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Corona-Pandemie Ausgangssperren, Notbremse light, Öffnungsexperimente: So gehen die Bundesländer in die Ostertage

Private Treffen, Shoppen, der Besuch im Zoo: Jedes Bundesland hat für Ostern andere Regeln. Was wo über die Feiertage erlaubt ist.
01.04.2021 - 14:52 Uhr Kommentieren
Die Corona-Regeln unterscheiden sich in Deutschland von Bundesland zu Bundesland. Quelle: dpa
Oster-Schmuck

Die Corona-Regeln unterscheiden sich in Deutschland von Bundesland zu Bundesland.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Eier-Suche, Feiertagsbrunch, Gottesdienst, Shoppen am Ostersamstag: Schon zum zweiten Mal stehen die Osterfeiertage im Zeichen der Coronavirus-Pandemie. Doch was erlaubt ist und was nicht, ist in diesem Jahr sehr unübersichtlich. Während manche Bundesländer auf Ausgangssperren setzen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, werden in einigen Bundesländern Besuchsregelungen sogar gelockert.

In der jüngsten Bund-Länderrunde wurde der Wunsch bekräftigt, die Osterfeiertage für ein Herunterfahren des Landes zu nutzen. Das vorgeschlagene Mittel dafür, ein weiterer „Ruhetag“ am Gründonnerstag, wurde wenig später jedoch ersatzlos kassiert.

Dass einige Bundesländer seither eher auf Lockerungen statt auf Verschärfungen setzen, wurde von der Kanzlerin scharf kritisiert. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern soll die sogenannte Notbremse greifen, bei der Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden müssen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in der ARD-Talkshow „Anne Will“ am Sonntag kritisiert, dass einige Länder, zum Beispiel NRW, die Notbremse nicht vollständig umsetzten.

Lesen Sie hier, was in Ihrem Bundesland über die Feiertage erlaubt ist und was nicht:

Die Regelungen des Bundes

Abgesehen von dem kassierten Ruhetag am Gründonnerstag haben sich Bund und Länder auf weitere Regeln zu den Osterfeiertagen geeinigt. Dazu gehört die Erlaubnis, dass sich maximal zwei Haushalte, höchstens fünf Personen, treffen dürfen. Nicht mitgezählt werden Kinder unter 14 Jahren.

Generell bleiben Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs geöffnet, der übrige Einzelhandel unterliegt teils strikten Einschränkungen oder muss je nach Infektionsgeschehen sogar schließen.

Die Test- und Impfzentren sollen geöffnet bleiben und Bürger dazu ermutigt werden, sich testen zu lassen. Impfungen wird es aber wohl in einigen Regionen nicht geben: Als Grund für geschlossene Impfzentren wird oftmals Nachschubmangel angeführt. Brandenburg zum Beispiel hat angekündigt, nur an Gründonnerstag und am Ostersamstag impfen zu wollen.

Anders als im vergangenen Jahr werden wohl auch die Gotteshäuser zu Ostern geöffnet sein: 2020 waren Präsenz-Gottesdienste verboten, in diesem Jahr wurden die Religionsgemeinschaften lediglich gebeten, auf virtuelle Angebote zurückzugreifen. Viele Kirchen haben jedoch deutlich gemacht, Gottesdienste in Präsenz und unter Einhaltung der Hygiene-Regeln abhalten zu wollen.

Baden-Württemberg – Hoch-Inzidenzgebiete mit Sonderregeln

Gelockerte Kontaktbeschränkungen über Ostern gelten auch in Baden-Württemberg. Ausgenommen davon sind jedoch sogenannte Hoch-Inzidenzgebiete wie zum Beispiel der Landkreis Schwäbisch-Hall mit einer Inzidenz von 435.

Abgesehen von Kontaktbeschränkungen soll die Notbremse jedoch auch an Ostern uneingeschränkt gelten. Aktuell liegen alle Landkreise des Bundeslandes über einer Inzidenz von 100. Einige zoologische und botanische Gärten bleiben jedoch geöffnet.




Bayern – Kaum Lockerungen zu Ostern

Der Mega-Lockdown in Bayern ist vom Tisch. Wie vom Bund vorgegeben, gilt die Fünf-Personen-Regel für private Treffen, allerdings nur in Regionen, wo die Notbremse nicht gezogen ist.

In Kreisen mit einer Inzidenz über 100 gelten die Lockerungen nicht: Erlaubt sind Treffen mit nur einer weiteren Person außerhalb des eigenen Hausstandes. Zusätzlich gilt dort eine nächtliche Ausgangssperre zwischen fünf und 22 Uhr. In diesen Regionen sind auch Einzelhandelsgeschäfte geschlossen.

Ministerpräsident Markus Söder plädiert für mehr Bemühungen im Kampf gegen das Infektionsgeschehen. Zusammen mit seinem baden-württembergischen Kollegen Winfried Kretschmann forderte er die anderen Länder in einem Brief zur konsequenten Umsetzung der Notbremse auf.

Berlin – Nächtliche Kontaktbeschränkung im Freien

Wegen steigender Infektionszahlen beschloss der Berliner Senat noch am Donnerstag stärkere Einschränkungen für die Osterfeiertage: Ab 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr morgens dürfen ab Karfreitag nur zwei Menschen gemeinsam draußen unterwegs sein, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Zudem darf Dienstag, also nach den Ostertagen, auch im Haus nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person zusammentreffen. Nicht mitgezählt bei den Regelungen werden weiter Kinder bis 14 Jahren.

Berlin verschärft Corona-Maßnahmen noch vor dem Osterwochenende

Erlaubt bleibt ebenfalls ein Besuch im Berliner Zoo. Anders als in Brandenburg muss im öffentlichen Nahverkehr in Berlin eine FFP-2-Maske getragen werden. Eine einfache OP-Maske reicht nicht mehr aus.

Brandenburg – Ausgangssperren am Abend

In Brandenburg gilt die bundeseinheitliche Fünf-Personen Regel, jedoch nur über die Feiertage. Danach sind private Treffen wieder auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person beschränkt (in solchen Bezirken, in denen die Notbremse greift). Personen, die in einer Brandenburger Region mit einer Inzidenz von über 100 leben, müssen sich außerdem an eine nächtliche Ausgangssperre halten. Diese gilt von 22 Uhr bis fünf Uhr.

Bremen – Konsequente Notbremse

Bremen hat die Notbremse gezogen. Über Ostern sind Treffen mit zwei Haushalten und maximal fünf Personen jedoch erlaubt. Termin-Shopping und der Besuch von Tiergärten ist nicht möglich. Bremerhaven erprobt aktuell jedoch Lockerungen im Zusammenhang mit Testungen.

Hamburg – Neue Beschlüsse kurz vor Ostern

Erst am Mittwoch hat Hamburg seine Regelungen für die Feiertage vorgestellt: Sie sehen eine Ausgangssperre ab Karfreitag vor, von 21 bis fünf Uhr. Somit müssen auch Lebensmittelgeschäfte um 21 Uhr schließen, Essenslieferungen bleiben allerdings erlaubt.

Hessen – Shoppen nur per Abholung

In Hessen gilt die Fünf-Personen-Regel, allerdings auch unabhängig von Ostern. Geschäfte bleiben geschlossen, allerdings ist Click & Collect, also die Abholung im Geschäft, erlaubt.

Mecklenburg-Vorpommern – Ausgangssperre ab 21 Uhr

Mit negativem Schnelltest kann in Mecklenburg-Vorpommern eingekauft werden. Zu Hause bleibt alles wie gehabt: Treffen sind nur für zwei Haushalte und maximal fünf Personen erlaubt. In Regionen, wo die Inzidenz höher als 100 liegt, kann eine Ausgangssperre verhängt werden, und zwar zwischen 21 und sechs Uhr.

Niedersachsen – Abweichung von Inzidenzwerten

Niedersachsen setzt auf eigene Regeln. Ausgangssperren sind hier auch möglich, allerdings erst ab einer Inzidenz von 150. Auch die Kontaktbeschränkungen unterscheiden sich von den Regelungen in anderen Ländern: Gilt keine Notbremse, darf sich ein Haushalt mit zwei weiteren Personen treffen, ansonsten nur mit einer.


Nordrhein-Westfalen – Notbremse oder Test-Option

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet war wegen seiner Umsetzung der Notbremse in die Kritik geraten. Zwar werden Lockerungen ab einer Inzidenz von über 100 zurückgenommen, jedoch können Lockerungen mit Tests ermöglicht werden. Ob diese Test-Option in Anspruch genommen wird, entscheiden die Kommunen jedoch selbst.

In Münster beispielsweise, wo die Inzidenz niedrig ist, ist Click & Meet-Shopping weiterhin möglich, auch ohne Test. Beispielsweise in Aachen oder Duisburg werden Lockerungen durch die Test-Option ermöglicht. In Köln jedoch gilt die uneingeschränkte Notbremse.

Private Zusammenkünfte im öffentlichen Raum sind auf zwei Haushalte und fünf Personen beschränkt - das gilt auch für Regionen mit gezogener Notbremse und in solchen, die die Test-Option in Anspruch nehmen. Museen, Bibliotheken, Tiergärten und der Einzelhandel, der über den täglichen Bedarf hinausgeht, ist nur in solchen Regionen geöffnet, die die Notbremse noch nicht gezogen oder die Test-Option gewählt haben. Im Einzelhandel ist jedoch in jedem Fall weiterhin ein Termin notwendig.

Rheinland-Pfalz – Außengastronomie möglich

In Rheinland-Pfalz gilt die Fünf-Personen-Regel nicht in Kreisen, in der die Notbremse gezogen ist. Dort darf sich ein Hausstand weiterhin nur mit einer weiteren Person treffen. Ist die Notbremse nicht in Kraft, darf sogar die Außengastronomie öffnen, allerdings unter der Bedingung eines negativen Schnelltests.

Auch an Gründonnerstag und Ostersamstag kann in Buchhandlungen, Baumärkten, Blumengeschäften, Gärtnereien und Gartenbaumärkten mit Termin eingekauft werden. Die Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer kündigte an, diese Option beibehalten zu wollen, selbst bei Inzidenzen von über 200.

Saarland – Öffnungen nach Ostern

Das Saarland sticht durch wenige Beschränkungen hervor: Nicht nur sind hier der Einzelhandel und auch Zoos und Bibliotheken geöffnet, auch hat das Bundesland weitere Öffnungen nach Ostern angekündigt. Auch hier gilt die Fünf-Personen-Regel für private Treffen.

Sachsen – Krankenhausbetten als Indikator

Kontaktbeschränkungen in Sachsen variieren ebenfalls zwischen den Orten. Meist gilt aber auch hier die Fünf-Personen-Regel. Komplizierter wird es beim Einzelhandel: Auch bei einer Inzidenz von über 100 ist Click & Meet mit einem negativen Schnelltest weiterhin möglich - aber nur dann, wenn weniger als 1.300 Krankenhausbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind. Allerdings ist das Verlassen des Hauses ab einer Inzidenz von 100 nur noch mit triftigem Grund erlaubt.

Sachsen-Anhalt – Konsequente Notbremse

In Sachsen-Anhalt sind Ausflüge in Zoos oder Museen weitestgehend möglich. Private Treffen sind auf maximal fünf Personen zu begrenzen. Wenn die Inzidenz in einem Landkreis höher als 100 liegt, sollen strengere Regeln gelten.

Urlaub in Deutschland könnte über Ostern schwierig werden. Quelle: dpa
Nordsee-Urlaub

Urlaub in Deutschland könnte über Ostern schwierig werden.

(Foto: dpa)


Schleswig-Holstein – Kein Urlaub am Meer

Auch Schleswig-Holstein hat für die Zeit nach Ostern Lockerungen in Aussicht gestellt. An den Feiertagen selbst bleibt jedoch alles wie gehabt: Treffen mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten, Gastronomie und der Einzelhandel bleiben geschlossen. Der Osterurlaub am Meer wird nicht möglich sein: Touristische Übernachtungsmöglichkeiten wird es nicht geben.

Thüringen – Höchste Inzidenz im Land

Thüringen weist mit 254 die höchste Inzidenz unter allen Bundesländern auf. Über Ostern werden die Kontaktbeschränkungen jedoch auf zwei Haushalte und fünf Personen gelockert. Nach Ostern, ab dem 10. April, sollen sogar Zoos, Tierparks und botanische Gärten unter freiem Himmel bei einer Kontaktnachverfolgung geöffnet werden.

Niederlande, Ostsee, Mallorca – Wer darf wohin reisen?

Von Reisen ins Ausland rät die Bundesregierung ab, sie sind aber nicht verboten. Für Auslandsreisen gilt eine aktuelle Testpflicht vor Ankunft in Deutschland. Regionen, die nicht als Risikogebiet gelten, wie seit jüngstem Mallorca, können also bereist werden - ohne dass hinterher eine Quarantänepflicht besteht.

Schwieriger wird es bei Reisen im Inland. Hotels, Gaststätten und Campingplätzen ist die touristische Beherbergung untersagt. Überlegungen, „kontaktarmen Urlaub“ im Inland zu erlauben, beispielsweise in einer Ferienwohnung an der Ost- oder Nordsee, wurden wieder verworfen.

Mit Agenturmaterial.

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