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Corona-Zahlen „Die Maßnahmen greifen“: RKI-Chef Wieler verbreitet Zuversicht trotz mehr als 22.000 neuer Fälle

Das Infektionsgeschehen hat sich laut Robert Koch-Institut auf hohem Niveau stabilisiert. Die Experten sehen Deutschland auf dem richtigen Weg – aber noch nicht über den Berg.
19.11.2020 Update: 19.11.2020 - 12:29 Uhr 5 Kommentare
„Wir sind noch lange nicht über den Berg.“ Quelle: dpa
RKI-Präsident Lothar Wieler

„Wir sind noch lange nicht über den Berg.“

(Foto: dpa)

Berlin Knapp drei Wochen nach Beginn des November-Lockdowns verbreitet der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, Zuversicht: „Die Maßnahmen greifen, die Infektionszahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert“, sagte er an diesem Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Instituts. Eine Trendwende sei zwar noch nicht sichtbar, er sei aber „sehr optimistisch, dass die Zahlen nächste Woche niedriger sind“.

Am Mittwoch wurden 22.609 neue Corona-Infektionen gemeldet – etwa 750 Fälle mehr als vor einer Woche. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 Fällen erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 251 auf insgesamt 13.370 Fälle.

Damit sei man „noch lange nicht über den Berg“, mahnte Wieler. Trotz der Stabilisierung der Infektionszahlen werde die Zahl der schweren Verläufe und der Toten vorerst weiter zunehmen. Auch schätzt das RKI die Dunkelziffer der Infizierten nach wie vor auf rund vier bis fünf Mal so hoch wie die erfassten Fälle.

Mittlerweile seien nicht nur die Gesundheitsämter, sondern auch „einzelne Krankenhäuser überlastet“ und könnten „nicht mehr alle Patienten optimal versorgen“. Daher sei es dringend notwendig, dass die Gesamtzahlen nach unten gedrückt würden, bevor man über Lockerungen nachdenken könne.

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    Die Zahl der Todesfälle lag Anfang Oktober noch im niedrigen zweistelligen Bereich, mittlerweile sei sie im dreistelligen Bereich. „Es kann sein, dass diese Woche 1000 Todesfälle gemeldet werden“, sagte Ute Rexroth, Leiterin des Krisenstabs im RKI. Und diese Zahl werde noch weiter steigen, da Todesfälle immer erst mit Verzögerung eintreten: Von der Erkrankung bis zum Todesfall dauere es eine Weile.

    Zudem sei die Lage in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich. Obwohl sich in Gesamt-Deutschland die Zahl der Infektionen stabilisiere, sehe dies auf Länderebene teils anders aus.

    Vorbereitung auf Weihnachten

    Auch sei zuletzt nicht nur wie im Frühjahr die Infektionshäufigkeit unter sehr alten Menschen stark gestiegen – sondern auch in der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen. Und schon im Frühjahr habe ein Drittel der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, keinerlei Vorerkrankungen gehabt.

    Wer sich für Weihnachten vorbereiten wolle, der sei relativ sicher, wenn er oder sie freiwillig die Kontakte so reduziere, dass zwei Wochen zuvor kein Risikokontakt möglich sei.

    Daneben zeigte sich Wieler erfreut über die mittlerweile enorm hohe Zahl von Antigen-Tests. „Es gibt immer mehr, und sie werden immer besser“, sagte er. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) listet auf seiner Homepage mittlerweile 207 Tests auf, die die Mindestanforderungen erfüllen.

    Generell sind Antigen-Tests nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums aber weniger sensitiv als der PCR-Test, es ist also eine größere Virusmenge notwendig, damit ein Antigen-Test ein positives Ergebnis zeigt.



    Das bedeutet, dass ein negatives Antigen-Testergebnis die Möglichkeit einer Infektion mit Sars-CoV-2 nicht ausschließt. Außerdem ist ein Antigen-Schnelltest nicht so spezifisch wie ein PCR-Test, das heißt, es kommt häufiger als bei der PCR-Testung vor, dass ein positives Ergebnis angezeigt wird, wenn die Person gar nicht infiziert ist.

    Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 855.916 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.11., 0 Uhr). Das RKI schätzt, dass rund 562.700 Menschen inzwischen genesen sind.

    Der sogenannte Sieben-Tage-Reproduktionswert (R-Wert) lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,95 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.
    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: Bundestag und Bundesrat haben die Novelle des Infektionsschutzgesetzes beschlossen

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    5 Kommentare zu "Corona-Zahlen: „Die Maßnahmen greifen“: RKI-Chef Wieler verbreitet Zuversicht trotz mehr als 22.000 neuer Fälle"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wäre es möglich, dass das Krankheitsrisiko steigt, weil wir keine jahreszeitlich sinnvollen Prophylaxe-Maßnahmen wie Sauna und Fitness durchführen können? Gibt es verlässliche Studien darüber, wie hoch die Ansteckungsgefahr z.B. in der Trocken-Sauna ist, wenn Hygieneregeln/Abstand eingehalten werden?
      Im Verbot von "Vergnügungsveranstaltungen" (auch Sport, AHA) hat sich die protestantische Pflichtethik umfassend Bahn gebrochen, ohne dass klar ist, ob dies irgendwie zielführend ist.
      Vielleicht stabilisieren sich die unmittelbaren Zahlen. Aber in einem Tempo, die der Drastik der Maßnahmen überhaupt nicht entspricht.
      Vielleicht erreichte man das gleiche Ergebnis durch bessere Kommunikation mit allen Gesellschaftsgruppen, intensiver Vermittlung von Eigen- und Mitverantwortung und FFP2 Masken? Dann wären Sport und Kultur (unter den vorherigen Auflagen) möglich. Die Krise wäre erträglicher und, davon bin ich überzeugt, trotzdem zu meistern. Das traut man der Bevölkerung nicht zu. Es scheint überdies die unausgesprochene Vorstellung zu bestehen, alle müßten leiden. Nutzt diese Form kollektiver Solidarität wirklch der Virusbekämpfung?

    • Ich will ja nichts sagen, aber bereits bei vergangenen Grippewellen haben Ärzte und das RKI ebenfalls vor Überlastungen der Krankenhäuser gewarnt. Die Situation ist die gleiche wie beispielsweise 2018 als wir täglich über 40.000 neue Influenza Fälle hatten. Nur das Paniklevel der Öffentlichkeit ist dieses Mal ein anderes.

      Quelle: www.RKI.de

    • Seit etwa März 2020 sind wir nun mehr oder weniger im Corona-Ausnahmezustand. Dem Blick auf die Daten des RKI kommt nach Ansicht der Regierung höchste Bedeutung zu.

      Warum ist es dann, nach über 8 Monaten, immer noch nicht möglich, auch über das Wochenende von allen Gesundheitsämtern korrekte und aktuelle Daten zu bekommen? Ist das nicht wichtig?

      Und woher weiss Herr Wieler eigentlich, dass wir noch lange nicht über den Berg sind?
      Gibt es schon Prognosen?

      Was heisst lange? Noch 1 Monat oder bis Ende März 2021?

      Oder hat sich die Bundesregierung intern schon darauf verständigt, einfach den Paniklevel in den nächsten Wochen weiter hochzuhalten, um damit nächste Woche noch drastischere Einschränkungen politisch rechtfertigen zu können?

      Irgendwie müssen die neuen Sondervollmachten "zum Schutz der Bevölkerung" doch gerechtfertigt werden ,oder ? Denn die Fallzahlen stabilisieren sich bereits; es gibt daher keinen Handlungsdruck...

    • Herr Wieler kann sich die tägliche Pressekonferenz sparen und nur noch eine Endlosschleife senden lassen.

      Sind eh immer die selben, nichtssagenden Statements mit uninteressanten Zahlen, festgestellt mit altmodischen Arbeitsweisen - wie zu Kaisers Zeiten - der Gesundheitsämter.
      Digitalisierung und Leistungssteigerung um Faktor 10 wie in Korea sind Berichte aus einer anderen Welt.
      Peinlich für Deutschland - aber seit 2 Legislaturperioden leider das Niveau der Problemlösungen durch unser politisches Führungspersonal. Woran liegt das wohl?
      Bei aller Bürokratie - noch nicht einmal handwerklich vernünftige Gesetze können wir produzieren.

    • Es ist fast schon als unseriös zu betrachten, wie mit einer wissenschaftlich anmutenden Absolutheit überall auf die täglichen Infektionszahlen abgestellt wird. Angesichts der mittelalterlichen Berichtswege und Verzögerungen im gesamten Meldeprozess kann bestenfalls ein mehrtägiger gleitender Durchschnitt einen Anhaltspunkt geben. Eben jener ist seit gut 8 Tagen relativ stabil.
      Letzteres wirft dann wiederum die Frage auf, welchen Sinn die Schließung von Gaststätten und Kultureinrichtungen macht?

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