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Coronahilfen Junge Unternehmer warnen vor Schuldenlast

Die Viruskrise wird den staatlichen Schuldenberg wachsen lassen. Zukünftigen Generationen fehlt es somit an Spielräumen, die für dringende Investitionen nötig sind.
15.07.2020 - 06:00 Uhr 2 Kommentare
Sorge macht den Jungen Unternehmern, dass acht von zehn der erst vor Kurzem gegründeten Unternehmen besonders stark unter der Krise leiden. Quelle: dpa
Ein Demonstrierender in München

Sorge macht den Jungen Unternehmern, dass acht von zehn der erst vor Kurzem gegründeten Unternehmen besonders stark unter der Krise leiden.

(Foto: dpa)

Berlin Schon 2019, also vor Ausbruch der Coronakrise, haben die Sozialausgaben in Deutschland die Schwelle von einer Billion Euro überschritten. So steht es im neuen Sozialbudget des Arbeitsministeriums.

Die Viruspandemie wird aber nicht nur Kranken- und Arbeitslosenversicherung zusätzlich belasten, sondern wegen der Rettungs- und Konjunkturpakete auch den staatlichen Schuldenberg wieder wachsen lassen - nach Schätzungen von 60 auf 80 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die Jungen Unternehmer sind höchst besorgt angesichts dieser Entwicklung: „Es stellt sich die Frage, ob wir gerade vor dem Corona-Hintergrund aktuell über unsere Verhältnisse leben“, sagt die Bundesvorsitzende, Sarna Röser. „Die Bürde, die zukünftige Generationen zu tragen haben, wird durch die Schuldenlast immer schwerer“, warnt die Unternehmerin aus Baden-Württemberg.

Dabei seien die Jungen gleich „doppelt gekniffen“, heißt es in einem Positionspapier des Verbands, das dem Handelsblatt vorliegt. Zum einen, weil sie die Schulden bedienen müssten. Zum anderen, weil angesichts der Verschuldung in den künftigen Bundeshaushalten die Spielräume für Zukunftsinvestitionen etwa in Bildung oder die Digitalisierung fehlten.

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    In 20 Punkten listen die Jungen Unternehmer auf, welche Weichen die Politik deshalb jetzt für eine wachstums- und beschäftigungsfördernde Politik stellen sollte. So gelte es, die Liquidität der Unternehmen zu sichern und Wachstumsimpulse zu setzen.

    Um einen krisenbedingten Notverkauf von Familienunternehmen im Erbfall zu vermeiden, fordert der Verband befristete Entlastungen im Erbschaftsteuerrecht. Denn der Erhalt der Lohnsumme, der Voraussetzung für einen Erlass der Steuer ist, sei allein wegen der Kurzarbeit nur schwer möglich.

    Neu gegründete Unternehmen leiden besonders stark

    Die Jungen Unternehmer setzen sich zudem für eine Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags, die Rücknahme der Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge und eine Entlastung bei den Energiekosten ein.

    Sorge macht dem Verband, dass acht von zehn der erst vor Kurzem gegründeten Unternehmen besonders stark unter der Krise leiden.

    Er schlägt deshalb vor, neu gegründete Firmen drei Jahre von Sozialabgaben zu befreien. Eine solche Entlastung soll bis Jahresende auch für Neueinstellungen in anderen Unternehmen gelten.

    Die Ausgaben wollen die Jungen Unternehmer unter anderem durch einen Verzicht auf die Umsetzung der Grundrente, eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung und die schnelle Rückkehr zur Schuldenbremse dämpfen. „Zur Krisenbewältigung braucht es eine Mischung aus Wachstum, Beschäftigungsimpulsen und Prioritätensetzung bei den Ausgaben“, sagt Röser.

    Rückhalt erhält der Unternehmerverband vom Vorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Carsten Linnemann (CDU): „Wenn wir den wirtschaftlichen Einbruch und die Arbeitslosigkeit abmildern wollen und einen möglichst schnellen Aufschwung anstreben, dürfen wir den Unternehmen keine weiteren Belastungen zumuten“, sagte er dem Handelsblatt. Die Idee, gerade Gründer von Auflagen und Abgaben zu befreien, sei gut, weil Deutschland wieder „einen Gründergeist“ brauche.

    Mehr: „Fehlkonstruiert" – Ökonomen legen vernichtende Kritik an Corona-Wiederaufbauplan vor

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    2 Kommentare zu "Coronahilfen: Junge Unternehmer warnen vor Schuldenlast"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Als junger Unternehmer sollte man schon wissen, wie das Geldsystem funktioniert. Staatsschulden, bei der Notenbank, müssen nicht zwingend zurückbezahlt werden, wenn man lange Laufzeiten arrangiert mit Zinsen Null. Dann entwertet schon eine geringe Inflation von nur 2%, jährlich, die Schulden innerhalb von 50 Jahren auf nur noch ca. 37%. Und da Staaten nicht sterben, könnte man die Staatsschulden laufzeitmäßig verlängern bis zum Sank-Nimmerleins-Tag. Junge Unternehmer sollte sich dafür einsetzen, wie das Staatsgeld verwendet wird. Für junge Leute ist Forschung, vor allem Grundlagenforschung, von Wichtigkeit. Das Versäumnis bezüglich Viren-Forschung fällt nun besonders auf, dabei wäre Forschung an den Corona-Stämmen verhältnismäßig billig gewesen. Im Vergleich zum jetzigen wirtschaftlichen Schaden in Billionen-Höhe wäre die Virus-Forschung nur Peanuts gewesen. Schon für ein lächerliche Milliarde hätte man viel Virus-Forschung bekommen. Jetzt sind Tausende von Milliarden nötig, den Schaden einzugrenzen. Dieses Missverhältnis kann man kaum fassen. Wie konnte man nur so naiv sein, diesen Forschungs-Bereich weitgehend der privaten Forschung zu überlassen. Man ist dem Hayek-Libertär-Geschwätz aufgesessen. Wachstum wir künftig vor allem durch Innovationen entstehen, wie schon seit 1870, dem Beginn der Industrialisierung. Wenn man bezüglich Forschung nicht gut aufpasst, befindet man sich alsbald in einer Post-Wachstums-Gesellschaft und diesen Zustand wollen fast nur Öko-Sozialisten. China wird staatlich gelenkt forschen mit erheblichen Mitteln und wird wieder zum Reich der wirtschaftlichen Mitte werden. Die restliche Welt muss im harten Wettbewerb mithalten, da bin ich wieder ganz bei Hayek, aber eben mit Staatsgeld die bitter nötige Forschung ein erheblichem Maße fördern.

    • Die jungen Unternehmer schreiben einen Wunschzettel ans Christkind, und das Handelsblatt druckt ihn brav ab? Etwas mehr journalistische Distanz dürfte man sich schon wünschen.

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