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Corona-Pandemie Forderungen nach stärkerer Kontrolle von Reiserückkehrern mehren sich

Die SPD-Ministerpräsidenten Tschentscher und Weil, aber auch Gesundheitsexperte Lauterbach plädieren für schärfere Regeln. Derweil ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiter rückläufig.
28.06.2021 Update: 28.06.2021 - 09:14 Uhr Kommentieren
Die Debatte über stärkere Kontrollen von Reiserückkehrern findet sowohl auf europäischer wie deutscher Ebene statt. Quelle: dpa
Flughafen Düsseldorf

Die Debatte über stärkere Kontrollen von Reiserückkehrern findet sowohl auf europäischer wie deutscher Ebene statt.

(Foto: dpa)

Berlin Angesichts der Ausbreitung der Corona-Variante Delta mehren sich Forderungen nach einer stärkeren Kontrolle des Reiseverkehrs. Mehrere Ministerpräsidenten verlangen, dass die Einreiseverordnung des Bundes verschärft wird. Diese sei „an mehreren Stellen zu lax“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) der „Welt“. Alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten sollten nach Einschätzung Tschentschers grundsätzlich in Quarantäne gehen, die frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test aufgehoben werden kann.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) plädierte für eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrenden, die nicht vollständig geimpft seien. „Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen“, sagte er der „Welt“. Bereits am Sonntag hatte Berlins Regierender Bürgermeister im ZDF eine Verschärfung gefordert.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert für Reiserückkehrer verschärfte Testpflichten. Wer aus dem Urlaub komme, solle sich vor der Rückreise testen und dann nochmal fünf Tage nach der Einreise, sagte er am Montag im RTL/ntv-„Frühstart“.

„Es wäre eine kluge Regelung, wenn man in den fünf Tagen dazwischen für diejenigen, die aus Risikogebieten kommen, sogar Quarantäne vorsehen würde.“ So könne der Reiseverkehr auch aus Staaten außerhalb der Europäischen Union relativ sicher geregelt werden. „Das ist der Preis für den Urlaub: Wenn ich in ein Risikogebiet reise, dann muss ich auch damit rechnen, dass ich danach noch ein paar Tage in Quarantäne bin, bis sichergestellt ist, dass ich mich nicht infiziert habe.“

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    SPD-Vize Kevin Kühnert sagte RTL/ntv mit Blick auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten, es könne nicht genügen, einfach nur Antigen-Schnelltests vorzuweisen bei der Rückkehr. „Sondern dann muss es ein engmaschiges Kontrollsystem geben, um dafür zu sorgen, dass hier die Virusvarianten nicht noch schneller nach Deutschland eingeschleppt werden, als das nach Adam Riese sowieso in den nächsten Monaten passieren wird.“

    Kühnert warnte: „Die Lehre aus dem Sommer 2020 ist schon, dass man die Leichtigkeit des Moments nicht mit der Leichtigkeit der Gesamtsituation verwechseln sollte.“

    Debatte auf deutscher und europäischer Ebene

    Die Bundesregierung hatte erst am Wochenende Portugal und Russland zu sogenannten Virus-Varianten-Gebieten erklärt. Für Einreisende aus Ländern mit dieser Einstufung gilt – wie bereits für Großbritannien – eine zweiwöchige Quarantänepflicht, von der man sich nicht „freitesten“ kann. In diesen Ländern sind zuletzt die Positiv-Tests wegen der sich ausbreitenden Delta-Variante deutlich gestiegen.

    Die Debatte findet sowohl auf europäischer wie deutscher Ebene statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten auf dem EU-Gipfel vergangene Woche vergeblich versucht, vor allem die vom Tourismus lebenden südlichen EU-Länder zu einem härteren Vorgehen gegen die Delta-Variante aufzufordern.

    Portugal etwa hatte keine Einreisebeschränkungen gegenüber Großbritannien. Wegen der fehlenden EU-Einheitlichkeit werden nun aber nationale deutsche Bestimmungen verschärft. Die Debatte findet auch vor dem Hintergrund der Fußball-Europameisterschaft statt, bei der Fans zwischen Staaten hin- und herreisen.



    In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz unterdessen weiter rückläufig. Trotz der sich auch hier ausbreitenden Delta-Variante registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 5,6 nach 5,7 am Sonntag. Der Wert gibt an, in wie vielen Fällen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Es wurden neue 219 Positiv-Tests gemeldet.

    Acht weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. In Deutschland waren zuletzt laut RKI knapp 35 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, über 53 Prozent haben zumindest eine erste Impfung erhalten.

    Lauterbach rechnete mit einer vierten Corona-Welle im Herbst. Die Frage sei nur, wie groß die werde. Im Herbst seien die Menschen wieder mehr drinnen, die ansteckendere Delta-Variante werde auch in Deutschland den größten Anteil der Infektionen ausmachen. Das sei dann vor allem für diejenigen ein Problem, die noch nicht vollständig geimpft seien Ê also vor allem für Kinder.

    Mehr: Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in unserem Newsblog

    • rtr
    • dpa
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