer breiteren Basis Haushaltseinkommen zu sichern“, schreiben die Forscher.

    Allerdings gilt die Aufstockung nur noch für Kurzarbeiter, deren Anspruch bis Ende März dieses Jahres entstanden ist. Und den Arbeitgebern werden nur noch bis Ende Juni die Sozialversicherungsbeiträge voll erstattet, die sie für Kurzarbeiter normalerweise allein zu tragen haben.

    Innerhalb der Bundesregierung laufen Gespräche über eine eventuelle Verlängerung dieser Maßnahmen. Für die Zukunft schlagen die IMK-Forscher vor, für Geringverdiener generell erhöhte Sätze beim Kurzarbeitergeld vorzusehen.

    Mehr: Verlängerung der Wirtschaftshilfen: Wer auf weitere Unterstützung durch den Staat hoffen darf

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